Die Sterne 2017

Wie im letzten Jahr starten wir stilecht mit einem Blick in die Sterne ins neue Jahr. So ein Horoskop ist streng genommen eine Stunden-Schau. Wörtlich bedeutet es: die Stunde ansehen. Hora ist die Stunde und skopein bedeutet beobachten. So wie ein Mikroskop wörtlich ein »Klein-Beobachter« ist. Heute sehen wir Zeit oft quantitativ, also abgezählt in Stunden, Wochen, Minuten, Jahre usw. Früher sah man Zeit aber auch qualitativ, also ob sie für bestimmte Vorhaben günstig oder ungünstig war.

Die Rückkehr der Mondkalender bei uns hat vielen das alte Wissen um die Zeitqualität wieder zugänglich gemacht. Man kennt das auch vom eigenen Bauchgefühl. Manchmal weiß man einfach, dass man etwas besser gleich macht oder man spürt, dass man noch abwarten soll. Und manchmal spürt man, dass »die Luft raus ist« und aus der Sache beim besten Wille nichts mehr wird.

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Schon die alten Griechen wußten das, sie hatten es sogar als Gottheiten personifiziert. Da war einmal Chronos. Er war der Lauf der Zeit. Sein Name steckt heute noch im Chronographen, der Uhr. Er wurde in der klassichen Malerei auch gerne mit einem Stundenglas dargestellt: die Zeit läuft. Eine Sense gehört ebenfalls zu seinen Attributen: Zeit, die vergangen ist, kommt nie mehr zurück, sie liegt wie abgeschnitten hinter einem.

Aber dann gab es ja auch noch Kairos. Kairos war der günstige Zeitpunkt, die »rechte Zeit« für ein Vorhaben. Sozusagen die von den Göttern geschenkte Stunde, in der man etwas verwirklichen kann, in der die Tür für ein Vorhaben offensteht (sogar die Bibel verwendet den Begriff in diesem Sinne: als das Zeitfenster, das Gott für ein Vorhaben gibt).

Nach altem Glauben hängt alles miteinander zusammen und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Menschen die Sterne als sichtbare Taktgeber der Götter sahen. Oftmals hingen Ernte und Aussaat direkt mit dem Erscheinen bestimmter Gestirne zusammen. Bis heute hängt unser Kalender am Lauf der Sonne.

Die Sterne fungierten als Zeichen der Götter (mehr dazu auch im Sternschnuppen-Beitrag aus dem August) und jetzt kommen wir auch endlich beim Horoskop an: wie die Sterne stehen bedeutet in gewisser Weise, wie die Götter stehen. Die Planeten haben nicht zufällig überall auf der Welt die Namen von Gottheiten. Natur-Spiritualität war nichts abstraktes, kein »Symbol für…«, wie das heute gerne in die psychologische Richtung gebogen wird. Dann fangen wir mal an!

 

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Die Liebe

In der Liebe schaut man klassischerweise, was im Zeichen Waage los ist. Die Waage regiert das 7. Haus im Horoskop, das die Beziehung vom Ich zum Du umfasst. Sie ist ein Kind der Liebesgöttin Venus und des Elements Luft und welche Freude: genau am Valentinstag (14.2.) verlässt Lilith die Waage. Jetzt wird vieles leichter, was zuvor kompliziert und mühselig war – ganz besonders durch den Einfluss dritter Personen, die hineinfunken.

Wie im letzten Jahr ist Glücksplanet Jupiter noch bis zum Oktober zu Besuch in der Waage. Das Jahr ist also generell »gut gepolstert« in Sachen Liebe. Zum Schluss kommen auch noch Kommunikationsgenie Merkur und die strahlend-warme Sonne vorbei (der tatkräftige Mars schließt sich ihnen gleich danach an). Der Herbst ist 2017 also die stärkste Zeit für die Liebe. Jetzt oder nie – so schnell kommt Jupiter nicht wieder in der Waage vorbei.

 

Die Finanzen

Der Stier regiert das 2. Haus, da befinden sich die finanziellen Themen (aber auch: Wohlstand, Besitz usw., nicht nur »flüssiges« Geld). Dieser Bereich wird – Stiergeborene wissen es natürlich – von Mitte April bis Mitte Mai von der Sonne besucht. Diesmal kommt der geschäftstüchtige Merkur gleich mit. Diese Zeitspanne ist die beste Zeit für finanzielle Veränderungen, die Früchte tragen sollen.

Im Juni kommt noch einmal die Venus vorbei, jetzt kann man auch mit den schönen Dingen des Lebens Geld verdienen. Wer im weitesten Sinne in den Bereichen: Kunst, Beauty, Kreativität, (Körper)Harmonisierung, Gestaltung, Dekoration, Wohnen usw. arbeitet, sollte im Juni seine Bemühungen besonders intensivieren, sie tragen anschließend doppelt Früchte.

 

Die spirituelle Grundstimmung

Neptun befindet sich weiterhin in den Fischen (bis 2026) und färbt die Zeit seit 2011 mit seinen sanften, intuitiven Schwingungen ein. Ich sehe das auch in meiner Arbeit: früher wurde ich oft nach festen Definitionen für dieses oder möglichst rationalen Erklärungen für jenes gefragt.

Diese Härte und das eng-umreißen-müssen sind einem neuen Impuls gewichen: die Menschen wollen wieder spüren. Sie wollen sich selbst verbinden mit der spirituellem Kraft. Und zwar auf der essentiellen Ebene, die viel tiefer geht, als es Definitionen oder auch nur Worte jemals könnten.

Genau das ist Neptun in den Fischen!

Er bedeutet natürlich auch, dass man manchmal »ins schwimmen« kommen kann. Auch das sieht man jetzt öfter: manche verrennen sich in Ideen, je unwahrscheinlicher, desto besser. Gurus und Heilsversprecher haben ungeahnten Zulauf. Das sich-verbinden-wollen kann umschlagen in sich-auflösen-wollen, man will keine Verantwortung mehr für das eigene Leben übernehmen

Doch das ozeanische Gefühl der Verbundenheit ist nur ein Teil im bunten Puzzle des Lebens. Wer sich zu lange daran berauscht, wird eines Tages ziemlich verkatert aufwachen. Und hoffentlich nicht gleich dem nächsten rausch-versprechenden Konzept hinterher rennen.

Sucht und Rausch sind Neptun-Themen. Wie alles andere kann auch Spiritualität zur Droge werden. Wer ständig »neuen Stoff« braucht, am besten stärker als das »Zeug« zuvor, sollte auf sich aufpassen. Erdung bringt Klarheit, am besten ganz direkt: Füße auf den Erdboden, Bäume umarmen und ihre Stärke spüren, die Schwere von Steinen wahrnehmen. Mutter Natur weiß Rat!

