Moderne Hexenausbildung

Ja, geht denn das - so über´s Internet oder Lehrbriefe? Nun, die Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass das sogar ganz wunderbar geht! Denn wenn wir mal ehrlich sind: wir leben im 21. Jahrhundert und haben technische Möglichkeiten von denen Hexen früher geträumt hätten. Wir können uns vernetzen, über Ozeane hinweg kommunizieren, uns austauschen und lernen, wo wir möchten. Was für ein unfassbarer geistiger Reichtum, der uns offensteht! Das ist eine Chance und ein Geschenk der heutigen Zeit. Nutzen und erarbeiten müssen wir es natürlich immer noch selbst.
Manchmal gibt es die romantische Vorstellung vom exklusiven Schüler einer Hexe. Viele Leute machen sich nicht klar, was es früher hieß, Schüler zu sein. In die Lehre gehen bedeutete eher eine Art Hausangestellter zu werden, das Wissen musste auch körperlich verdient werden.
Da ich bezweifele, dass irgend jemand bei mir zum putzen vorbeikommen möchte, um an den Kursen teilnehmen zu dürfen, greife ich lieber auf heutige Entlohnungsgewohnheiten zurück. Denn unsere Arbeitswelt, aber auch die Möglichkeiten zu lernen, lassen sich absolut nicht mit irgend einer romantisch verklärten Vorzeit vergleichen, in der die meisten Leute zudem weder lesen noch schreiben konnten.

Wir leben heute. Und das ist auch gut so. Unsere Ahnen sollen sich schließlich nicht umsonst angestrengt haben um die Vorarbeiten für uns zu leisten, damit wir heute wiederum das Beste geben können um uns weiter zu entwickeln. Wir sollten ihr Geschenk annehmen und uns nicht in ferne Phantasien flüchten wenn es um den Hexenweg geht.
Die weisen Frauen haben immer schon mit allen Möglichkeiten gearbeitet die ihnen zur Verfügung standen. Seit längerem gehören Briefe und Bücher dazu und heute eben auch Telefone, Computer und das Internet. Unsere Gedanken können weite Distanzen ohne Probleme überwinden.
Diese spirituelle Vernetzung sorgt auch dafür, dass Aberglauben und verworrene Traditionen genau von wahrem Wissen und echten magischen Zusammenhängen getrennt werden können. Das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden, denn wo reiner Aberglaube und obskure Praktiken gepflegt werden (und da brauchen wir nicht weit weg zu schauen, noch vor 100 Jahren gab es auch bei uns die gruseligsten Bräuche, weil die Menschen es nicht besser wussten) da fehlt fast immer ein lebendiger Austausch zwischen Suchenden, aus Wissen wird schleichend Tradition und die Tradition versumpft irgendwann im Aberglauben.
