Fragen zum Kartenlegen

Seit wann legen Sie Karten?

Ich habe das Tarot ab 1994 durch meine Mutter kennengelernt. In der DDR waren diese Dinge noch verboten und wurden von der Stasi verfolgt. Doch auch kurz nach der Wende gab es weder eine Esoterikecke im Buchladen, noch das Internet. Die wenigen Bücher, die man bekam, waren oft knapp und dogmatisch geschrieben, so dass man sich vieles selbst erarbeiten mußte.

Zuerst habe ich in der Familie und für Freunde die Karten gelegt und dabei zehn Jahre praktische Erfahrungen gesammelt. Seit 2004 arbeite ich hauptberuflich als Kartenlegerin.

 

Wie lange dauert es, bis Sie mir antworten?

Selbstverständlich werden alle Zuschriften so schnell wie möglich beantwortet und zwar von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Ich arbeite persönlich und diskret für Sie, es gibt also keine dritten Personen, die Ihr Anliegen zu Gesicht bekommen.

Je nachdem, wie viele Anfragen es gerade gibt, kann es zwischen ein bis drei Werktagen dauern, bis ich antworten kann. Kleine Wartezeiten sind also möglich, dafür können Sie sicher sein, dass Ihre Anfrage persönlich und vertraulich behandelt wird.

 

Mit welchen Karten arbeiten Sie?

Ich arbeite je nach Fragestellung mit Tarotkarten oder dem Lenormand und manchmal auch mit dem guten, alten Skatspiel.

 

Wie spricht man Dich/Sie an?

Sehr gerne mit „Du“. Wem das „Sie“ lieber ist, der kann es mich einfach wissen lassen, aber in den meisten Fällen bin ich mit meinen Kunden per Du. Das ist viel persönlicher und ich denke Höflichkeit kommt am besten im gegenseitigen Respekt zum Ausdruck und nicht unbedingt in Förmlichkeiten.

 

Kann ich mir die Karten aussuchen, mit denen Sie für mich legen?

Wenn Sie ein Kartendeck (Tarot, Lenormand oder Skat) bevorzugen, lassen Sie es mich wissen, ich beziehe das gerne mit ein. Einige meiner KundInnen haben ihre Vorlieben, weil sie selbst gerne mit bestimmten Karten legen oder eine Sorte Karten lieber mögen und schon viel Gutes von ihnen gehört haben.

 

Benötigen Sie Geburtsdaten, Fotos oder anderes für eine Kartenlegung?

Wenn möglich ja. Es funktioniert auch ohne, aber für die Zuordnung von Personenkarten oder um die Karten z.B. über ein Haus zu legen, sind solche Details eine große Hilfe. Selbstverständlich werden alle Daten diskret behandelt und nach der Beratung gelöscht.

Manche möchten nicht zu viel preisgeben. Ich kann in einer Analyse z.B. auch mit den Anfangsbuchstaben von Namen arbeiten. Dann brauche ich aber Hinweise zur Haarfarbe und Augenfarbe der betreffenden Personen oder zu ihrem Naturel (z.B. lebhaft, ruhig, aufbrausend, meist ausgeglichen usw.).

Wie gesagt: diese Angaben sind nur für den Zweck bestimmt, Personenkarten auf den ersten Blick den richtigen Beteiligten zuordnen zu können, die Karten haben nunmal keine Namensschildchen.

 

Wie kann Kartenlegen online per Email oder Brief funktionieren?

Als ich begonnen habe schwarz auf weiß zu arbeiten, war das vor allem für Ratsuchende, die durch den Job oder die Familie so eingespannt waren, dass sie kaum telefonische Termine planen konnten. Ich habe es unter Vorbehalt probiert und gesagt: Wir können es versuchen, aber ich weiß nicht, ob es funktioniert. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen, die Kunden von damals sind immer noch treue Stammkunden und es hat sich bewährt.

Beim Kartenlegen geht es nicht darum, die äußere Erscheinung oder feine Nuancen in der Stimme auszulesen und als neue Informationen zu verkaufen. Diese Methode wird auch als cold reading bezeichnet und beruht darauf, den anderen im Gespräch genau zu beobachten.

Echtes Kartenlegen bezieht die Informationen von der spirituellen Ebene. Man fragt ab, was zu einem Thema in der Luft liegt, man macht sichtbar, was sich sonst (noch) nicht konkret greifen lässt und beleuchtet die Hintergründe.

Kartenlegen im Gespräch ist eine wunderbare Sache, ich habe früher viel telefonisch gearbeitet. Aber mit der Zeit wurde immer deutlicher: wenn ich alleine über den Karten sitze, steigen leichter innere Bilder auf, weil es keine Ablenkungen durch das Gespräch nebenher gibt. Ich arbeite also mehr wie ein Medium.

