Neuanfänge

Wie versprochen fängt mit der neuen Homepage das „Thema des Monats“ an. Jeweils in den ersten Tagen des Monats wird ein neues Thema rund um die Magie, das Kartenlegen und spirituelles allgemein besprochen. Wer Themenwünsche hat oder etwas „schon immer mal wissen wollte“, kann mir gerne eine Mail dazu senden. Themen, die häufiger nachgefragt werden, nehme ich gerne auf.

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Passend zum Neustart der Seite geht es diesmal um Neuanfänge. Dabei gilt die alte Grundregel: Wenn etwas Neues kommt, muss etwas Altes gehen. Schafft man keinen Platz, wird es schnell unübersichtlich und kräfteraubend.

 

Man kann nicht alles haben

„Man kann eben nicht alles haben.“ sagten unsere Großeltern und das war ein kluger, realistischer Spruch, der im Alltag einiges an Druck rausgenommen hat.

Heute soll man alles haben und tun oder es zumindest versuchen. Das beste Beispiel sind die sozialen Netzwerke. Sie machen Spaß und bringen uns digital zusammen, aber sie können auch zum Stressfaktor werden, wenn man das Gefühl hat, ständig anwesend sein zu müssen.

In vielen Lebensgeschichten stapeln sich die Anforderungen, das sehe ich in den Beratungen mit den Karten häufig und da es vielen so geht, kann das nicht nur am Einzelnen liegen. Das grundlegende Gefühl ist oft: Ich kann nichts davon weglassen, das alles ist wichtig.

Das Problem liegt auf der Hand: wer sich alle Optionen offen halten will, hat viel zu tun und wenig Zeit für sich selbst. Ein Neuanfang wird wichtig: den Weg frei räumen, sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

 

Die Sicht der Magie

Die magischen Traditionen haben Neuanfänge aller Art seit Jahrtausenden begleitet. Auch früher hatten die Menschen Stress, es war nur anderer Stress, jede Zeit bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich.

Heute ist die Herausforderung, dass das Leben so vollgepackt ist. Wir Hexen regeln solche Sachen auf einer Ebene, an die die üblichen klugen Ratschläge nicht herankommen (und deshalb meist nur ein, zwei Wochen durchgehalten werden): die Ebene der Rituale und des gesunden menschlichen Instinkts. Es geht um die Wurzel. Deshalb können Rituale so eine starke Wirkung entfalten: sie berühren die Tiefe.

Weil diese Ebene im Alltag von vielen selten genutzt wird, muss man es oft neu erlernen, aber die innere Rückmeldung lässt selten lange auf sich warten. Diese tiefe innere Kraft in jedem von uns hat lange darauf gewartet, endlich angesprochen zu werden.

 

Ein Ritual für Neuanfänge

Wie bei allen Ritualen gilt auch hier: füge ruhig eine eigene Note hinzu, wenn es sich stimmig anfühlt und du weißt, was du tust. Ich gebe hier ein bewährtes Rezept weiter, so dass auch absolute Anfänger sicher und erfolgreich damit arbeiten können.

Der beste Termin: ein ruhiger Tag, ideal wäre ein Sonntag, aber noch wichtiger ist, dass du ausgeruht und ungestört bist

Zutaten:

drei weiße, rohe Eier

eine weiße Tischdecke / Serviette als Unterlage

drei weiße Kerzen

Räucherwerk: eine Mischung zu gleichen Teilen aus Rosmarin, Alantwurzel und Weihrauchharz; alternativ: du kannst auch ausschließlich mit Rosmarin räuchern, wenn die anderen Zutaten nicht zur Hand sind

 

Räuchere zuerst mit dem Räucherwerk den Raum aus, um alles vorzubereiten und die Atmosphäre zu klären.

Stelle dann die drei weißen Kerzen in einer Linie auf (noch nicht anzünden) und lege die weißen Eier davor.

Lege noch einmal Räucherwerk auf und sprich aus, was neu beginnen soll, wo du dir einen Neuanfang wünschst. Bringe es auf den Punkt, mach keine ellenlangen Erklärungen, sondern komm wirklich auf den Kern der Sache.

Dann nimm das erste Ei (von links nach rechts) und rolle es behutsam von oben nach unten über deinen Körper. Lege es danach vor die Kerze, zünde sie an und sprich aus, was du für den Neuanfang loslassen willst.

Mach das mit den beiden folgenden Eiern genauso, dann lass die Kerzen herunterbrennen und bringe die Eier unter einen starken, kräftigen Baum, wo du sie vorsichtig ablegst und anschließend nach Hause gehst, ohne dich noch einmal umzudrehen.

Wie bei allen Ritualen gilt: liege hinterher nicht auf der Lauer, erwarte keine Knalleffekte (es gibt sie manchmal  tatsächlich, aber das liegt nicht in deiner Hand). Respektiere das Ritual und nimm an, was dir dadurch zuteil wird. Genieße auch die Rückverbindung mit dem Leben selbst, die dadurch stattfindet.