Anfang Dezember ergibt sich eine besondere Sternstunde (woher dieser Begriff kommt, wissen wir ja nun), ein Trigon aus Neptun in den Fischen und Jupiter, der nun im Skorpion weilt. Aus der Tiefe kommen neue Impulse, die einen Quantensprung ermöglichen. Das ist Magie pur. Jetzt kann man Probleme in Gold verwandeln, frei nach dem englischen Sprichwort: Turn your scars into stars! (frei: Verwandele deine Narben in Glückssterne.)

 

Die besondere Kraft des Jahres 2017

Revoluzzer Uranus bleibt im Widder bis 2019, an der chaotischen Gesamtlage der Welt wird sich jetzt wenig ändern.

Dazu stehen im März und im September Jupiter und Pluto in spannungsreicher Beziehung. Der verheißungsvolle, aber auch sehr ethische Jupiter schlägt sich mit dem tiefsinnig-machtorientierten Pluto herum, der ihn als aufgeblasenen Glückskeks betrachtet. Die beiden werden keine Freunde. In dieser Zeit ist es schwer, neue Dinge aufzubauen. Statt die eigenen Kräfte zu verschwenden ist eine Zeit der Ruhe die bessere Idee. Manchmal kommt man mit abwarten schneller als Ziel. Paradox, aber wahr.

In der Hinsicht können wir viel von der chinesischen Astrologie lernen, die man fast als »Astrologie zur Vermeidung von Kraftverschwendung« bezeichnen könnte. Zur falschen Zeit etwas wichtiges beginnen? Niemals! Sogar knallharte Geschäftsleute hören auf den Rat der Sterne. Wer in Übereinstimmung mit dem Universum handelt hat beste Erfolge, nicht nur mittelmäßige.

Auch unsere Astrologie weiß, die richtige Sache zur falschen Zeit wird einfach nicht gelingen. Es ist so simpel, wie unsere Großmütter ganz selbstverständlich meinten: Alles zu seiner Zeit.

 


Der Geist von Weihnachten

Rund um Weihnachten haben sich zahlreiche Bräuche erhalten, je nach Region und oft sogar von Ort zu Ort verschieden. Im nächsten Dorf 5 km weiter konnte alles schon wieder ganz anders aussehen.

Neben den »Großen Weihnachtsbüchern«, die man heute meist bekommt, gibt es zahlreiche regionale Bücher. Schaut ruhig einmal nach eurem Bundesland oder eurer Region. Viele ältere Bücher bekommt man noch gebraucht in Antiquariaten und online und je regionaler es wird, desto spannender wird es oft!

An kalten Winterabenden mit einer schönen Tasse Tee kann man so stimmungsvolle und überraschende Traditionen und Bräuche entdecken. Wie engagiert und fantasievoll der Mensch doch wird, wenn es darum geht, das Heilige zu feiern. Das kitzelt unsere besten Seiten heraus.

 

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Fremde Bräuche einer schamanischen Kultur? Man könnte es fast denken beim Anblick des Bescherkindes in Mühlrose und Mulkwitz. / Aus: „Das große sächsische Weihnachtsbuch“ von Klaus Walther

Die großen Rituale kennen die meisten von uns: der Weihnachtsbaum, der Adventskranz und zu Weihnachten räuchern sogar Leute mit einem Räuchermännchen, die sonst gar nichts mit so etwas am Hut haben.

Und Brauchtum ist beweglich! Das wird heute oft vergessen, man sehnt sich nach der guten, alten Zeit, in der alles wie immer war. Das war es oft aber gar nicht. Bräuche wurden verändert, neu erfunden, anderes fiel dafür weg. Bei Weihnachten spielen auch Familientraditionen mit hinein, die meist spontan entstehen und dann weitergeführt werden.

Das macht es doch erst lebendig. Den Geist der Weihnacht spürt man selten in starren Ritualen. Wir alle kennen das: Jetzt muss dies gemacht werden, dann muss jenes gemacht werden, es muss und muss. Hast du an alles gedacht? Wir müssen noch dies und das machen! – und immer so weiter.

In solche leeren Handlungen zieht kein Spirit ein. Kaum etwas vertreibt den Funken von oben so gründlich aus einem Fest wie hektische Geschäftigkeit. Weihnachten braucht beides: die Traditionen, aber auch das Lebendige, den spontanen Moment, das Herausfallen aus dem Alltag, um sich dem Wunder öffnen zu können.

 

Dafür muss man manchmal Barrieren durchbrechen. Aber es lohnt sich. Oft wird erst kritisiert und hinterher heißt es dann: Das war gut, dass wir das mal anders gemacht haben. Alle atmen erleichtert auf, weil das enge Traditions-Korsett gelöst wurde.

In vielen traditionellen Kulturen (denen wir gerne unterstellen, dass sie seit Urzeiten dasselbe machen) gilt es als einfalts- und leblos, Rituale exakt gleich zu wiederholen. Schaut man alte Rituale näher an, wird man oft eine bestimmte Form entdecken, die aber Raum für Spontanität lässt.

Da ist genügend Luft drin, damit sich der Geist der Sache auch manifestieren kann. Wenn wir ein Fest zu sehr anfüllen mit Aktivitäten, findet sein Geist nirgendwo mehr Platz und dabei geht es doch eigentlich um ihn.

 

Die meisten Menschen haben ein instinktives Gespür für den Geist der Weihnacht: Stille, Heiligkeit, diese Weite, das Licht im Herzen, die Gemeinschaft mit anderen, eben: die Magie dieser Zeit spüren. Die Seele kann man nicht betrügen, sie weiß genau, ob man wirklich in Berührung gekommen ist oder nicht.

Den Geist der Weihnacht kann man nicht einkaufen und auch nicht mit überbordener Dekoration herbei zwingen. Oft manifestiert er sich genau da, wo die Dinge vor den (Weihnachts)Baum laufen. Warum sonst würden so viele Filme davon erzählen, dass ein „perfektes“ Weihnachten erst vor die Hunde gehen musste, damit der Spirit des Festes befreit und für alle spürbar wurde.

 

 


Ahnengedenken

Zu Samhain bzw. Halloween steht seit uralten Zeiten das Gedenken an die Vorfahren und Ahnen im Vordergrund. Daher möchte ich an dieser Stelle das magische Rezept aus dem Newsletter aufnehmen: ein persönliches, leicht umsetzbares und wirkungsvolles Ritual, mit dem man gute Beziehungen zu denen, die vor uns da waren, pflegen kann.

