Die Zuverlässigkeit der Karten

Wer noch keine Erfahrungen mit dem Kartenlegen hat, fragt sich oft, wie zuverlässig eigentlich die Aussagen von Tarot & Co. sind. Es gibt dazu einen weisen Spruch:
Die Karten haben die Angewohnheit, sich dem Fragenden anzupassen.
Wenn ich eines aus der Praxis weiß, dann dass dieser Satz wahr ist! Wer nur aus Spaß fragt, wird eher eine unterhaltende, leichte Antwort erhalten. Wem die Frage sehr wichtig ist, der wird eine entsprechend gewichtigere Antwort erwarten können.
Es ist übrigens nicht verboten, die Karten aus Spaß an der Freude zu befragen, nur sollte man sich darauf einstellen, dass sie dann einfach anders (anders bedeutet nicht automatisch schlechter) antworten werden, vermutlich weniger konkret.
Orakel reagieren zudem sehr sensibel darauf, wie oft man sie befragt. Manchmal sind die Karten im wahrsten Sinne des Wortes über/fragt worden und geben aus "Notwehr" nur Belangloses von sich.
Die Karten sind ein guter Diener, aber ein schlechter Herr, das sollte man sich stets bewusst machen. Wir müssen ihren Rat auch annehmen und umsetzen. Man sollte das Fragen also nicht mit dem Handeln verwechseln!

Wenn die Karten spüren, dass wir uns in eine passive Position begeben und versuchen, unsere Probleme nur durch weiteres Nachfragen (in der Hoffnung auf bessere Karten) zu lösen, dann verweigern oder wiederholen sie sich nicht selten, damit man endlich beginnt, diese Themen anzupacken und etwas zu tun.
Es passiert übrigens nicht selten, dass die Karten uns überraschen, mit Erkenntnissen, die wir gar nicht erwartet hätten. Ich sags mal ganz salopp, das ist der Punkt, an dem Ratsuchende sagen: Das ist ja schön und gut, was du da erzählst, aber es kann nie und nimmer so kommen. Spricht man sich dann nach ein paar Wochen, Monate oder sogar Jahren wieder - kam es genau so!
Das Leben steckt voller Überraschungen, mal sind sie nicht so schön, mal überraschen sie uns auf wunderbare Weise. Einmal hatte ich z.B. eine Dame in der Beratung, die sehr verliebt war in einen ausnehmend charmanten Mann.
Er war ein vollendeter Gentleman und es lief mir einigermaßen kalt den Rücken hinunter, als die Karten eindeutig anzeigten, dass er nicht nur Charme, sondern auch noch eine Ehefrau und mindestens zwei Kinder hat!
Das kann man noch so einfühlsam ansprechen, die Fragende war entsetzt und wollte nichts mehr vom Kartenlegen wissen. Ein paar Wochen später sprachen wir uns jedoch wieder. Der ganze Schwindel war aufgeflogen, denn auch wenn sie den Karten nicht glauben wollte, hatte sie trotzdem auf eventuelle Anzeichen geachtet und war ihm so auf die Schliche gekommen.

Ein anderes Mal fragte ein junger Mann nach seinem Traumberuf. Er arbeitete aktuell in einem "Vernunftsberuf", hatte aber große Träume, auch wenn er nicht wirklich daran glaubte, dass man sie irgendwie umsetzen könne. Die Karten machten ihm Mut: er würde einen älteren Mann kennen lernen, der ihm beim Verwirklichen seines Traumes hilft.
Daran glaubte der junge Mann in seiner aktuellen Situation nun wirklich nicht. Er äußerte den Gedanken, dass ich ihm wohl einfach nur Mut machen wolle, woaufhin ich ihm genau die Karten erklärte, die zu dieser Aussage führten. Na, so wirklich glauben wollte er es trotzdem nicht.
Doch ein paar Tage später fiel ihm "zufällig" die Information über eine Messe für seinen Wunschberuf in die Hände und er ging ohne jede weitere Erwartung dorthin. Dreimal könnt ihr raten, wen er dort kennen lernte.

So sind die Karten: man weiß vorher nie, welche Punkte sie enthüllen, welchen Rat sie uns geben und wo sie ganz konkrete Tendenzen ansprechen werden. Man sollte ihnen einfach zuhören und es auf sich wirken lassen.
So mancher "unmögliche" Punkt ist nämlich nur in unserer Vorstellungskraft unerreichbar und dann sind die Karten so freundlich, unseren Horizont mal sanft, mal ganz direkt zu erweitern.

© Kartenabbildung mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania Verlages.