Die Sterne 2017

Wie im letzten Jahr starten wir stilecht mit einem Blick in die Sterne ins neue Jahr. So ein Horoskop ist streng genommen eine Stunden-Schau. Wörtlich bedeutet es: die Stunde ansehen. Hora ist die Stunde und skopein bedeutet beobachten. So wie ein Mikroskop wörtlich ein »Klein-Beobachter« ist. Heute sehen wir Zeit oft quantitativ, also abgezählt in Stunden, Wochen, Minuten, Jahre usw. Früher sah man Zeit aber auch qualitativ, also ob sie für bestimmte Vorhaben günstig oder ungünstig war.

Die Rückkehr der Mondkalender bei uns hat vielen das alte Wissen um die Zeitqualität wieder zugänglich gemacht. Man kennt das auch vom eigenen Bauchgefühl. Manchmal weiß man einfach, dass man etwas besser gleich macht oder man spürt, dass man noch abwarten soll. Und manchmal spürt man, dass »die Luft raus ist« und aus der Sache beim besten Wille nichts mehr wird.

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Schon die alten Griechen wußten das, sie hatten es sogar als Gottheiten personifiziert. Da war einmal Chronos. Er war der Lauf der Zeit. Sein Name steckt heute noch im Chronographen, der Uhr. Er wurde in der klassichen Malerei auch gerne mit einem Stundenglas dargestellt: die Zeit läuft. Eine Sense gehört ebenfalls zu seinen Attributen: Zeit, die vergangen ist, kommt nie mehr zurück, sie liegt wie abgeschnitten hinter einem.

Aber dann gab es ja auch noch Kairos. Kairos war der günstige Zeitpunkt, die »rechte Zeit« für ein Vorhaben. Sozusagen die von den Göttern geschenkte Stunde, in der man etwas verwirklichen kann, in der die Tür für ein Vorhaben offensteht (sogar die Bibel verwendet den Begriff in diesem Sinne: als das Zeitfenster, das Gott für ein Vorhaben gibt).

Nach altem Glauben hängt alles miteinander zusammen und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Menschen die Sterne als sichtbare Taktgeber der Götter sahen. Oftmals hingen Ernte und Aussaat direkt mit dem Erscheinen bestimmter Gestirne zusammen. Bis heute hängt unser Kalender am Lauf der Sonne.

Die Sterne fungierten als Zeichen der Götter (mehr dazu auch im Sternschnuppen-Beitrag aus dem August) und jetzt kommen wir auch endlich beim Horoskop an: wie die Sterne stehen bedeutet in gewisser Weise, wie die Götter stehen. Die Planeten haben nicht zufällig überall auf der Welt die Namen von Gottheiten. Natur-Spiritualität war nichts abstraktes, kein »Symbol für…«, wie das heute gerne in die psychologische Richtung gebogen wird. Dann fangen wir mal an!

 

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Die Liebe

In der Liebe schaut man klassischerweise, was im Zeichen Waage los ist. Die Waage regiert das 7. Haus im Horoskop, das die Beziehung vom Ich zum Du umfasst. Sie ist ein Kind der Liebesgöttin Venus und des Elements Luft und welche Freude: genau am Valentinstag (14.2.) verlässt Lilith die Waage. Jetzt wird vieles leichter, was zuvor kompliziert und mühselig war – ganz besonders durch den Einfluss dritter Personen, die hineinfunken.

Wie im letzten Jahr ist Glücksplanet Jupiter noch bis zum Oktober zu Besuch in der Waage. Das Jahr ist also generell »gut gepolstert« in Sachen Liebe. Zum Schluss kommen auch noch Kommunikationsgenie Merkur und die strahlend-warme Sonne vorbei (der tatkräftige Mars schließt sich ihnen gleich danach an). Der Herbst ist 2017 also die stärkste Zeit für die Liebe. Jetzt oder nie – so schnell kommt Jupiter nicht wieder in der Waage vorbei.

 

Die Finanzen

Der Stier regiert das 2. Haus, da befinden sich die finanziellen Themen (aber auch: Wohlstand, Besitz usw., nicht nur »flüssiges« Geld). Dieser Bereich wird – Stiergeborene wissen es natürlich – von Mitte April bis Mitte Mai von der Sonne besucht. Diesmal kommt der geschäftstüchtige Merkur gleich mit. Diese Zeitspanne ist die beste Zeit für finanzielle Veränderungen, die Früchte tragen sollen.