Zusätzlich findet ihr bei den News vom August ein Ahnen-Video, in dem ihr  weitere Inspirationen für diese besondere Zeit des Jahres findet.

 

Für dieses Ahnengedenken benötigt man

  • eine große weiße Kerze
  • viele kleine weiße Kerzen (Weihnachtsbaum-Kerzen oder Teelichte sind gut)
  • eine feuerfeste Unterlage
  • Wacholderbeeren oder Wacholder-Räucherstäbchen (tibetischen Stäbchen bekommt man z.B. oft auch mit Wacholderduft)

 

Geeignete Zeitpunkte

  • der Neumond im Skorpion am 30.10.
  • die Nacht vom 31.10. auf den 1.11.
  • Allerseelen am 2.11.

 

Räuchere zuerst den Raum mit Wacholderbeerenrauch oder Wacholder-Stäbchen und arbeite möglichst ohne zusätzliches Licht während des Rituals.

Entzünde die große, weiße Kerze. Sie ist die Kerze für alle Ahnen, die dir nicht bekannt sind, die weit vor deiner Zeit gelebt haben. Sprich mit ihnen in persönlichen Worten. Zeige ihnen, dass sie nicht vergessen sind und bitte sie um ihre Unterstützung für das kommende Jahr.

Danach entzündest du an dieser großen Kerze eine kleine Kerze für jede verstorbene Person aus deiner Familie, die du noch kennst. Gedenke so einem nach dem nächsten: entzünde die Kerze, sprich ein paar persönliche Worte, dann ist die nächste Person dran.

Dabei „zählen“ alle Personen, die du persönlich kanntest oder von denen dir erzählt wurde (z.B. eine verstorbene Großmutter, die in den Erzählungen der anderen wieder lebendig wurde).

Stelle zusätzlich noch drei kleine Kerzen für alle auf, die du vergessen haben könntest oder von denen du gar nichts weißt, wie z.B. Halbgeschwister oder früh gestorbene, abgetriebene oder in der Schwangerschaft verlorene Kinder.

Es ist wichtig, dass diese Seelen nicht vergesssen werden. Sehr oft weiß ein Großteil der Familie nichts von ihnen, weil das Thema totgeschwiegen wurde und nur einem kleinen Kreis bekannt ist. Gerade diese Seelen brauchen also Aufmerksamkeit und Liebe.

Wenn alle Kerzen brennen, sitze noch eine Weile in Ruhe davor. Es geht dabei nicht um die Zeit in Minuten, sondern um die innere Zeit. Wir alle kennen dieses Gefühl in eine Situation wirklich einzutauchen und genau darum geht es. Tauche in dieses Feld der lichtvollen Energie und der Verbindung zu „deinen Leuten“ ein.

Wenn das Gefühl nachlässt, verabschiede dich und lass die Kerzen möglichst von selbst herunterbrennen. Ist das nicht möglich, kannst du sie auch in insgesamt drei Etappen abbrennen lassen. Die dicke Kerze für die uralten Ahnen kannst du über den ganzen November hinweg immer wieder anmachen, bis sie abgebrannt ist.

 

 

 


Die Zeit der Ernte

Im Newsletter zu Mabon habe ich das Thema Ernte bereits angeschnitten und es gab viele Rückmeldungen zu den Gedanken rund um die Ernte. Vertiefen wir dieses Thema also einmal in aller Ruhe, denn es spielt in den Zyklen der Natur und des Lebens eine wichtige Rolle.

Als moderne naturspirituelle Menschen versuchen wir uns wieder mit den Zyklen der Natur zu verbinden und das führt einen schnell zu der Frage:

 

Ich ernte?

Man muss kein Feld und keinen Garten haben, um zu ernten. Das ist ein häufiges Mißverständnis. Jeder von uns erntet zum Beispiel die sprichwörtlichen Früchte der Arbeit. Die Abläufe sind dieselben, ob man den Boden vorbereitet, sät, gießt, Unkraut jätet und mit dem richtigen Wetter eine schöne Ernte im Garten hat. Oder ob man etwas vorbereitet, sich einsetzt, sich kümmert und schließlich, wenn die äußeren Umstände mitspielen (das »Wetter« sozusagen) ein Ziel erreicht hat – so oder so ist es eine Ernte.

Wir alle ernten jeden Tag, diese Zyklen spielen sich nicht nur im Laufe eines Jahres ab, sondern viele, viele Male im Alltag. Deshalb ist es auch so wichtig, bewusst damit umzugehen. Man sollte dieses Thema nicht überhöhen und auch nicht nur auf die Erntefeste beschränken. Dadurch würde man es »zu heilig machen«, wie ich das gerne nenne. Man stellt es auf ein Podest und kommt dann nicht mehr ran.

Dafür ist es zu wichtig, denn es betrifft direkt das, was wir im Leben bekommen, was wir als Ernte für unsere Bemühungen einfahren. Deshalb gehen wir auch gleich mal einen Schritt zurück, zum Punkt, an dem alles beginnt und das führt uns zur nächsten Frage.

 

Was baue ich da eigentlich an?

Beim Kartenlegen höre ich manchmal den Satz »Das hat sich so ergeben.«. Wir alle kennen solche Situationen, irgendwie ist man hineingeschlittert. Man fühlt sich nicht wirklich wohl, kommt aber nicht so einfach wieder raus.

Wir kennen das Sprichwort »Wehret den Anfängen!«. Die Asiaten sehen das ganz ähnlich, wenn auch etwas netter formuliert. So sagte Laotse:

Plane das Schwierige da, wo es noch leicht ist!
Tue das Große da, wo es noch klein ist!
Alles Schwere auf Erden beginnt stets als Leichtes.
Alles Große auf Erden beginnt stets als Kleines.

Da möchte man gleich noch Konfuzius zur Wort kommen lassen, mit seiner Empfehlung:

Wer neu anfangen will, soll es sofort tun,
denn eine überwundene Schwiergkeit
vermeidet hundert neue.

Halten wir also fest: weltweit sind die Menschen auf ähnliche Schwierigkeiten und zum Glück auch Lösungen gekommen, wenn es darum geht, etwas besseres zu ernten in ihrem Leben. Man muss zu Anfang überlegen, da »wo es noch leicht ist«. Diesen Punkt verschwitzen wir westlichen Menschen mit unserer Getriebenheit oft und halsen uns immer mehr auf.

»Ach, das geht schon!« sagen wir schnell und hören gar nicht in uns hinein, ob wir diesen Samen wirklich in unseren Lebens-Garten pflanzen wollen. Passt er zu den anderen Pflanzen? Wie viel Platz braucht diese Pflanze überhaupt? Wie viel Wasser, Dünger und Pflege?

