Weiß, Grau & Schwarz
 

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Die Definitionen, was schwarz und was weiß sei in der Magie, sind unterschiedlich und vielfältig. Das ist ein beliebtes Feld für Grabenkämpfe aller Art, von denen wir uns hier natürlich nicht aufhalten lassen wollen.

Den meisten ist bewusst, dass es durchaus auch ein Dazwischen gibt, die sog. graue Magie. An dieser Stelle sei erwähnt, dass diese Farbeiteilung keineswegs die Einzige ist. Schaut man einmal in die afrobasierte, amerikanische Magie, dann trifft man z.B. auf:

  • red magic – Liebeszauber
  • green magic – Geldzauber
  • white magic – Heilung und Harmonie
  • black magic – Flüche, Verhexen, Bindemagie, Rache

...und weitere „bunte“ Wege der Magie.

Dabei muss angemerkt werden, dass den Traditionen des Hoodoo und verwandter Wege einige unserer Konzepte von Magie völlig fremd sind, z.B. der magische Rückprall negativer Zauber. So etwas gibt es in diesen Traditionen kaum, weshalb es immer wieder zu Mißverständnissen oder sogar gegenseitigen Vorwürfen zwischen den Kulturen kommt.

Ich muss an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es nicht an uns ist, andere Traditionen zu bewerten. Denn wie heißt es so schön:wenn jeder vor seiner Tür kehrt, dann ist es überall sauber.

Doch zurück zur weißen, grauen und schwarzen Magie. Ein besonders interessantes Konzept dieser drei (sicherlich nicht klar zu trennenden) Bereiche findet sich im modernen Okkult-Klassiker „Modern Magick“ (s. Bibliothek) von Donald Michael Kraig, eine Definition, der ich mich voll und ganz anschließen kann.

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Demnach dient die weiße Magie der Mystik, der Innenschau und Vervollkommnung eines Menschen. Etwas einfacher ausgedrückt: Techniken wie Meditationen, die Arbeit an sich selbst, innere Einkehr, Bewusstwerdung, Gespräche mit dem Schutzengel, Rituale zur Verehrung, die Jahreskreis- und Vollmondfeste usw. sind weiße Magie.

Weiße Magie ist alles, was dazu dient, bewusster und klarer zu werden und in eine größere Übereinstimmung mit dem eigenen Lebensplan zu kommen. Auch das Befragen von Tarot & Co. fällt in diese Kategorie, wenn es sich auf den Fragesteller selbst bezieht.

Die graue Magie spricht im Gegensatz dazu nicht mehr nur denjenigen selbst an, wie es die weiße Magie tut. Sie geht hinein in den Raum zwischen den Menschen und arbeitet dort für positive Veränderungen. Sie kann bewusst oder unbewusst ablaufen und sich auf greifbare oder weniger greifbare Themen erstrecken.

Nach dieser Definition wäre zum Beispiel auch ein Heilungszauber graue Magie, aber eben nicht, weil er in irgend einer Weise „dunkler“ wäre, sondern weil er aus dem individuellen Bereich hinaus in den gemeinschaftlichen Bereich geht.

Im Zweifelsfall sollte diese magische Arbeit immer durch eine Divination (Orakel) abgesichert werden, wie ich es meinen Klienten empfehle, wenn eine Situation sehr unklar ist. Denn nicht alles lässt sich zweifelsfrei abschätzen und ich hatte z.B. nicht erst einen Fall, in dem ich eine Frau nur warnen konnte, keinen Liebeszauber in Auftrag zu geben, da der „Traummann“ deutliche Schattenseiten zeigen würde (z.B.: in Wirklichkeit verheiratet, er bleibt ein notorischer Schürzenjäger, emotionale Kommunikation ist nicht machbar oder er ist sogar jemand, der bequem seine Schulden bei einer von Herzen liebenden Frau abladen möchte - alles Fälle aus der ganz normalen Hexen-Praxis).

Orakelbefragungen selbst sind dann graumagisch, wenn sie neben dem eigenen Lebensweg auch die Einflüsse anderer Personen ergründen möchten. Das ist nicht per se negativ, sondern kann erheblich zum Verständnis einer Situation beitragen. Man sollte das Wort grau also wertungsfrei sehen und stattdessen das Warum in den Vordergrund stellen. Denn hier ist die Absicht dahinter das Entscheidende: möchte ich verstehen lernen oder möchte ich ausspionieren? - Ja, so schmal sind die Pfade manchmal in der Magie.

Durch eine Orakelbefragung zuvor kann man sich dann auch sicher sein, nicht im folgenden Bereich zu landen...

Bei der schwarzen Magie bleibt nämlich alles beim Alten: sie bedeutet Schadenszauber, sich selbst oder anderen gegenüber. Doch nicht immer ist diese Grenze so genau abzusehen. In diesem Fall beginnen die Sätze dann meist mit „Aber ich wollte doch nur das Beste...“ . Die passende Frage dazu lautet natürlich: Für wen eigentlich?