Sommerpause

Im Juni entfällt das Thema des Monats durch die Sommerpause.

Danach ist geplant, es noch stärker mit dem Blog zu verknüpfen, damit man z.B. auch interaktiv diskutieren kann. Es müssen noch ein paar technische Details geklärt werden, ihr erfahrt natürlich an dieser Stelle, wenn es soweit ist.

 

 



Geldzauber

Das Spirituelle am Finanziellen

Neben Liebeszaubern sind Rituale für Wohlstand und Erfolg seit Menschengedenken bei Schamanen, Priestern und weisen Frauen am häufigsten angefragt worden. Unser Leben braucht eine materielle Basis, einen Halt, so wie es das Wort Wohl/Stand treffend umschreibt.

Bis heute wird die Geldmagie bei uns ein wenig misstrauisch beäugt. Da verschmelzen materielle und spirituelle Welt ganz sichtbar in einem Wort und das ist eine Vorstellung, die in unserem Kulturkreis nicht immer leicht fällt. Darf man überhaupt um Geld bitten? Ist das nicht ein wenig zu pragmatisch?

In den meisten Ländern der Welt haben die Menschen nicht den Luxus, lange darüber nachzudenken. Wo es kaum staatliche Netze gibt, die einen im Fall des Falles auffangen, umfasst der spirituelle Weg automatisch auch das weltliche Wohlergehen. Sei das in Form von Räucherstäbchen, die in den Tempeln von glücksbringenden Gottheiten entzündet werden oder auch ganz privat in Form von Ritualen.

Wenn wir ehrlich sind, muss man sich die Ansicht, dass Geldzauber verwerflich sind, erstmal leisten können. Und doch sind es gerade die Leute, denen ein größeres Stück vom Kuchen mehr als zustehen würde, die sich die meisten Gedanken machen, ob sie darum bitten dürfen. Schauen wir es uns also einmal genauer an.

 

Richtig wünschen ist der Schlüssel zum Erfolg

Magie wirkt nicht nur auf der persönlichen Seite, indem sie unser Unterbewusstsein positiv beeinflusst. Sie wirkt auch nach außen und bewirkt ein Vorankommen mit der sprichwörtliche Hilfe »von oben«. Dafür ist es wichtig zu wissen was man anstrebt.

Der eigentliche Schlüssel ist nicht der Wunsch nach Scheinen und Münzen, sondern der Wunsch dahinter. Das macht es auf der magischen Ebene um einiges leichter voranzukommen. Man bittet nur selten um einen bestimmten Betrag. Viel wichtiger ist das, was wir damit erreichen wollen, unser konkretes Ziel.

Eine wichtige Anmerkung noch dazu: wenn man magisch Geld erwirbt, ist es wichtig für die Balance etwas davon für einen guten Zweck zu geben oder einem lieben Menschen im persönlichen Umfeld abzugeben zu seinem Wohl. Das muss keine Spende an eine Organisation sein, man tut auch etwas Gutes, wenn man die beste Freundin zu einem Kaffee einlädt. Das ist sehr wichtig, denn die spirituelle Welt achtet auf den Ausgleich. Wem sie etwas schenkt, von dem erwartet sie, dass er ebenfalls ein offenes Herz für andere hat.

 

Kerzen und Pflanzenhelfer für Fülle und Reichtum

In der Magie werden traditionell Grün und Gold für einen Kerzenzauber rund ums Finanzielle empfohlen. Diese Farben bedeuten Wachstum und Erfolg. Das ist eine gute Faustformel, mit der man solide Erfolge hat. Im Einzelfall kann man aber auch zu anderen Farben greifen. Soll es in einem Notfall besonders schnell gehen, ist Rot die erste Wahl. Muss man schützend eingreifen empfehle ich Braun und im Falle von rechtlichen Streitigkeiten wird dunkles Blau kombiniert mit einer goldenen Kerze eine gute Wendung bringen.