Was wir im Garten selbstverständlich planen, lassen wir im Leben einfach so passieren und wundern uns dann, wenn es irgendwann »wie Kraut und Rüben« aussieht. In den Beratungen höre ich machmal »Bei mir brennt es eigentlich überall. Ich kann dir spontan gar nicht sagen, welches Thema das wichtigste ist.«. Dann können wir nur behutsam anfangen den Garten zu ordnen.

Was sich über längere Zeit eingeschlichen hat (unser reflexhaftes »Ach, das geht schon!« hat es uns eingebrockt), kann man nicht von heute auf morgen ändern, als würde man einen Schalter umlegen. Genau so, wie man einen Garten nicht von einem Tag auf den anderen gestalten kann.

Und gestalten ist das entscheidende Wort. Man kann sich nicht alles aussuchen im Leben, aber man kann gestalten, was man da vor sich hat. Stück für Stück wird aus einem verwilderten Grundstück eine kleine Oase und das ist die Mühe allemal wert. Denkt nicht an die Mühe, die es macht. Denkt an die Freude, die ihr haben werdet.

Zum Schluss möchte ich noch ein Punkt erwähnen, der auch leicht übersehen wird.

 

Die Ernte ist erst der Anfang

Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine Oma eingekocht hat, wie im Herbst Saft gekocht und in Flaschen abgefüllt wurde und der Keller ihres Hauses zum Winter hin eine prall gefüllte Vorratskammer war. Dadurch habe ich als Kind  gelernt: es ist gut, wenn man Reserven hat und im Idealfall bestanden sie aus Erdbeer-Gläsern.

In der heutigen Zeit gucken wir viel auf Ziele und wenn wir sie erreicht haben, rennen wir weiter. Wie bereits erwähnt übersehen wir manchmal, wofür wir eigentlich Samen setzen. Wir vergessen aber auch noch etwas anderes: einzulagern und unsere Reserven zu füllen. Ich werde hier nicht das Blaue vom Himmel reden: Es ist nicht einfach. Wir sind nicht plötzlich zu ungelenk zum entspannen geworden, wir werden gefordert. Von klein auf heißt es »schneller, höher, weiter«.

Das führt zu der paradoxen Situation, dass wir uns als Versager fühlen, wenn wir auf eine verrückte Situation normal reagieren. Jammern hilft trotzdem nichts, frei nach Gandhi müssen wir selbst die Veränderung leben, die wir uns im Großen wünschen.

Dazu gehören auch die Vorräte, die äußeren, aber ganz besonders die inneren. Und da hat unsere heutige Zeit dann auch wieder einen großen Vorteil: jeder kann das Passende für sich finden. Sei das Meditation, Yoga, QiGong, freudiges Kochen zum entspannen, regelmäßige Spaziergänge – ja, diese üblichen Verdächtigen funktionieren wunderbar. Man muss es nur machen. Man muss gestalten, darum kommt man nicht herum.

Unsere Zeit mag viele Herausforderungen bieten, aber wir haben auch Chancen wie nie zuvor. Wir müssen also zupacken, ausprobieren, ändern, verwerfen, neu beginnen – das kann uns niemand abnehmen. Wir können es tun, wenn wir unsere Werte neu sortieren und eigene Wege finden. Was viele scheinbar einzelne Menschen tun, hat Einfluss und verändert die Dinge.

Es braucht Zeit, aber wenn man nur mal guckt, was sich Vegetarier vor zehn Jahren mühevoll auf Speisekarten zusammensuchen mussten und wie selbstverständlich heute mindestens ein ordentliches vegetarisches Gericht ist, merkt man, dass sich da etwas tut. Das ist nur ein Beispiel unter vielen und es braucht Zeit, bis sich eine Kultur wandelt, aber sie tut es. Und sie tut es letztendlich nur, weil Einzelne sich ändern.

 


Muss man als Hexe geboren sein?

Manche Fragen erreichen mich sehr häufig und wenn es den Evergreen schlechthin unter diesen Fragen gibt, dann ist es: Muss man als Hexe geboren sein? Diese Frage wird auch nach vielen Jahren noch kontrovers diskutiert und auf ihre Weise haben viele Seiten Recht, es kommt nur auf den Blickwinkel an. Nehmen wir es also in Ruhe unter die Lupe.

 

Erst einmal: frisches Denken

Bevor wir uns der eigentlichen Frage widmen, müssen wir erst einmal etwas Dünkel beiseite fegen. Denn oft wurde diese Frage gar nicht wirklich gestellt, also mit dem Ziel sie zu beantworten. Sie wurde gestellt um andere auszuschließen.

Während sich die Fragesteller als Hexen der ersten Stunde sahen (sie waren selbstverständlich „richtige“ Hexen), wurden andere gerne als „Möchtegern-Hexen“, Fluffy Bunnys (vor allem im englischsprachigen Raum) oder „selbsternannte Hexen“ bezeichnet.

Halten wir uns die alte Weisheit vor Augen: Was jemand sagt, sagt vor allem etwas über diese Person und ihre Gedanken aus. Wer so über andere denkt, erzählt damit eine ganze Menge über sich selbst und die eigenen Wünsche nach Abgrenzung und Anerkennung. Das sagt aber nichts über Hexen an sich aus.

 

Eine Phase des Übergangs

Diese Diskussionen gab es besonders stark beim Aufblühen des Hexentums, als viele Menschen begannen, sich dafür zu interessieren. In gewisser Weise zeigt es einfach eine Unsicherheit, durch die viele gehen, wenn sie einen neuen spirituellen Weg betreten. Das gilt ja auch für andere Religionen: Niemand ist so dogmatisch wie frisch Beigetretene, die alles richtig machen wollen.

Das Hexentum hat, wie so viele naturspirituelle Wege, keine Oberhäupter, die eine eng umrissene Richtung vorgeben und definieren, wer denn nun eine Hexe ist und wer nicht.

Wer noch sehr an definierte, dogmatische Religionen gewöhnt ist, versucht dann eben auch im Hexentum genaue Grenzen abzustecken. Im Grunde ist das ein Teil des Übergangsprozesses, wenn man das Alte ablegt und sich noch nicht an die Freiheit gewöhnt hat. Wir müssen unseren Blick also verfeinern und auf die Fakten schauen, wenn wir dieser Frage auf den Grund gehen wollen.