Jede Kartenlegerin ist anders und hat ihre bevorzugte Methode. Manche bestehen darauf, dass die Kunden ihnen direkt gegenüber sitzen, andere bevorzugen telefonische Gespräche oder eben schriftliche Analysen. Jede Richtung hat ihre Fans und genauso gibt es Leute, die etwas anderes lieber mögen. Wichtig ist, dass man das wählt, was zu einem passt.

 

Spezielle Terminwünsche…

Normalerweise lege ich die Karten immer am nächstmöglichen Termin, aber manchmal gibt es auch spezielle Wünsche.

Sei es, dass die Karten bitte nicht am 13. eines Monats gelegt werden sollen oder dass sich jemand eine Kartenlegung zum Vollmond, am Namenstag oder an seinem persönlichen Glücks-Wochentag wünscht. Ich gehe gern darauf ein, wenn es möglich ist. Lassen Sie es mich einfach wissen.

 

Kann man sich mal eine Beispiellegung anschauen?

Diesen Wunsch verstehe ich sehr gut, schließlich kauft niemand gerne die Katze im Sack. Aber beim Kartenlegen ist das naturgemäß schwierig. Beispiele hätte ich genug, doch die Karten antworten immer auf die Fragen dieser einen Person und alle anderen können damit nicht viel anfangen.

Ich kann Ihnen aber gerne näheres zu den Analysen an sich sagen. Bei einem Thema (z.B. wie es in der Liebe weitergeht) erwarten Sie zwei bis drei Seiten vom Umfang her. Ich erkläre dabei auch die gezogenen Karten und zeige, wie sie sich auf Ihr Thema beziehen.

Meine Kunden bekommen das ganze Bild. Bei vielen Kartenlegern bekommt man ein Ergebnis verkündet und wird damit alleine gelassen. Das hinterlässt automatisch ein schales Gefühl: Wie kommt er oder sie darauf? Warum sagen die Karten genau das und nichts anderes? Am Ende hat man mehr neue Fragen als Antworten. Damit ist niemandem geholfen und daher lasse ich mir gerne in die Karten schauen. Nur wenn man sie nachvollziehen kann, kann man den Rat der Karten auch wirklich annehmen.

 

Wie lange arbeiten Sie an einer Analyse?

Das hängt natürlich vom Umfang der Fragen bzw. Themen ab und davon, ob ein Kartenbild leicht zugänglich oder kompliziert zu deuten ist.

Bei einem Thema (wie zum Beispiel der Liebe oder dem Job) sitze ich etwa eine Stunde an der Analyse. Das ist generell das Minimum, das ich einplane, denn Kartenlegen und Zeitdruck schließen sich gegenseitig aus. Man weiß vorher nie, wie lange es dauern wird. Das hängt davon ab, was die Karten zu erzählen haben.

 

Warum sind die Wartezeiten beim Kartenlegen manchmal so lang?

Weil ich in Ruhe und mit Sorgfalt arbeite. Manchmal gibt es sehr viele Anfragen auf einmal und dann knubbelt es sich bei den Analysen. Ich würde mir auch oft wünschen, dass es kürzer ist. Trotzdem mache ich keine faulen Kompromisse. Jeder Einzelne hat ein wichtiges Anliegen, sonst würde man nicht extra die Karten dazu befragen. Das erfordert genaue Arbeit, die jedes Detail im Blick hat.

Kartenlegen ist zudem eine mediale Tätigkeit, man muss sich gewissermaßen »hineinfallen« lassen und taucht anschließend wieder auf, mit den Informationen, die man gesehen hat. Das erfordert Kraft, wenn man es sorgfältig macht. Daher kann man nicht unbegrenzt viele Analysen am Tag erstellen. Man muss sich auf jeden Einzelnen neu einstellen und in sein Anliegen und seine Karten eintauchen.

 

Wenn Sie etwas Negatives sehen, könnten Sie das außen vor lassen?

In den Analysen wird grundsätzlich alles lösungsorientiert betrachtet. Wenn man in einer bestimmten Situation erst einmal etwas Aufbauendes braucht, bevor man sich später mit schwierigen Aspekten auseinandersetzen kann, dann respektiere ich das.

Manche wollen klipp und klar wissen wie es aussieht. Andere wollen lieber den sanften Weg gehen und sich schrittweise herantasten. Das ist einfach eine Frage des persönlichen Naturells und ich gehe gerne darauf ein.