Die Kerzen kombiniert man zur Verstärkung des Wunsches oft noch mit Ölen und Pudern verschiedener Pflanzen. Das ist im Notfall kein Muss, aber wenn man etwas Vorbereitungszeit hat auf jeden Fall empfehlenswert. Im einfachsten Fall kombiniert man Sonnenblumenöl mit Zimtpulver und reibt die Kerze damit von unten nach oben ein, bevor man sie entzündet. Auch Lorbeerpulver, Salbei oder Gewürznelkenpulver sind beliebte Zutaten, genauso wie die Öle von Patchouli, Vetiver und Orange.

 

Die Zeitqualitäten nutzen

Der richtige Zeitpunkt spielt wie immer eine große Rolle. Der Moment, in dem man etwas anfängt, ist bedeutsam (siehe die Einleitung vom Artikel zu den Sternen 2017). Bei Geldzaubern ist es von Vorteil, wenn sich die Sonne gerade in einem Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock) oder Luftzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann) befindet. Das lässt sich einfach bestimmen, es ist der Zeitpunkt, an dem diese Sternzeichen gerade an der Reihe sind.

Der dazugehörige Mondstand ist leicht durch einen Mondkalender herauszufinden und für materielle Wünsche bevorzugt man den Mond in den Zeichen Stier, Zwillinge, Löwe, Jungfrau, Schütze und Steinbock. Der Mond sollte unbedingt zunehmen, die gesamte Zeitspanne von Neumond bis Vollmond ist also für einen Geldzauber geeignet.

 

Ein Geldritual für kleine Wünsche

Dieser Zauber ist wunderbar geeignet, wenn Sie sich einen Wunsch erfüllen möchten, der schon länger besteht. Im Grunde ist es nichts riesengroßes, aber man hätte es schon sehr gerne. Für diese kleinen, feinen Wünsche gibt es das folgende Ritual.

Nehmen Sie drei Lorbeerblätter, Gewürznelken und Zimtpulver. Schreiben Sie Ihren Wunsch mit einem spitzen Gegenstand in eine grüne Kerze, wenn möglich bei Vollmond in einem der genannten Zeichen und setzen Sie Ihren Namen darunter. Bestäuben Sie die Kerze mit dem Zimtpulver und drücken sie 4 kleine Nelken in den Boden der Kerze.

Nun legen Sie die drei Lorbeerblätter rund um die Kerze, visualisieren Ihren Wunsch und entzünden sie. Lassen Sie die Kerze in einem Zug herunterbrennen und vergraben Sie die Reste der Kerze und die Lorbeerblätter in der Nähe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses und freuen Sie sich auf die Ergebnisse. Und nicht vergessen: Ein Stück vom Glück sollte geteilt werden, damit es auch weiterhin zu einem kommt.

 



Youtube-Video: Alte Bücher der Volksmagie

In diesem Video geht es um zwei besonders wichtige magische Bücher aus dem 18. bis 19. Jahrhundert: „Der lange verborgene Freund“ und „Das 6. und 7. Buch Mosis“.

Diese sogenannte magische Hausväter-Literatur war für unsere Vorfahren ein wichtiger Schatz an Zaubersprüchen und Hausmitteln, um sich magisch gegen die damaligen Gefahren und Probleme zu wappnen. Was wir heute daraus lernen können und wie spannend dieser Blick durch das magische Schlüsselloch der Geschichte ist, davon handelt dieses Video.

 



Spiritualität finden

Manche Themen sind immer wieder neu aktuell, so auch die Frage nach der Spiritualität. Das Wort wird so häufig verwendet, dass man vielleicht erst einmal darüber reden sollte.

 

Glaube und Spiritualität werden manchmal als Gegenspieler betrachtet, aber das ist ein bißchen einseitig gesehen. Natürlich gibt es blinden Glauben und leere Rituale. In den meisten Religionen und Traditionen kommt so etwas vor. Sogar im Schamanismus, der hauptsächlich im direkten Kontakt mit den Geistern und Göttern arbeitet, gab und gibt es Aberglaube und blinden Glauben.