 

… und doch kein Einheitsbrei

Auf der anderen Seite hat das Hexentum einen undefinierbaren, aber doch sehr spürbaren Kern. Es ist verständlich, dass Menschen, die diesen Weg lieben, nicht möchten, dass er in der Gebrauchs-Esoterik untergeht. Wir haben da allerdings Glück, denn die Ambivalenz des Wortes „Hexe“ wirkt wie eine schützende Hecke. Wer sich so bezeichnet, der meint es auch ernst damit. Da gibt es eine ganz andere Hemmschwelle, als bei anderen Wegen.

Viele Praktiker anderer Traditionen, wie z.B. des Reiki, sind von der Gebrauchsesoterik förmlich überrollt worden, bis schließlich alles und nichts irgendwie als Reiki betrachtet wurde. Ähnliches gilt auch für schamanische Pfade, wo manchmal sonderbare Blumen blühen, die kein traditioneller Schamane so unterschreiben würde.

Diese Bauchschmerzen bekommen Hexen also weit seltener, als Praktizierende anderer Wege. Man weiß nie, was kommt, aber ich glaube nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen ein großer „Trend“ zu werden. 😉

 

Begabungen – unsere Gaben

Letztendlich entscheiden nicht andere Menschen, sondern „die da oben“, wer eine Hexe ist. Es ist eine Gabe, etwas, das einem mitgegeben wurde. Ganz ähnlich wie man eben auch in Mathematik und Naturwissenschaften, künstlerisch oder in Sprachen begabt sein kann. Oder in mehreren Dingen. Oder in mehreren Dingen unterschiedlich stark – oder schwach.

Denn auch mit der Begabung sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Jeder, der sich in spirituellen Kreisen bewegt, kennt das Phänomen: manchmal sind die Begabtesten diejenigen, die am wenigsten auf die Beine stellen. Ihre Gabe ist selbstverständlich für sie, so dass sie sie nicht groß pflegen. Das ist wie mit einem schönen Garten, der langsam von Unkraut überwuchert wird.

Ein anderer hat vielleicht nur ein karges, kleines Gärtchen, aber mit Liebe, Geduld und Hingabe wachsen dort die schönsten Blumen. Es geht also um Hingabe und nicht zuletzt – wie es oft gesagt wird, weil es tatsächlich so ist – um das Gefühl, im Hexentum nach Hause zu kommen.

Das ist der entscheidende Punkt. Viele probieren diesen Weg, manche lassen sich für ihre Wege vom Hexentum inspirieren (die acht Jahreskreisfeste der Hexen sind z.B. von einigen Wegen übernommen worden). Aber nur ein gewisser Teil ist nach zwei, fünf oder zwanzig Jahren noch dabei und fühlt sich immer noch zu Hause und angekommen. Oft auch mit Pausen, in denen der Alltag die Spiritualität übertönt. So ist das echte Leben nun einmal, gerade heutzutage, wo es extrem hektisch zugeht.

Ein spiritueller Weg, der zu einem gehört, wartet auf einen. Er klopft immer wieder an. Man kann ihn nicht verlieren oder vergessen. Das geht viel tiefer als es ein esoterische Trend je könnte. Das gehört zu einem und das kann man nicht „machen“.

 

 


Der Zauber der Sternschnuppen

Jetzt im August ist wieder die beste Sternschnuppenzeit und seit jeher ranken sich viele Bräuche, Legenden und Überzeugungen um diesen kurzen Moment, in dem »ein Stern vom Himmel fällt«. Höchste Zeit das alte Wissen unter die Lupe zu nehmen, damit Wünsche im Zauber dieses besonderen Moments in Erfüllung gehen können.

 

Wunschmagie

Bis heute weiß jedes Kind: Sieht man eine Sternschnuppe, darf man sich etwas wünschen! Nur verraten darf man den Wunsch nicht, wenn er in Erfüllung gehen soll. Und man muss schnell sein, denn es gilt an den Wunsch zu denken, während man die Sternschnuppe sieht.

Es gibt viele lokale Bräuche zu diesem Thema. Manchmal soll man dreimal das Wort für den Wunsch wiederholen, damit er in Erfüllung geht. Manchmal soll ein Leiden geheilt werden, wenn man es im Moment, in dem der Stern fällt, auf einen Gegenstand (zum Beispiel ein Taschentuch) überträgt, das man an die entsprechende Körperstelle hält.

Wer einen kleinen Glücksvorrat braucht, macht sich am besten einen Knoten ins Taschentuch, wenn er die Sternschnuppe sieht. Alternativ kann man auch einen Stein mitnehmen, den man in diesem Moment aufhebt (das funktioniert auch mit extra mitgebrachten Steinen).

 

Der Blick der Götter

Auf keinen Fall sollte man mit dem Finger auf eine Sternschnuppe zeigen. Einst dachte man nämlich, dass die Sterne vom Himmel fallen, wenn die Götter aus ihren Sphären auf uns sehen und ein Stern dabei durch das Himmelsloch fällt, durch das sie schauen (hier blitzen noch die uralten schamanische Vorstellungen der verschiedenen Himmelssphären durch).

So gesehen ist der Fall einer Sternschnuppe mehr als nur das. Folgt man diesem alten Glauben, kann man in diesem Moment direkt zu den Göttern schauen, während sie gerade zu uns schauen. Kein Wunder, dass es jeher als guter Moment für einen Wunsch galt, wenn die Götter sozusagen schonmal da sind.

 

Seelen, die zwischen Himmel und Erde wandern

Die Verbindung von Sternen zu den Ahnen und Göttern ist so alt wie die Menschheit. Die Milchstrasse wird bis heute oft als Weg der Seelen betrachtet. Sternschnuppen gelten sowohl als Seelen, die zum Himmel gehen, nachdem jemand gestorben ist, als auch als Seelen, die zu uns herunterfallen.

Wer sich ein Kind wünscht sollte es ruhig einmal probieren – was hat man schon zu verlieren? Am besten fährt man raus aus der Stadt, um der Lichtverschmutzung zu entgehen, dann hat man die beste Sicht. Aber sogar in der Stadt kann man Glück haben, es braucht dann nur etwas mehr Geduld.

Diese Vorstellungen der Verbundenheit zwischen Ahnen und den Sternen kann man als hübsche Geschichten aus der Vergangenheit abtun. Doch wie heißt es so schön: es gibt mehr zwischen Himmel und Erde…

Als ich vor einer Weile unter dem zauberhaften Sternenhimmel La Gomeras unterwegs war, machte ich so eine Erfahrung. Zwei Sterne schienen mich von einem Tag auf den anderen jeden Abend anzusehen, wie zwei Augen am Himmel. Das war so intensiv und eindrücklich, dass es mir unheimlich war. Ich hatte so eine Erfahrung noch nie gemacht. Erst später erfuhr ich, dass genau ab dem Tag, an dem die Sterne einen Blick auf mich warfen, ein lieber Mensch aus meiner Familie gestorben war.

