Hexenwege: formal oder frei?

 

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Nun, das ist so eine Frage, mit deren Beantwortung man sich wunderbar in die Nesseln setzen kann. Denn das Hexentum ist vielschichtig und freigeistig – und manche nehmen sich die Freiheit, überhaupt nicht frei zu arbeiten, sondern gehen lieber dogmatische Wege.

Auch das ist in Ordnung, so lange es einem gut tut und man freundlicher Weise darauf verzichtet, dem Dogmatismus nur deshalb zu huldigen, um anderen zu verkünden, was „richtig“ oder „falsch“ wäre.

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Grundsätzlich kann man dem Hexentum so frei oder streng folgen, wie man es für richtig hält. Beides kann hilfreich sein und bei vielen wechseln sich die experiementellen Phasen durchaus mit den eher klassischen Phasen ab. So bereichert eines das andere.

Nach der ersten „Wicca-Welle“ vor ein paar Jahren, gab es eine große Ernüchterung. So formal wollten es viele dann doch nicht haben. Muss man jetzt wirklich ein Athame (ritueller Dolch), einen Kelch, einen Stab und ein Pentakel anschaffen, um Rituale zu feiern?

Noch dazu führten sich viele selbst ernannte „Hohepriester/innen“ ziemlich albern auf. Es entbrannte teilweise sogar der reinste Wettstreit – frei nach dem Motto: „Ich will lieber Häuptling als Indianer sein.“. Dass dieses Amt nichts mit Pracht und Verehrung, sondern eher schon mit Dienen und Hingabe zu tun hat, darüber waren sich viele Leute nicht wirklich im Klaren.

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Aber ist Wicca überhaupt Hexentum und umgekehrt? Wie man´s nimmt! Früher gab es den Spruch: Eine Hexe muss nicht Wicca sein, aber Wiccas sind immer Hexen.

Das kann man so nicht wirklich stehen lassen. Es gibt genügend Wiccas, die gar nicht magisch aktiv sind, sondern Wicca (z.B. mit den Jahreskreisfesten und der Verehrung von Göttin und Gott) wie eine Religion ausüben. Etwas spitz formuliert: nur weil jemand in die Kirche geht oder buddhistisch ist, ist er/sie ja auch nicht gleich jemand, der aktiv mit magischer Energie arbeitet. Religion ist nicht gleich Magie und umgekehrt.

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Was ist denn nun „echtes“ Hexentum? Gibt es das überhaupt? Und muss es überhaupt ständig und immer für alles Grenzen, Schachteln und Schubladen geben? Durch fehlende, feste Definitionen werden die Gedanken ordentlich auf Trab gebracht, wir sind diese Freiheit nicht unbedingt gewohnt.

Sich die eigene Spiritualität frei gestalten zu dürfen ist zudem nicht immer eine leichte Aufgabe und es ist für manche auch eine Überforderung. Sie werden zu ewigen Suchern. Heute das und morgen das nächste. Versteht mich nicht falsch, es ist absolut erfrischend, immer mal den Blick über den eigenen Tellerrand zu erheben!

Doch man sucht ja auch Halt, Geborgenheit in schweren Zeiten und innere Kraft durch seinen spirituellen Weg. Wer jeden Tag die Richtung wechselt, wird sich das nur schwer aufbauen können (wobei auch das nicht gänzlich unmöglich ist, es kommt immer darauf an, was für ein Typ Mensch man ist).

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Waren Worte wie „dogmatisch“ oder „formal“ früher noch die reinsten Schimpfworte, besinnt sich mancher heute eines besseren. Der menschliche Geist braucht ein Mindestmaß an Struktur. Wie man selbige gestalten möchte, das steht natürlich jedem frei.

Völlig ohne jede Ordnung kommen die meisten ins Schwimmen und es entsteht so eine „wischi-waschi“-Spiritualität, die in den Krisenzeiten des Lebens keinen wirklich Halt gibt. Es lohnt sich durchaus, die ein oder andere Mühe auf sich zu nehmen, denn das, was man sich durch diese Arbeit aufbaut (z.B. durch das Feiern der Jahreskreisfeste oder der Vollmonde), gibt einem ein Fundament, das auch in schwierigen Zeiten tragen wird.

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