Wir Westler sind generell ein bißchen streng mit so etwas und mit uns selbst sowieso. Wir wollen die reine Lehre, Abweichungen oder Inkonsequenz sind nicht so unser Ding, man muss sich anstrengen, es muss nachvollziehbar sein. Gleichzeitig spüren auch wir, dass an manchem Aberglauben mehr dran ist, als wir zugeben möchten. Es gibt kaum jemanden, der nicht seine kleinen Schrullen und Rituale im Alltag hat.

 

Im Grunde geht es dort schon fließend in die Spiritualität über. Glaube ist was man glaubt, im Sinne einer Religion auch ein mehr oder weniger fest umrissenes Gerüst, an das man sich halten kann. Das wird heute oft als unfrei abgewertet. Auch das kann man so oder so sehen.

Was für den einen Unfreiheit ist, ist für andere lieb gewonnene Tradition und Halt in schweren Zeiten. Es hat auch Vorteile, wenn einem Mantren oder Gebete bereits in Fleisch und Blut übergegangen sind, so dass im Notfall sofort eine tiefe Verbindung da ist.

 

Wenn wir es ganz einfach sagen wollen: Spiritualität ist, wenn es echt ist, wenn es aus dem Herzen kommt. Welche Form man dafür wählt, ist so individuell, wie wir alle sind. Manche finden Erfüllung und spirituelle Verbindung in ihrer Yoga Praxis. Für andere ist es ein Spaziergang in der Natur, ein Ritual, ein Gebet oder eine Meditation. Die meisten Menschen praktizieren nicht nur eine Sache. Das ist auch gut so, viele Wege führen dorthin und meist muss man erstmal ein bißchen suchen, bis man sein´s gefunden hat.

Im Grunde ist auch unser Alltag Spiritualität, wenn es gut läuft (das tut es nicht immer, aber wie oben angesprochen wollten wir ja nicht mehr so streng mit uns sein). Wir alle befinden uns im großen Netz der Verbindungen. Wir können da gar nicht raus. Selbst wenn wir uns hinstellen und sagen: Ich bin Atheist, an verfeinerte Formen der Psychologie glaube ich nicht und mit dem Tod ist Schluss, sind wir ein Mensch, der eben so denkt – im großen Netz des Lebens.

Wir können gar nicht »verloren gehen«, auch wenn wir uns manchmal so fühlen. Auch das gehört zum Leben dazu und ist nur ehrlich. Spiritualität ist nicht Wellness und die Traditionen weltweit kennen das, was man bei uns »die dunkle Nacht der Seele« nennt. Ein Zustand abgeschnitten von allem. Wenn es uns schlecht geht, sind wir wenigstens noch dabei. Es ist mies, aber man fühlt sich immerhin noch vorhanden und eingebunden. Abgeschnitten zu sein ist die wirkliche Herausforderung.

Ist es nicht auffällig, dass gerade in unserer Zeit so viele Menschen an Depressionen leiden? Die Symptome der »dunklen Nacht« sind so gut wie identisch mit denen einer schweren Depression: man empfindet nichts mehr, alles ist hohl, man ist – aus schamanischer Sicht – im wörtlichen Sinne von allen guten Geistern verlassen.

Spirit bedeutet Geist. Der Mensch kann nicht ohne seine guten Geister. Das ist eine sehr alte Erkenntnis, wie die zahlreichen Traditionen für Seelenrückholungen und auch viele Reinigungsrituale in den unterschiedlichsten Kulturen zeigen.

Für viele Menschen bringt Spiritualität wieder Licht in diese Situation, sie ruft die guten Geister zurück, die Lebensgeister. Natürlich nicht in Konkurrenz zu einer gut fundierten Behandlung, sondern als Ergänzung, als zusätzliches Plus. Und natürlich muss man nicht erst schwer erkrankt sein, um dem Leben etwas mehr Licht zu geben.

 

Für viele stellt sich die Frage: Wo anfangen? Es gibt so vieles, wie findet man seinen Weg? Viele Menschen bekommen kleine Winke. Man sollte wirklich nicht zu viel nachdenken, sondern mehr nachfühlen. Was »zieht« mich förmlich zu sich?