Wir wissen vielleicht nicht warum, aber das alte Erfahrungswissen unserer Vorfahren vorschnell als Aberglaube abzutun, wäre voreilig. Oft ist eben doch ein Körnchen Wahrheit dabei.

 

Kein Glück gehabt?

Nicht immer erwischt man den Moment, in dem eine Sternschnuppe fällt und trotzdem kann man sich nach alter Überlieferung etwas von den Sternen wünschen. Dazu schaut man in der Abend-Dämmerung zum Himmel, bis man einen Stern erblickt.

Danach sucht man nach einem zweiten Stern, der ebenfalls schon aufgegangen ist. Findet man einen zweiten Stern, kann man sich etwas wünschen. Findet man noch keinen zweiten Stern, war es nicht der richtige Zeitpunkt für den Wunsch und man muss es ein anderes Mal probieren.

Schummeln gilt übrigens nicht (also einfach abwarten, bis es dunkel genug ist), es darf noch nicht so dunkel sein, dass man sicher einen zweiten Stern findet.

 


Schöner entspannen

Die Urlaubszeit steht vor der Tür und alle freuen sich auf erholsame Tage. Dieses Thema des Monats greift also ein wenig vor, denn nach der Entspannung kommt bekanntlich die Rückkehr zur täglichen Routine.

Daran wollen wir natürlich noch gar nicht denken, aber es kann nicht schaden zu wissen, wie man mit bewährten grünen Helfern das Urlaubsgefühl verlängern und mehr Entspannung in den hektischen Alltag bringen kann.

Wie bei allen Pflanzentipps gilt: Bitte befragt zuvor einen Arzt oder Heilpraktiker, wenn ihr euch nicht sicher seid, ganz besonders im Fall einer Schwangerschaft oder wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt.

Kräuter sind auch kein Ersatz für eine (halbwegs) ausgewogene Lebensführung. Sie können Stress-Spitzen abfangen und Veränderungen einleiten helfen. Sie sind jedoch kein Quickfix, um dauerhaft über die eigenen Grenzen zu gehen ( …das gilt natürlich auch für Super-Foods und ähnliche aktuelle Trends).

 

Viele kennen die üblichen Mittel aus der Drogerie, wie Baldrian-Tabletten, Melissengeist oder Beruhigungstees mit Hopfen. Diese Klassiker sind bewährt und daher wollen wir uns an dieser Stelle einmal nicht ganz so bekannten, aber ebenfalls sehr wirkungsvollen Helfern aus Floras Garten widmen.

 

Lindenblüten – Grüße von der Liebesgöttin

Die Linde ist traditionell den Liebesgöttinnen wie Freya, Venus und Aphrodite heilig. Ihre süßen Blüten verströmen einen betörenden Duft, als Tee wirken sie stark beruhigend und entspannend. Sie sind außerdem – die Liebesgöttinnen lassen grüßen – ein wunderbares Mittel, um bei Liebeskummer wieder innerlich auf die Beine zu kommen.

Lindenblüten gehören zu den stärkeren Entspannungshelfern, sie können auch müde machen, was bei Einschlafschwierigkeiten natürlich genau der erwünschte Effekt ist.

 

Lavendel – Reinigung und Klarheit

Wer entspannen möchte, aber keine Müdigkeit gebrauchen kann (also etwas für tagsüber sucht), ist beim Lavendel genau richtig. Egal ob Lavendelblütentee oder auch das ätherische Öl in der Duftlampe: Lavendel wirkt beruhigend, konzentrationsfördernd und zentrierend.

Sein Name kommt vom lateinischen »lavare«, das »waschen« bedeutet und genau so fühlt sich auch die innere Wirkung an. Man fühlt sich gereinigt, erfrischt und wieder in der inneren Mitte. Für geistige Extra-Frische kann man ihn 1:1 mit Minze kombinieren.

Lavendel kann übrigens auch Linderung bei Migräne verschaffen. Er zaubert sie nicht weg, aber er macht sie leichter erträglich und bei Migräne ist jede Hilfe willkommen.

 

Weißdorn – Feenzauber für das Herz

Der Weißdorn ist mittlerweile wieder gut bekannt als Herzpflanze. Er ist traditionell ein Baum der guten Feen und was viele nicht mehr wissen: mit dem Begriff Herzpflanze ist nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Herz gemeint.

Er gehört zu den Pflanzen, die man über längere Zeit einnehmen kann. Der Weißdorn ist nicht ganz so »schnell« wie Lindenblüten oder Lavendel. Er ist mehr eine Pflanze für Situationen, in denen man weiß: Ich muss jetzt eine Weile durchhalten, das geht nicht in ein paar Tagen vorbei.

Wenn es dir möglich ist (das gilt auch für die anderen Pflanzen), dann suche einen Weißdorn in der Natur auf und setze dich zu ihm oder betrachte ihn einfach.

Wir konzentrieren uns heute sehr auf Wirk- und Inhaltsstoffe der Pflanzen, aber es gibt auch noch die geistige Ebene, also die Ausstrahlung und einfach das, was »rüberkommt« beim sanften sich-einfühlen in die Pflanze (wenn man es schwer in Worte fassen kann, hat man es richtig gemacht) – all das hat auch eine Wirkung. Der Mensch kann bekanntlich mehr als nur Brot essen, wie man früher so schön gesagt hat.

 


Rationales Denken und Spiritualität

Viele Menschen beschäftigt in unserer Kultur die Frage: Wie kann ich mich vernünftig mit dem Spirituellen beschäftigen?

Sie spüren – oft nicht zum ersten Mal – dass es sie zu diesen Themen hinzieht. Gleichzeitig gibt es da eine innere Barriere, hinter der eine große Sorge steht: Woher weiß ich, dass ich nicht den Boden unter den Füßen verliere, wenn ich mich damit befasse? Werde ich dann vielleicht irrational oder irgendwie sonderbar?

 

Eine kulturelle Frage…

In meiner Arbeit als Hexe lerne ich viele Menschen mit den unterschiedlichsten Wurzeln kennen und von ihnen kann man einiges lernen über den gelassenen Umgang mit dieser Frage. Das ist nämlich ein sehr westlicher Glaubenssatz: entweder man ist rational bei klarem Verstand oder man ist vernebelt spirituell drauf – sprechen wir es ruhig einmal direkt aus, denn das sind ja die Befürchtungen, die dahinter stehen.

