Haindl Tarot
- leider konnte ich den aktuellen Inhaber der Bildrechte noch nicht ausfindig machen, einen Einblick in dieses Kartenspiel bekommt man hier -
Der Haindl-Tarot ist für mich ganz persönlich so etwas wie die dunkle Schwester des Petersentarot. Wobei dunkel nicht in einem wertenden Sinne gemeint ist, dieses Deck hat eine unnachahmliche Erdigkeit, es wurde vorwiegend mit warmen, gebrochenen Farben und traumhaften Blautönen gestaltet.
Und: es spricht. Selbst wenn man keines der Symbole auf den Karten kennen würde und die kurzen Stichworte in einer Sprache verfasst wären, die man noch nie gehört hat, man würde trotzdem wissen, was gemeint ist.
Die Karten rufen mit Leichtigkeit Assoziationen und Gefühle in einem wach, weshalb ich sie trotz all der Symbolik auch dem Anfänger empfehlen würde, im Gegensatz z.B. zum Crowley Tarot.
Vom Stil her ist der Künstler irgendwo zwischen Hieronymus Bosch, Margarete Petersen und den typischen Zeichnungen Da Vincis anzusiedeln, eine wirklich spannende Mischung für alle, die ein erdiges, dunkleres Tarot bevorzugen, das eine eher ruhige Sprache spricht.
Die Symbolik ist umfassend, so finden sich I Ging Hexagramme, astrologische Korrespondenzen, aber auch Runen und die klassischen hebräischen Buchstaben, die den Karten zugeordnet sind, auf den Motiven wieder.
Haindl, dessen Mailstil auch durch die Eindrücke des 2. Weltkrieges diese gewisse Melancholie bekommen hat, wollte mit der gleichzeitigen Abbildung von Runen und hebräischen Buchstaben ein Stück Versöhnungsarbeit leisten.
Wer tiefer in dieses Tarotdeck einsteigen möchte, dem sei das Buch "Der Haindl Tarot" von Rachel Pollack ans Herz gelegt.