Wir machen oft Umwege, weil wir gutgemeinten Ratschlägen folgen oder denken: Man sagt, das ist gut für xyz, das passt zu dem, was ich brauche. Und dann – ich will ja nicht schon wieder damit anfangen – sind wir auch noch so streng. Es muss schon was »richtiges« sein, etwas halbgewalktes kommt nicht in Frage. Das ist eine Form von Prestigedenken, die schnell im Weg steht in unserer Leistungs-Kultur.

 

Im Grunde braucht man nur drei Fragen, es ist ganz einfach:

  • Wo zieht es mich hin, wenn es Spitz auf Knopf steht und ich unbedingt Hilfe brauche?
  • Wo fühle ich mich zu Hause, geborgen, was wärmt mich spürbar?
  • Wo habe ich das Gefühl einen Weg zu gehen, auf dem ich immer wieder etwas dazu zu lernen kann?

Wenn du das beisammen hast, bist du auf einem richtigen Weg für dich.

 


Youtube-Video: Hausgeister und Umzüge

Wie kann man den guten Geist seiner Wohnung bei einem Umzug mitnehmen? Und was sind Haugeister überhaupt? Diesen häufig gestellten Fragen gehe ich im neuen Video nach, mit Wissenswertem vom Schamanismus bis zum Gartenzwerg, denn auf einer tieferen Ebene haben all diese Dinge etwas miteinander zu tun. Neugierig geworden? Dann viel Freude mit dem Video.

 


Licht, Licht, Licht

Gerade ist Lichtmess bzw. Imbolc und der Februar ist generell ein Monat des Lichts. Früher war – je nach Region – jetzt erst die Weihnachtszeit zu Ende. In manchen Gegenden stand der Weihnachtsbaum bis zum 1. Februar, wie ein schützendes Bollwerk gegen die dunkle Zeit. Oder doch als magischer (Welt)Baum, der in der dunkelsten Phase des Jahres mit den verborgenen Kräften verbindet?

Nun beginnt wieder die Zeit des Lichts, jetzt spürt man es und sieht es auch im Alltag. Eine gewisse Vorfreude macht sich breit und man will die Dunkelheit hinter sich lassen. Viele Bräuche beschäftigen sich jetzt damit, zu reinigen und zu erneuern. Ein paar Ideen für den Start findet ihr an dieser Stelle. Ihr könnt sie gerne ergänzen, erweitern, ausbauen und damit etwas ganz eigenes daraus machen.

 

Die lichtvolle Birke

Die Birke ist ein durch und durch magischer Baum, mit einer langen Tradition. Da könnten wir morgen noch reden! 😉 Heutzutage wird sie meist innerlich verwendet, um den Winter aus den Knochen zu spülen. Dazu wird Birkenblättertee getrunken oder Birkenwasser, das man mittlerweile fast überall bekommt. Eine kleine Kur (wenn medizinisch nichts dagegen spricht) von zwei, drei Wochen und man ist ein neuer Mensch.

Naja, fast… Wunder werden nicht passieren, aber man kann sich ruhig den Spaß machen und einmal vor der Kur das Gesicht fotografieren und einmal danach. Den Unterschied sieht man tatsächlich. Was aber noch viel wichtiger ist: man fühlt ihn auch.

Die Birke hat – wie alle Pflanzen, die sanft die Nieren-Energie bewegen – auch auf die Gefühle eine entstauende Wirkung. Wer viel Druck und Anspannung hat, sollte nicht nur bei den „üblichen Verdächtigen“ suchen. Manchmal erreicht man über die Nieren mehr als über die Nerven. Wie immer gilt: mit Arzt und/oder Heilpraktiker absprechen, wenn es Vorerkrankungen gibt.

 

Weiße Kerzen

Ein alter Hut? Moderne Menschen sind manchmal lustig: viele sehnen sich nach Traditionen und wenn sie dann welche haben, verleiern sie die Augen, dass es immer dasselbe ist. Gibt´s nicht mal was neues? Ein Körnchen Wahrheit ist trotzdem dabei: würde man nur seelenlos dasselbe machen, wäre es kein kraftvolles Ritual. Ihr könnt gerne variieren, eine eigene Note reinbringen und experimentieren.