In anderen Teilen der Welt würde sich diese Frage gar nicht stellen. Einer Japanerin oder einem Japaner (sie sind nur ein Beispiel unter vielen) könnte man das nicht weiß machen. Entweder-oder? Wozu die Trennung? Warum nur die Hälfte der eigenen Möglichkeiten nutzen? Nichts spricht dagegen in einem Hochtechnologie-Land zu leben und gleichzeitig Schreine und Tempel zu besuchen, in denen die Ahnen und die unterschiedlichsten Götter verehrt werden.

Wenn wir gerade in Asien sind, auch bei den Chinesen lassen sich knallharte Geschäftsleute vor wichtigen Abschlüssen gerne ein Horoskop erstellen, um sicher zu gehen, dass sie sich in Harmonie mit den kosmischen Einflüssen befinden. In unseren westlichen Breiten gab es die rechte „Stundenwahl“ auch noch vor nicht allzu langer Zeit.

 

Warum nur die Hälfte der Möglichkeiten nutzen?

Um diese Frage aufzugreifen: Wieso sollte man sich also nur auf die eine Hälfte – das Rationale – beschränken? Jeder Mensch hatte schon einmal Vorahnungen oder Erlebnisse, die besonders waren und der alltäglichen Logik widersprachen. Im Grunde weiß also jeder aus eigener Erfahrung, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als mancher meint.

Offensichtlich hat uns Mutter Natur mit beidem ausgestattet: der rationale Geist zum logischen Denken und das intuitive Gespür, unser natürlicher Instinkt, für all die Dinge, die dieser Geist nicht greifen kann oder bei denen er überfordert wäre.

Mittlerweile gibt es auch bei uns erfolgreiche Manager, die sich der Intuition zuwenden. Ihre Erfahrung besagt, dass die heutige Geschäftswelt so komplex ist, dass man rein rational nicht mehr hinterher kommt.

Für sie ist die Intuition ein Weg um Zeit zu sparen und gute Entscheidungen zu treffen. Und zwar solche, bei denen es nicht bloß vorher in der Theorie logisch aussah, sondern bei denen es hinterher wirklich in der Praxis funktioniert.

 

Die Sorge vor dem Irrationalen

Viele Leute haben für sich ganz persönlich die Bedenken: Wenn ich mich damit befasse, vielleicht verfange ich mich dann in etwas sonderbarem und finde den Ausgang nicht mehr?

Diese Sorgen muss man ernst nehmen und auch hier wieder beide Seiten sehen. Auch im Rationalen kann man sich verfangen, sehr sogar. Das sehen wir jeden Tag bei all den Menschen, die aus Sachzwängen und rationalen Erwägungen heraus gegen ihr Gewissen und ihr gesundes Empfinden handeln.

So manchen führt das bis ins Burnout, obwohl das Gefühl schon lange gewarnt hatte, aber das war ja nicht rational genug, als dass man darauf gehört hätte. Wenn wir ehrlich sind, verfangen wir uns alle hin und wieder im Rationalen.

Für die meisten Menschen in unserer Kultur ist das sich-verfangen in der Rationalität ohne den gesunden Ausgleich durch das Gefühl und die Intuition viel gefährlicher und auch realer, als dass ihnen die Intuition den Boden unter den Füßen wegziehen würde.

Um das ganz klar zu sagen: wer das Spirituelle mit dem Herzen, vernünftig und ruhig auch mit einer freundlich-hinterfragenden Haltung erkundet, hat nichts zu befürchten.

 

Der Hunger nach Sinn

Oft rutschen Menschen nur deshalb in eine schwierige Situation hinein, weil sie seelisch und spirituell völlig ausgehungert sind. Da wird gar nicht groß hingeschaut, was man genau macht, Hauptsache man wird erstmal satt.

Man kann das 1:1 mit dem Essen vergleichen, weil es ein ähnliches Bedürfnis ist. Wer lange Zeit so gut wie nichts gegessen hat, stürzt sich auf alles, was er findet. Mit etwas Glück ist es das Richtige, mit etwas Pech läuft man genau den falschen Leuten in die Arme.

Viele füllen die Sinnfrage auch mit anderen Dingen, mit Shopping, mit Status-Symbolen aller Art, mit Geschäftigkeit oder Medienkonsum. Eine Frage stellt sich dabei unweigerlich: Ist diese Art seelisch zu „futtern“ denn so viel besser, als direkt den Hunger nach Sinn einzugestehen und nach Dingen zu suchen, die langfristig „satt“ machen?

Sind beispielsweise Meditation oder ein sinnstiftendes Ritual wirklich so viel abwegiger als die zwanzigste Handtasche, die man in der Hoffnung kauft, sich seelisch satt und glücklicher zu fühlen? Zumal sich dieser Effekt schnell abnutzt und schon muss etwas Neues her.

Für viele ist ein guter Anfang gemacht, wenn sie sich eingestehen: Ja, ich habe spirituellen Hunger – und nein, ich weiß noch nicht, was mir „schmeckt“. Ich habe ein paar Ideen, aber ich muss erst noch probieren. Das ist eine klare Ansage und daraus kann man etwas machen. Ein paar Tipps für den Start findet ihr im folgenden.

 

Gute Grundregeln für den Start

Mache nichts, bei dem deine innere Stimme dich warnt und sei es ein noch so kleines Ziehen in der Magengegend. Selbst wenn du es nicht begründen kannst: es läuft doch nichts weg. Du hast Zeit. Es gibt keinen guten Grund zu hetzen, aber manchmal sehr gute Gründe für eine Pause zum nachdenken.

Lass dich nicht von deinem „Hunger“ überrollen, zum Beispiel im Schwung der Euphorie, sondern wähle bewusst aus.

Stelle Fragen, vor allem auch dir selbst. Warum zieht mich das so an? Was erwarte ich mir? Du musst es nicht zerpflücken und kleinreden, aber es ist gut, die eigenen Motive zu kennen.

Probiere, lege dich nicht gleich fest. Gerade Anfänger definieren sich gerne, das gibt einfach Halt. Es kann aber auch dazu führen, dass man zu eng denkt und z.B. an LehrerInnen gerät, die alles in Gut- und Schlecht-Schubladen einsortieren. Damit steckst du schnell fest, anstatt dich frei zu entfalten.

Du musst nicht als ErsteR im Ziel ankommen. Es geht um den Weg an sich. Du musst keine Leistung erbringen, keine Stufen erklimmen, nicht die oder der Beste sein und auch nicht vor allen anderen glänzen.

