Fragen an die Karten: Spirituelles

Im letzten Teil der Reihe zu den Fragen an die Karten geht es um das Thema Spiritualität. Dabei geht es um das, was uns Halt, Verbindung und Sinn im Leben gibt. Es geht um die Fragen zwischen den Zeilen des Lebens.

 

Manchmal ist der Kontakt zu den eigenen Wurzeln abgerissen und es steht die Frage im Raum: „Was ist mein spiritueller Weg? Es gibt so vieles. Ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll und möchte nicht in die völlig falsche Richtung gehen.“ Da schwingt die Hoffnung mit, dass einem die Karten vielleicht den richtigen Weg verschreiben könnten.

Ganz so einfach geht es nicht, Hilfe ist aber trotzdem möglich. Die Karten können Felder beleuchten, die als nächster Schritt eine gute Wahl sind. Es heißt schließlich spiritueller Weg. Ihr werdet nicht am gleichen Punkt bleiben, einen Weg geht man und entwickelt sich dabei weiter. Ihr werdet verschiedene Dinge erkunden, neue Horizonte kennenlernen und dadurch ein breites Bild bekommen.

Die Frage nach dem spirituellen Weg ist in Wirklichkeit eine Frage nach einem guten nächsten Startpunkt und da können die Karten helfen.

Übrigens – das muss auch gesagt werden – sind Umwege nicht das Drama, das unser westliche Leistungsdenken aus ihnen macht. In Asien sagt man: Hast du es eilig, gehe einen Umweg. Die afroamerikanischen Traditionen kennen das Sprichwort: Evil travels in straight lines. (Das Böse kommt auf geraden Wegen daher). Die unterschiedlichsten Traditionen sind zu dem Schluss gekommen, dass zu viel Strebsamkeit geradewegs ins Schlamassel führt und so mancher Umweg eine Bereicherung wird.

 

Es gibt auch viele Fragen zur Bestimmung. Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe? Diesen Fragen kann man sich mit den Karten behutsam annähern. Das funktioniert natürlich nicht nach dem Motto: Hier sind die Aussagen der Karten, Häkchen dran.

Die eigene Bestimmung ist auch kein Wellness. Das heutige Glücks-Denken führt manchmal dazu, dass der Eindruck entsteht: Wenn ich nur erst einmal meiner Bestimmung folge, werde ich mich großartig fühlen. Das ist Fast-Food-Spiritualität, die alles auf einfache Formeln runterbricht, weil sich das gut verkaufen lässt. Doch die eigenen Wege werden auch mit Bestimmung manchmal steinig sein.

In manchen Kulturen wird bis heute ein Orakel gemacht, wenn ein Kind auf die Welt kommt. Warum bist du hier? Was bringst du in unsere Gemeinschaft ein? Welches sind deine Aufgaben? Was ist dein Weg? Oft bezieht sich dann der Name des Kindes auf seine Bestimmung.

Einfach ist es deshalb nicht gleich. Man kennt den Weg. Die Herausforderungen ihn zu gehen bleiben allerdings. Dass man in Harmonie mit seiner Bestimmung ist bedeutet nicht, dass einem das Leben den roten Teppich ausrollt – davon können alle Menschen ein Lied singen, deren Bestimmung es ist, für das Gute und für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Es ist gut zu wissen, aus welchem Holz man geschnitzt ist. Jeder von uns hat sein Naturell und dagegen anzuleben macht einen unglücklich. »Erkenne dich selbst!« stand als Motto über dem Orakel von Delphi. Dabei können auch die Karten hilfreich sein, aber danach geht es im echten Leben erst richtig los.

 

Viele sind auch schon in einer bestimmten Richtung unterwegs und brauchen einfach mal Input: Passt das noch? Soll ich es vertiefen? Winkt bereits etwas anderes? Manchmal will man einfach mal einen Impuls von außen und den können die Karten ebenfalls geben.

 

Natürlich gehören auch die Fragen zur »anderen Seite« zum spirituellen Bereich beim Kartenlegen. Sei das, dass eine verstorbene, alte Vorbesitzerin sich noch als Geist im Haus sehen lässt oder dass man einfach noch eine wichtige Frage hat, zum Beispiel etwas ungeklärtes. Solche Fragen behandele ich mit Samthandschuhen, denn sie sind sehr persönlich und dicht am Herzen.

Auch unklare Erlebnisse oder Energien kann man mit den Karten unter die Lupe nehmen. Das geht manchmal fließend in den Bereich Schutz über, wenn es um schwierige Orte oder Beziehungen geht.

 

Natürlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt der Fragen. Gerade beim Thema Spiritualität sind die Fragen breit gefächert. Jeder steht an einer anderen Stelle, jeder hat seine ganz persönlichen Fragen an die Karten.