Eine Kerze ist ein starkes Symbol. Feuer ist in vielen Kulturen ein Symbol für die Weltachse, für die Verbindung „von hüben nach drüben“ im spirituellen Sinne (neben Bäumen, Bergen und vielem mehr). Wobei das Wort Symbol zwiespältig ist: es ist im Ritual die Weltachse, es ist nicht nur ein Zeichen für etwas.

Ich bin mit dem Wort Symbol mittlerweile sehr vorsichtig geworden, weil die Dinge wirklich ihre Kraft haben. Wenn wir Westler das Wort Symbol hören, denken wir schnell: ah, das ist symbolisch (im Sinne von: man stellt es sich bloß vor).

So eine schlichte, weiße Kerze mit ihrer reinen, klaren Ausstrahlung kann z.B. jeden Abend im Februar entzündet werden. Du kannst auch mehrere verwenden. Manche schwören auf ein kleines Lichtermeer aus Teelichten, wenn sie einen schweren Tag hatten, um wieder aufzutanken.

 

Bergkristall

Auch hier lohnt wieder der Blick in andere Kulturen, der Bergkristall gilt häufig als eine Form von fest gewordenem Licht. Interessanterweise kam man überall auf der Welt zum selben Schluss: der Bergkristall ist ein durch und durch magischer Stein, der sehr gut Schwingungen leitet. Heutzutage werden Quarze aufgrund ihrer Eigenschaften gerne als Schwingquarze in der Elektronik verwendet. Was die Schamaninnen und Schamanen schon vor tausenden Jahren erspürten… (soviel nochmal zum Begriff „Symbol“, es steckt eben mehr dahinter, auch wenn wir vieles noch nicht begründen können).

Unsere hiesigen Vorfahren sahen ihn als Eis-Stein, wegen seiner großen Klarheit. Die berühmte Kristallkugel der Wahrsagerin ist auch bei uns noch eine leise Erinnerung an die besondere Kraft des Bergkristalls.

Ähnlich wie die weißen Kerzen teilt auch der Bergkristall das Schicksal „irgendwie so basic“ zu sein, wenn wir es trendy ausdrücken wollen. Lassen wir die Trendsetter immer neuen Dingen und Kicks hinterherjagen. Man kann das Rad immer wieder neu erfinden. Man kann sich aber auch einfach auf den Wagen setzen und losfahren. So kommt man deutlich besser voran.

Lange Rede, kurzer Sinn: wenn du Licht und neue Energie in dein Leben holen willst, sind die guten, alten Bergristalle die besten Begleiter, die man sich vorstellen kann. Gerade wenn man sich irgendwie so abgeschnitten von allem fühlt und neue Energie ins Leben locken will.

Was seit Jahrtausenden gut und bewährt ist, muss nicht über den Haufen geworfen werden, nur um krampfhaft etwas neues zu haben. Ist es nicht manchmal viel schöner zu sagen: Das, was ich jetzt mache, hat man schon vor so langer Zeit gemacht. Da kommt ein ganz anderes Bewusstsein auf und es entsteht eine Verbindung.

 


Die Sterne 2017

Wie im letzten Jahr starten wir stilecht mit einem Blick in die Sterne ins neue Jahr. So ein Horoskop ist streng genommen eine Stunden-Schau. Wörtlich bedeutet es: die Stunde ansehen. Hora ist die Stunde und skopein bedeutet beobachten. So wie ein Mikroskop wörtlich ein »Klein-Beobachter« ist. Heute sehen wir Zeit oft quantitativ, also abgezählt in Stunden, Wochen, Minuten, Jahre usw. Früher sah man Zeit aber auch qualitativ, also ob sie für bestimmte Vorhaben günstig oder ungünstig war.