Alles wird kommen, wenn die Zeit dafür reif ist. Bis dahin gehe deinen Weg. Danach passiert nämlich nichts großartiges: du gehst auch nach einem „Aufstieg“ weiter deinen Weg, mit Höhen und Tiefen. Jeder, der dir spirituelle Knalleffekte oder ein ewiges Verweilen auf Wolke 7 verspricht, spielt mit deiner Unerfahrenheit. Darum geht es nämlich gar nicht, es geht um Sinn, um spirituelles zu-Hause-sein und auch darum, sich immer wieder neu zu finden und zu entwickeln.

 



Die Top 5 Fragen zum Kartenlegen

Das Kartenlegen ist noch immer eine spannende und auch ein wenig geheimnisvolle Angelegenheit. Wir können uns der Sache annähern, aber wie jedes echte Mysterium behalten die Karten immer ein paar Geheimnisse für sich.

Viele Wahrheiten, Halbwahrheiten und Legenden ranken sich bis heute um den Blick in das »Buch des Schicksals«, wie sie früher genannt wurden.

Hier sind die Top 5 der Fragen rund um das Kartenlegen.

 

1 Wie funktioniert das Kartenlegen? Wie kann es sein, dass diese Bilder auf mein Leben Bezug nehmen? Woher wissen die Karten das?

Es gibt viele Begründungen dafür, wie das Kartenlegen funktioniert. Das kommt auch immer auf die jeweilige Philosophie an. Manche sehen darin das Wirken von spirituellen Helfern, andere sehen Synchronizitäten und das Unterbewusstsein am Werk.

Wenn wir es so neutral wie möglich betrachten, kann man sagen: kein Lebewesen ist eine Insel. Wir sind miteinander verbunden, sozial, emotional und auch auf einer höheren geistigen Ebene.

Selbst Menschen, die nicht an spirituelle Dinge glauben, hatten schon Vorahnungen oder wussten z.B. einfach, dass eine bestimmte Sache klappt oder schiefgeht. Sie wussten nicht warum, aber ihr Gefühl hat ihnen mit 100%iger Sicherheit gesagt, dass es so ausgeht und genau so kam es dann auch.

Die Karten setzen an dieser Stelle an, sie sind so etwas wie Werkzeuge. Manchmal ist unser Bauchgefühl schwach und die Intuition ist von Wünschen, Ängsten oder der Hektik des Alltags überlagert. Viele haben nie gelernt auf diese innere Stimme zu hören. Kurz gesagt: man kommt nicht ran an das, was man eigentlich innerlich schon weiß. An dieser Stelle bauen die Karten eine Brücke, mit ihren Bildern machen sie sichtbar, was bereits in der Luft liegt.

 

2 Welche Fragen werden den Karten gestellt?

Nach landläufiger Meinung lassen sich vor allem unglücklich Verliebte auf der Suche nach einem Hoffnungsschimmer die Karten legen. Natürlich werden die Karten auch in allen Fragen rund um die Liebe befragt, aber das ist bei weitem nicht alles.

Wer die Karten befragt hat dafür so viele Gründe, wie das Leben vielfältig ist. Oft geht es um Entscheidungen, von denen viel abhängt. Genauso oft aber auch um Situationen, in denen eine gewisse Stagnation herrscht, die man auflösen möchte. Die meisten Leute möchten einfach wissen, woran sie sind, was tendenziell auf sie zukommt und was sie tun können, um etwas zu bestärken oder zu verhindern – je nachdem, wie die Vorzeichen stehen.

Viele Menschen, die Verantwortung tragen, befragen die Karten, um mit ihnen einen zusätzlichen Blick auf ihre Pläne zu bekommen und eventuell übersehene Aspekte zu erfahren. Die meisten, die sich die Karten legen lassen, sind nicht besonders schicksalsgläubig. Sie wollen einfach zusätzliche Informationen, die sie in ihre Entscheidungen mit einfließen lassen können.

 

3 Muss man daran glauben, damit es funktioniert?

Das ist nicht notwendig und man muss auch keinem speziellen geistigen Weg folgen, wenn man die Karten befragen möchte. Menschen mit und ohne Religion oder spirituellem Weg befragen die Karten gleichermaßen.

Auch Skeptiker und Atheisten legen Karten. Für sie ist das Kartenlegen natürlich kein Gespräch mit den Göttern oder ein sich-abstimmen mit dem Schicksal. Die meisten sehen eher das Unterbewusstsein als treibende Kraft dahinter. Das Wieso und Warum ist letztendlich völlig nebensächlich. Zum Schluss zählt, dass man treffenden und hilfreichen Rat von den Karten bekommt.

 

4 Was kommt danach? Wie geht man mit den Ergebnissen am besten um?

Das kommt natürlich darauf an, was die Karten gesagt haben. Einfach gesagt ist es so: es gibt Situationen, die völlig frei gestaltbar sind. Dann gibt es Situationen, die man teilweise gestalten kann und teilweise nicht in der Hand hat. Und dann gibt es auch noch Dinge, die tatsächlich Schicksal sind.

In einer normalen Kartenlegung landet man meist im Mittelfeld: manches ist veränderbar, anderes liegt nicht in den eigenen Händen. Bei den veränderbaren Dingen kann man dann ansetzen, um das Beste herauszuholen. Bei den vorbestimmten Dingen ist man entsprechend vorbereitet und kann auch sie so gut wie möglich angehen.

 

5 Kann jeder Kartenlegen lernen?

Bis zu einem gewissen Punkt auf jeden Fall. Wir alle haben unsere natürlichen Begabungen. Man kann das ganz gut mit Mathematik vergleichen, nicht jeder ist ein As in Mathe, aber die Grundrechenarten bekommen so gut wie alle hin.

Übertragen auf das Kartenlegen bedeutet das: die rein technischen Aspekte bekommt jeder hin. Also die Bedeutungen zu lernen und sie auf eine gestellte Frage anzuwenden. Anfangs holpert das noch ein bisschen, aber mit der Zeit wird es immer flüssiger.

Anschließend zeigt sich mit der Zeit und viel Übung, wie weit man kommen wird. Das kann man vorher nicht wissen. Manche sind anfangs nicht besonders begabt, aber mit wachsender Erfahrung macht es plötzlich »klick« und ab dann entwickelt es sich wunderbar. Andere haben anfangs tolle Treffer, kommen irgendwann aber nicht mehr weiter, weil sie ihren Punkt bereits erreicht haben.

Man muss vorher nicht sichtbar intuitiv begabt gewesen sein. Bei vielen Menschen schläft die innere Stimme. Sie wissen gar nicht, was sie eigentlich können und sind selbst ganz erstaunt, wie gut das klappt, wenn sie es probieren.