Kartenlegen mit Skatkarten

Als ich ein kleines Mädchen war, hieß es bei uns: die schwarzen Karten (Pik, Kreuz) stehen für Unglück und die roten (Herz, Karo) zeigen glückliche Veränderungen an. Je höher der Wert einer Karte, desto mehr Glück oder Unglück würde einen in der Zukunft erwarten.
Auch die Personenkarten waren nach diesem Muster in: richtig gut, gut, schlecht oder richtig schlecht unterteilt. Denn Pik versprach noch miesere Aussichten als Kreuz und Karo war nur eine Art lauwarme Vorstufe zu den glücksbringenden Herzkarten. Ganz so einfach ist das natürlich nicht, aber was ist schon einfach bei den Skatkarten?

Man sollte meinen, dass man mit 32 Karten besonders übersichtliche und klare Orakelbefragungen erstellen kann, doch ausgerechnet bei den Skatkarten herrscht oft die blanke Verwirrung. Jedes Buch beschreibt ein anderes System und manche Autoren bringen offensichtlich auch noch die Pik- und Kreuzkarten durcheinander.
Andere beziehen verkehrte Karten mit ein. Selbst da, wo man anhand des Motivs gar nicht sagen kann, ob die Karte gerade verkehrt herum liegt. Als Verlegenheitslösung wird dann das Markieren von oben und unten auf den Karten empfohlen. Aber sind die Skatkarten wirklich so kompliziert?
Zur Ehrenrettung der unterschiedlichen Autoren muss gesagt werden, dass die Skatkarten tatsächlich mit einem arbeiten. Stärker als bei anderen Orakeln entwickelt man eine eigene "Sprache" miteinander.
Das liegt nicht zuletzt an den fehlenden Bildern (im Vergleich zum Tarot oder den Lenormandkarten) auf den Karten. Beim Skat kann man sich nicht an einem Motiv festhalten und es zum Ausgangspunkt der Deutungen machen. Skatkarten haben eine Zahl oder eine Person und dann eben die vier verschiedenen Farben. Das fordert die Intuition heraus und führt zwangsläufig zu individuellen Varianten in der Deutung.
Grundsätzlich unterscheidet sich die Aufteilung der Skatkarten in vier Farben nicht von den vier Gruppen der kleinen Arkana im Tarot:
Französisches Blatt
| Deutsches Blatt
| Tarotkarten
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| Kreuz / Treff | Eichel | Stäbe |
| Herz | Herz / Rot | Kelche |
| Pik | Blatt / Grün | Schwerter |
| Karo | Schellen | Münzen |
Wie auf der Seite zu den Spielkarten bereits erwähnt, kann man sich trefflich darüber streiten, welche Karten zuerst da waren. Fakt ist aber: es gibt auffällige Übereinstimmungen.
Bis heute haftet den Skatkarten als Orakelmethode ein Hauch von Nostalgie an. Sozusagen das Orakel der einfachen, handfesten Leute, im Vergleich zu den eher kabbalistisch geprägten Tarotkarten, mit denen sich früher eher die elitären Kreise in geheimen Orden und Logen befassten. Die Skatkarten haben etwas gemütliches an sich und die meisten von uns kennen sie seit Kindertagen, als wir auf dem Schulhof mit ihnen gezockt haben. ;)
Aus diesen Kindheitserinnerungen heraus verwende ich bis heute lieber das deutsche Blatt. In diesem Fall enstpricht der Ober natürlich der Dame und der Unter dem Buben.
Grundsätzliche Themen
Einen kleinen Überblick über die grundsätzlichen Themen der vier Farben finden Sie in der folgenden Tabelle. Sie sind den Tarotkarten sehr nahe in den Bedeutungen. Wer gerne Tarot legt, wird das ein oder andere darin wieder erkennen!
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| Alles rund um bewegliche Themen und Zuwächse. Die Eichel steht für die wachsende (Lebens)Kraft und gehört zum Element Feuer. Sie entspricht den Stäben im Tarot, welche ebenfalls oft mit Blättchen dargestellt werden, um die Kraft der Erneuerung anzuzeigen. Beachte einmal genau die Form des "Kreuzes", es könnte auch ein stilisierter Baum oder Zweig sein! |
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| Alles rund um die Emotionen, Gefühle und Geborgenheit. Das Herz entspricht den Kelchen im Tarot, die ebenfalls die Emotionen in einer Situation beleuchten. Die Liebe in all ihren Formen (zu denen auch Freundschaften usw. gehören). Ihr Element ist natürlich das Element der Gefühle, das Wasser. |
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| Alles rund um schwierige Situationen, alle Dinge, die von Motivationstrainern so gerne als "Herausforderungen" bezeichnet werden. Früher nahm man da kein Blatt (sic!) vor den Mund und sprach schlicht und einfach von Ärger. Das trifft´s dann auch. Die Spitze der Pikkarten lässt uns entfernt an die Spitze der Schwerter im Tarot denken und genau wie diese gehört es zum Element Luft. Schneidend, wie eine kalte Brise. |
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| Alles rund um die handfesten Themen des Lebens (Geld, Gesundheit, Körper, Wohlbefinden, Immobilien, Besitz, weltliche Dinge aller Art) - genau wie die Münzen im Tarot. Das dazu gehörende Element ist natürlich die Erde. |
... dies ist das System, nach dem ich arbeite. Wie oben bereits angeschnitten, gibt es zahlreiche weitere Systeme, meine Buchtipps zum Kartenlegen mit Skatkarten findet ihr hier in der Bibliothek und in meinem Video zu den Skatkarten auf Youtube. Die empfohlenen Bücher sind nicht einheitlich und weichen z.T. stark von einander ab, trotzdem sind sie - jedes für sich - eine gute Einheit, um mit den Skatkarten zu beginnen.
Am besten probiert man es einfach aus und gleicht die Ergebnisse mit der Realität ab. Zum Erlernen sollte man unbedingt bei einem (!) System bleiben. Später kann man es immer noch ergänzen oder sogar ganz über Bord werfen, doch wer mehrere Systeme gleichzeitig verwendet, dem schwimmen die Deutungen davon, bevor er überhaupt angefangen hat.