Die Rückkehr der Mondkalender bei uns hat vielen das alte Wissen um die Zeitqualität wieder zugänglich gemacht. Man kennt das auch vom eigenen Bauchgefühl. Manchmal weiß man einfach, dass man etwas besser gleich macht oder man spürt, dass man noch abwarten soll. Und manchmal spürt man, dass »die Luft raus ist« und aus der Sache beim besten Wille nichts mehr wird.

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Schon die alten Griechen wußten das, sie hatten es sogar als Gottheiten personifiziert. Da war einmal Chronos. Er war der Lauf der Zeit. Sein Name steckt heute noch im Chronographen, der Uhr. Er wurde in der klassichen Malerei auch gerne mit einem Stundenglas dargestellt: die Zeit läuft. Eine Sense gehört ebenfalls zu seinen Attributen: Zeit, die vergangen ist, kommt nie mehr zurück, sie liegt wie abgeschnitten hinter einem.

Aber dann gab es ja auch noch Kairos. Kairos war der günstige Zeitpunkt, die »rechte Zeit« für ein Vorhaben. Sozusagen die von den Göttern geschenkte Stunde, in der man etwas verwirklichen kann, in der die Tür für ein Vorhaben offensteht (sogar die Bibel verwendet den Begriff in diesem Sinne: als das Zeitfenster, das Gott für ein Vorhaben gibt).

Nach altem Glauben hängt alles miteinander zusammen und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Menschen die Sterne als sichtbare Taktgeber der Götter sahen. Oftmals hingen Ernte und Aussaat direkt mit dem Erscheinen bestimmter Gestirne zusammen. Bis heute hängt unser Kalender am Lauf der Sonne.

Die Sterne fungierten als Zeichen der Götter (mehr dazu auch im Sternschnuppen-Beitrag aus dem August) und jetzt kommen wir auch endlich beim Horoskop an: wie die Sterne stehen bedeutet in gewisser Weise, wie die Götter stehen. Die Planeten haben nicht zufällig überall auf der Welt die Namen von Gottheiten. Natur-Spiritualität war nichts abstraktes, kein »Symbol für…«, wie das heute gerne in die psychologische Richtung gebogen wird. Dann fangen wir mal an!

 

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Die Liebe

In der Liebe schaut man klassischerweise, was im Zeichen Waage los ist. Die Waage regiert das 7. Haus im Horoskop, das die Beziehung vom Ich zum Du umfasst. Sie ist ein Kind der Liebesgöttin Venus und des Elements Luft und welche Freude: genau am Valentinstag (14.2.) verlässt Lilith die Waage. Jetzt wird vieles leichter, was zuvor kompliziert und mühselig war – ganz besonders durch den Einfluss dritter Personen, die hineinfunken.

Wie im letzten Jahr ist Glücksplanet Jupiter noch bis zum Oktober zu Besuch in der Waage. Das Jahr ist also generell »gut gepolstert« in Sachen Liebe. Zum Schluss kommen auch noch Kommunikationsgenie Merkur und die strahlend-warme Sonne vorbei (der tatkräftige Mars schließt sich ihnen gleich danach an). Der Herbst ist 2017 also die stärkste Zeit für die Liebe. Jetzt oder nie – so schnell kommt Jupiter nicht wieder in der Waage vorbei.

 

Die Finanzen

Der Stier regiert das 2. Haus, da befinden sich die finanziellen Themen (aber auch: Wohlstand, Besitz usw., nicht nur »flüssiges« Geld). Dieser Bereich wird – Stiergeborene wissen es natürlich – von Mitte April bis Mitte Mai von der Sonne besucht. Diesmal kommt der geschäftstüchtige Merkur gleich mit. Diese Zeitspanne ist die beste Zeit für finanzielle Veränderungen, die Früchte tragen sollen.

Im Juni kommt noch einmal die Venus vorbei, jetzt kann man auch mit den schönen Dingen des Lebens Geld verdienen. Wer im weitesten Sinne in den Bereichen: Kunst, Beauty, Kreativität, (Körper)Harmonisierung, Gestaltung, Dekoration, Wohnen usw. arbeitet, sollte im Juni seine Bemühungen besonders intensivieren, sie tragen anschließend doppelt Früchte.

