Liebeszauber

Das Thema Liebeszauber passt wunderbar in den Juni: alles wächst und gedeiht, im besten Fall scheint auch noch die Sonne, man freut sich auf den Sommer – und zu zweit wäre alles noch viel schöner.

Einige wollen ihrem Glück mit Liebesmagie auf die Sprünge helfen, wenn es nicht so richtig klappt. Das Web ist voll von Liebesritualen, Zaubersprüchen, Beschwörungen und einigem mehr und Bücher gibt’s natürlich auch.

Manche reiben sich an dieser Stelle die Augen und fragen: Heutzutage, in unserer modernen Welt machen die Leute noch Liebeszauber? Aber natürlich. Die Welt kann noch so modern werden, wir haben weiterhin ein Herz (zum Glück) und die Sehnsüchte des Herzens bleiben dieselben. Die wenigsten Menschen sind reine Materialisten, die die berühmten „Dinge zwischen Himmel und Erde“ völlig ablehnen. Also kann man es doch mal versuchen, es muss ja niemand wissen…

Es ist oft ein großer Unterschied was nach außen hin sichtbar ist und was man im Privatleben tut. Gerade hier in Deutschland, wo Spirituelles offiziell als abwegig betrachtet wird, wird kaum jemand offen darüber sprechen.

 

Ganz verschiedene Ausgangspunkte

Das Klischee in Sachen Liebeszauber ist eine junge Frau, die nachts vor ein paar Kerzen sitzt und sich den Einen wünscht, der sie glücklich macht.

Die Wirklichkeit hat so viele Facetten, wie die Liebe selbst: es gibt langjährige Paare, die sich neuen Schwung wünschen. Es gibt Menschen, die einen Partner zurück haben (manchmal sogar zwingen) wollen. Es gibt On/Off Beziehungen, in denen es nicht mit einander, aber auch nicht ohne einander geht.

Es gibt dritte Personen, die sich immer wieder reinhängen und ein Paar nicht in Frieden lassen können. Es gibt sogar den Wunsch, dass der Partner oder die Partnerin im Fall der Fälle nicht „kann“, wenn es zu Annäherungen mit anderen Personen kommen sollte – ein Thema, das man schon in alten Zauberbüchern findet. Was beweist, dass manches zwar überraschend, aber trotzdem zeitlos ist. Natürlich gibt es auch Leute, die bemerkt haben, dass sie selbst mit Liebesmagie manipuliert worden sind und das abschütteln wollen.

Bringen wir es auf den Punkt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. So ist die Liebe. Sie macht uns glücklich, traurig, verrückt, mitfühlend, verzweifelt, euphorisch, resigniert und noch vieles mehr. Egal wie taff oder bodenständig wir sonst auch sind, in der Liebe gelten andere Regeln.

 

Was ist realistisch

Liebeszauber sind im Idealfall ein Anstoß. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich vergleiche solche Rituale gerne mit Akupunktur: man setzt einen Impuls, damit die Energie wieder ungestört fließen kann.

Falls da keine Energie ist, kann natürlich auch nichts fließen. Das hört sich banal an, muss aber betont werden. In den Beratungen mit den Karten schildern mir manchmal Frauen und Männer, dass ihre große Liebe nur blockiert wäre und sich die Liebe zu ihnen nicht eingestehen kann, selbst wenn das Gegenüber längst mit jemand anderem verheiratet ist und eine Familie gegründet hat.

Das ist tragisch, aber es kommt meist nicht von ungefähr: wenn einem eine bestimmte Sorte von Kartenlegern und Ritualpraktikern immer wieder einredet, dass zum Schluss doch noch das große Happy End winkt, dann glaubt man das, wenn man es glauben will.

Ein Problem dabei ist auch, dass oft nicht mehr traditionell gearbeitet wird. Alle alten Magie-Traditionen halten sich an die Reihenfolge: erst mit einem Orakel die Situation beleuchten und danach mit den so gewonnenen Informationen entscheiden wie oder ob es weitergeht.