Im Juni kommt noch einmal die Venus vorbei, jetzt kann man auch mit den schönen Dingen des Lebens Geld verdienen. Wer im weitesten Sinne in den Bereichen: Kunst, Beauty, Kreativität, (Körper)Harmonisierung, Gestaltung, Dekoration, Wohnen usw. arbeitet, sollte im Juni seine Bemühungen besonders intensivieren, sie tragen anschließend doppelt Früchte.

 

Die spirituelle Grundstimmung

Neptun befindet sich weiterhin in den Fischen (bis 2026) und färbt die Zeit seit 2011 mit seinen sanften, intuitiven Schwingungen ein. Ich sehe das auch in meiner Arbeit: früher wurde ich oft nach festen Definitionen für dieses oder möglichst rationalen Erklärungen für jenes gefragt.

Diese Härte und das eng-umreißen-müssen sind einem neuen Impuls gewichen: die Menschen wollen wieder spüren. Sie wollen sich selbst verbinden mit der spirituellem Kraft. Und zwar auf der essentiellen Ebene, die viel tiefer geht, als es Definitionen oder auch nur Worte jemals könnten.

Genau das ist Neptun in den Fischen!

Er bedeutet natürlich auch, dass man manchmal »ins schwimmen« kommen kann. Auch das sieht man jetzt öfter: manche verrennen sich in Ideen, je unwahrscheinlicher, desto besser. Gurus und Heilsversprecher haben ungeahnten Zulauf. Das sich-verbinden-wollen kann umschlagen in sich-auflösen-wollen, man will keine Verantwortung mehr für das eigene Leben übernehmen

Doch das ozeanische Gefühl der Verbundenheit ist nur ein Teil im bunten Puzzle des Lebens. Wer sich zu lange daran berauscht, wird eines Tages ziemlich verkatert aufwachen. Und hoffentlich nicht gleich dem nächsten rausch-versprechenden Konzept hinterher rennen.

Sucht und Rausch sind Neptun-Themen. Wie alles andere kann auch Spiritualität zur Droge werden. Wer ständig »neuen Stoff« braucht, am besten stärker als das »Zeug« zuvor, sollte auf sich aufpassen. Erdung bringt Klarheit, am besten ganz direkt: Füße auf den Erdboden, Bäume umarmen und ihre Stärke spüren, die Schwere von Steinen wahrnehmen. Mutter Natur weiß Rat!

Anfang Dezember ergibt sich eine besondere Sternstunde (woher dieser Begriff kommt, wissen wir ja nun), ein Trigon aus Neptun in den Fischen und Jupiter, der nun im Skorpion weilt. Aus der Tiefe kommen neue Impulse, die einen Quantensprung ermöglichen. Das ist Magie pur. Jetzt kann man Probleme in Gold verwandeln, frei nach dem englischen Sprichwort: Turn your scars into stars! (frei: Verwandele deine Narben in Glückssterne.)

 

Die besondere Kraft des Jahres 2017

Revoluzzer Uranus bleibt im Widder bis 2019, an der chaotischen Gesamtlage der Welt wird sich jetzt wenig ändern.

Dazu stehen im März und im September Jupiter und Pluto in spannungsreicher Beziehung. Der verheißungsvolle, aber auch sehr ethische Jupiter schlägt sich mit dem tiefsinnig-machtorientierten Pluto herum, der ihn als aufgeblasenen Glückskeks betrachtet. Die beiden werden keine Freunde. In dieser Zeit ist es schwer, neue Dinge aufzubauen. Statt die eigenen Kräfte zu verschwenden ist eine Zeit der Ruhe die bessere Idee. Manchmal kommt man mit abwarten schneller als Ziel. Paradox, aber wahr.

In der Hinsicht können wir viel von der chinesischen Astrologie lernen, die man fast als »Astrologie zur Vermeidung von Kraftverschwendung« bezeichnen könnte. Zur falschen Zeit etwas wichtiges beginnen? Niemals! Sogar knallharte Geschäftsleute hören auf den Rat der Sterne. Wer in Übereinstimmung mit dem Universum handelt hat beste Erfolge, nicht nur mittelmäßige.

Auch unsere Astrologie weiß, die richtige Sache zur falschen Zeit wird einfach nicht gelingen. Es ist so simpel, wie unsere Großmütter ganz selbstverständlich meinten: Alles zu seiner Zeit.