 

Die spirituelle Grundstimmung

Neptun befindet sich weiterhin in den Fischen (bis 2026) und färbt die Zeit seit 2011 mit seinen sanften, intuitiven Schwingungen ein. Ich sehe das auch in meiner Arbeit: früher wurde ich oft nach festen Definitionen für dieses oder möglichst rationalen Erklärungen für jenes gefragt.

Diese Härte und das eng-umreißen-müssen sind einem neuen Impuls gewichen: die Menschen wollen wieder spüren. Sie wollen sich selbst verbinden mit der spirituellem Kraft. Und zwar auf der essentiellen Ebene, die viel tiefer geht, als es Definitionen oder auch nur Worte jemals könnten.

Genau das ist Neptun in den Fischen!

Er bedeutet natürlich auch, dass man manchmal »ins schwimmen« kommen kann. Auch das sieht man jetzt öfter: manche verrennen sich in Ideen, je unwahrscheinlicher, desto besser. Gurus und Heilsversprecher haben ungeahnten Zulauf. Das sich-verbinden-wollen kann umschlagen in sich-auflösen-wollen, man will keine Verantwortung mehr für das eigene Leben übernehmen

Doch das ozeanische Gefühl der Verbundenheit ist nur ein Teil im bunten Puzzle des Lebens. Wer sich zu lange daran berauscht, wird eines Tages ziemlich verkatert aufwachen. Und hoffentlich nicht gleich dem nächsten rausch-versprechenden Konzept hinterher rennen.

Sucht und Rausch sind Neptun-Themen. Wie alles andere kann auch Spiritualität zur Droge werden. Wer ständig »neuen Stoff« braucht, am besten stärker als das »Zeug« zuvor, sollte auf sich aufpassen. Erdung bringt Klarheit, am besten ganz direkt: Füße auf den Erdboden, Bäume umarmen und ihre Stärke spüren, die Schwere von Steinen wahrnehmen. Mutter Natur weiß Rat!

Anfang Dezember ergibt sich eine besondere Sternstunde (woher dieser Begriff kommt, wissen wir ja nun), ein Trigon aus Neptun in den Fischen und Jupiter, der nun im Skorpion weilt. Aus der Tiefe kommen neue Impulse, die einen Quantensprung ermöglichen. Das ist Magie pur. Jetzt kann man Probleme in Gold verwandeln, frei nach dem englischen Sprichwort: Turn your scars into stars! (frei: Verwandele deine Narben in Glückssterne.)

 

Die besondere Kraft des Jahres 2017

Revoluzzer Uranus bleibt im Widder bis 2019, an der chaotischen Gesamtlage der Welt wird sich jetzt wenig ändern.

Dazu stehen im März und im September Jupiter und Pluto in spannungsreicher Beziehung. Der verheißungsvolle, aber auch sehr ethische Jupiter schlägt sich mit dem tiefsinnig-machtorientierten Pluto herum, der ihn als aufgeblasenen Glückskeks betrachtet. Die beiden werden keine Freunde. In dieser Zeit ist es schwer, neue Dinge aufzubauen. Statt die eigenen Kräfte zu verschwenden ist eine Zeit der Ruhe die bessere Idee. Manchmal kommt man mit abwarten schneller als Ziel. Paradox, aber wahr.

In der Hinsicht können wir viel von der chinesischen Astrologie lernen, die man fast als »Astrologie zur Vermeidung von Kraftverschwendung« bezeichnen könnte. Zur falschen Zeit etwas wichtiges beginnen? Niemals! Sogar knallharte Geschäftsleute hören auf den Rat der Sterne. Wer in Übereinstimmung mit dem Universum handelt hat beste Erfolge, nicht nur mittelmäßige.

Auch unsere Astrologie weiß, die richtige Sache zur falschen Zeit wird einfach nicht gelingen. Es ist so simpel, wie unsere Großmütter ganz selbstverständlich meinten: Alles zu seiner Zeit.