Natürlich deute ich nichts um. Aber ich verstehe sehr gut, dass man manchmal erst wieder festen Boden unter die Füße bekommen muss, bevor man die Kraft hat, sich negativen Dingen zu stellen. Entsprechend schaue ich dann auf die konkreten Ansatzpunkte, wie man weitermachen kann und lasse die schwierigen Aspekte erst einmal beiseite.

 

Brauchen Sie eine bestimmte Fragestellung von mir um die Karten zu befragen?

Manchmal sind klare Fragen der beste Weg, aber in vielen Fällen reicht es aus, wenn ich weiß, was in der Schwebe ist und was einem dazu durch den Kopf geht. Ganz allgemein geht es natürlich nicht. Das wäre so, als würde man zum Arzt gehen und auf die Frage nach den Beschwerden antworten: Sie sind der Arzt, sagen Sie es mir. Man braucht also einen Ausgangspunkt, alles weitere erzählen die Karten dann ganz von selbst.

Sie müssen sich keine Gedanken machen wegen der Fragestellung. Sollte ein Anliegen so formuliert sein, dass man die Karten nicht darauf legen kann, mache ich Ihnen Vorschläge, wie man es anders formulieren kann, damit die Karten die Fragestellung klar und präzise beantworten können.

 

Was ist wenn ich eine Rückfrage habe?

Dann stellen Sie sie einfach. Normale Rückfragen zum Verständnis der Legung (wie man sie auch in einem Gespräch stellen würde) sind im Honorar inbegriffen. Wobei sie binnen sieben Tagen nach der Legung bei mir eingehen sollten, damit ich die Karten noch frisch in Erinnerung habe.

 

Sind Sie eine Wahrsagerin/ ein Medium/ eine Hellseherin?

Wenn man es hart aber herzlich sagt: reines Wahrsagen bedeutet im eigenen Leben zum Zuschauer zu werden. Es macht leicht abhängig, denn schnell verschieben sich die Grenzen und plötzlich jagt man guten Kartenbildern hinterher, anstatt im täglichen Leben nach Verbesserungen zu streben.

Heutiges Kartenlegen hat einen anderen Ansatz als früher, weil wir heute in einer anderen Welt leben, in der man viel mehr Entscheidungen treffen kann – aber auch muss. War früher der Vater Schuster, dann wurde man auch Schuster. Das Leben verlief in festen Bahnen und das »alte« Kartenlegen konzentrierte sich dadurch vor allem auf unverhoffte Glücks- oder Unglücksfälle. Der Rest des Lebens war durch die gesellschaftlichen Umstände bereits vorbestimmt.

Heute geht es darum, das Leben mit all seinen Herausforderungen bewusst zu gestalten. Das Kartenlegen erlaubt uns den Blick hinter die Kulissen des Alltäglichen, um die Muster dahinter zu erkennen und verändern zu können.

Natürlich trifft eine Analyse mit den Karten auch Prognosen und manchmal sind sie tiefergehender, als man es ahnte oder es ergeben sich die berühmten Dinge, die „…du wirklich nicht wissen konntest, Claire!“ So gesehen bin ich ein Medium, aber das ist nur ein Teil. Viel wichtiger ist doch, was man aus dem Gesehenen macht und wie man es nutzt, um einen guten Weg zu gehen.

 

Eigentlich würde ich mir gerne von dir die Karten legen lassen, habe aber (aus gemachten Erfahrungen) etwas Angst davor.

Das Kartenlegen selbst ist nichts, vor dem man Angst haben müßte. Es ist ein Blick in die Karten des Schicksals, aber das Schicksal ist nur die eine Hälfte. Die andere Hälfte sind wir und wir können tatkräftig anpacken und die Dinge zu verändern, wenn sie uns nicht gefallen. Die Karten verraten uns, wo wir dabei am besten anfangen. Bildlich gesprochen: man läuft nicht einfach querfeldein, sondern hat eine Wanderkarte dabei.

Dass man vor einer Kartenlegung ein bißchen nervös oder aufgeregt ist, ist ganz normal. Das zeigt positiven Respekt vor den Karten. Mir persönlich ist das lieber, als wenn Leute mit einer oberflächlichen Konsum-Mentalität an die Sache herangehen.

Es gibt natürlich Kartenleger, die so tun, als würden sie höchstpersönlich das Schicksal der Menschheit verwalten. So eine Haltung ist respektlos, sowohl dem Klienten gegenüber, als auch auf die Kunst des Kartenlegens bezogen. Es geht nicht darum, jemanden einzuschüchtern oder den Teufel an die Wand zu malen. Das kann man auch ganz alleine, dafür braucht man keinen Kartenleger.