Für kleine Rituale braucht es nicht immer ein Orakel, aber wenn es um Lebensthemen geht ist das zu wichtig, als dass einfach ins Blaue gearbeitet werden kann. Man investiert sonst eventuell viel Zeit, Liebe und Energie in eine Richtung, die völlig aussichtslos ist.

 

Wo wird es schwierig

Dass die Liebesmagie so ein heißes Eisen ist, liegt vor allem an ihrer dunklen Seite: dem zwingenden Liebeszauber. Dafür gibt es moderne Schlagwörter wie „Partnerrückführung“ oder „Partnerzusammenführung“ und ähnliches, aber gemeint ist immer dasselbe.

Man kann das ganz einfach unterscheiden: ein Liebeszauber ist dann schwarze Magie, wenn er nur auf eine spezielle Person abzielt und absolut keine andere Entwicklung (z.B. eine andere Person, die besser zu einem passt) zulässt.

Eigentlich sagt einem das schon der gesunde Menschenverstand: Man kann Liebe nicht erzwingen. Was man dann bekommt mag alles mögliche sein, aber Liebe ist es nicht.

Viele meinen, dass das doch niemand mitbekommt, aber der Partner/die Partnerin merkt es mindestens unterschwellig, manchmal aber auch deutlich. Ich bekomme immer mal Anfragen von Ratsuchenden (meist Männern), die aufgrund eindrücklicher Erlebnisse den Verdacht haben, dass ihnen magisch etwas übergestülpt wurde und das abklären möchten, so ungewöhnlich ist das gar nicht mehr.

Viele PartnerInnen spüren den Eingriff in ihr Gefühlsleben unbewusst und wehren sich dann auch unbewusst dagegen: sie lassen das manipulierende Gegenüber auflaufen, indem sie antriebslos und träge sind. Man hat denjenigen dann zwar wieder, aber es ist nicht mehr derselbe Mensch. Häufiger Streit, Kleinigkeiten, die zum Zankapfel werden und ähnliches sind da nicht ungewöhnlich.

Auf einer tiefen, instinktiven Weise weiß der oder die Betroffene, dass etwas nicht stimmt. Das ist unvermeidlich, denn ohne einen Eingriff könnte es ja auch nicht wirken.

 

Ein Ritual für die gesunde Liebe zu sich selbst

Egal an welcher Stelle man sich gerade in seinem Liebesleben befindet, eines hat noch nie geschadet: die gesunde Liebe zu sich selbst. Es mag eine Binsenweisheit sein, dass man andere nur lieben kann, wenn man sich selbst liebt – es ist trotzdem wahr.

Das folgende magische Bad unterstützt einen dabei auf der spirituellen Ebene. Es ist einfach zu machen und dabei sehr wirkungsvoll. Die Grundregeln sind: keine weiteren Badezusätze, man badet etwa 20 Minuten und trocknet sich hinterher mit einem frischen Handtuch ab und zieht frische Kleidung an.

Wie immer gilt: wer gesundheitliche Einschränkungen hat, befragt bitte zuerst einen Arzt (der sich auch damit auskennt) oder Heilpraktiker, ob die Kräuter verträglich sind.

Übergieße einen Esslöffel getrockneten Basilikum und einen Esslöffel getrockneten Rosmarin mit 1,5 bis 2 l kochendem Wasser. Decke das Gefäß ab und lass es durchziehen.

Währenddessen schälst du die äußere Schale einer ungespritzten Orange ab. Danach seihst du den Aufguss aus Basilikum und Rosmarin ab und gibst ihn ins Badewasser, die Orangenschale kommt so wie sie ist mit hinein.

Zünde eine weiße Kerze am Badewannenrand an und genieße das Bad. Das kannst du immer tun, wenn dir danach ist. Wenn man gerade eine mittelschwere Krise hat, empfiehlt es sich an drei aufeinander folgenden Tagen zu baden. In richtig schwierigen Zeiten sollte es an sieben aufeinander folgenden Tagen sein, um die negative Energie erst einmal gründlich aufzubrechen. Der ideale (Start)Zeitpunkt dafür ist der Freitag Abend.