Das Böten

 

böten, heilung, fernheilung, besprechen

Die Bezeichnungen für das Böten variieren je nach Landstrich und Gegend, es ist auch unter Begriffen wie Raten, Besprechen, Wegsprechen oder Beschreien bekannt. Man sollte es nicht mit dem modernen Reiki verwechseln, das Böten stammt aus unserem eigenen Kulturkreis und kann auf eine lange Tradition zurückblicken.

Ob das Wort böten mit dem beten verwandt ist, kann man nicht genau sagen, fest steht jedoch, dass bei dieser Heilmethode die Krankheit direkt angesprochen und entschlossen des Körpers verwiesen wird. Mit Hilfe von Heilgebeten, Energieübertragung, aber auch via Fernheilung wird seit Jahrhunderten geheilt und gelindert.

Am bekanntesten sind wohl das Besprechen von Warzen und der Rose (Gürtelrose). Aber die Volksmagie kennt noch viele weitere Anwendungen dieser alten Heilkunst. Oft sind Heiler auf bestimmte Bereiche spezialisiert oder können dieses und jenes, etwas anderes aber wiederum nicht. Zudem wird kein Heiler (ebenso wenig wie ein Arzt) behaupten, alles heilen zu können. Letztendlich entscheidet auch hier das Schicksal, wie die eingesetzte Energie zum Wirken kommt.

Das Wissen um das Böten wird von Generation zu Generation weiter gegeben, entweder in der Familie oder an eine geeignete Person, die dem Heiler oder der Heilerin sehr nahe steht. Es gibt aber auch Fälle, in deneneine Art Spontanerlebnis (ein Traum, eine Grenzsituation o.ä.) die Fähigkeit zum Böten auslöst.

Leider kann diese Fähigkeit bis heute nur selten offen gelebt werden, denn heilen dürfen in diesem Land nur Ärzte und Heilpraktiker. Spirituelle Methoden haben da einen schweren Stand, selbst wenn sie vernünftigerweise als Ergänzung zu schulmedizinischen Wegen genutzt werden. Sobald ein Heiler sich als solcher bezeichnet und das, was er tut, heilen nennt, kann er (oder sie) dafür belangt werden.

Diese rechtlichen Verordnungen gehen letztendlich auf die Zeiten der Hexenverfolgung zurück, in denen das Wissen um Magie und Heilung ausgerottet werden sollte, um dem neu entstehenden Ärztestand Tür und Tor zu öffnen und mißliebige Konkurrenz auszuschalten.

In anderen Ländern, wie z.B. England, kann der "Herbalist" (also der Kräuterheiler) eine ganz normale Praxis aufmachen und seine Erfolge werden für sich sprechen, wenn es darum geht, ob diese Praxis floriert oder nicht.

Doch hierzulande ist es für kranke Menschen nach wie vor sehr schwer, einen guten Heiler ausfindig zu machen. Noch immer muss sich alles halb verborgen abspielen, so dass Heiler nur selten die Werbetrommel rühren werden. Natürlich hat jeder vernünftige Mensch volles Verständnis dafür, dass Scharlatanerie vorgebeugt werden soll - ich denke, da müssen wir gar nicht lange drüber reden.

Aber was ist mit den echten Heilern, die stets in einer rechtlichen Grauzone arbeiten und ihre Arbeit hinter schwammigen Begriffen wie: "Aktivierung der Selbstheilungskräfte" oder "Energiebehandlung" abtarnen müssen?

In Anbetracht der Macht von Pharma- und Ärztelobby dürfte sich das nicht allzu schnell ändern, so dass es leider auch weiterhin ein Glücksspiel bleibt, sich auf die Suche nach guten, traditionellen Heilern zu begeben.

 

(Leider ist mein Artikel über dieses interessante Thema nun doch eher nachdenklich geworden, ich bitte, es zu verzeihen. Aber es mag mir nicht in den Kopf gehen, warum spirituelles, natürliches und schulmedizinisches Heilen sich nicht einfach die Hände reichen können, um gemeinsam das Beste für Körper und Seele der Patienten heraus zu holen.)