Zurück mit den Karten und ein paar Gedanken

Es gibt wieder ein paar Möglichkeiten für Analysen! Bis Ende August kann ich Karten legen, danach schreibe ich an einem neuen Projekt. Das Schreiben kann man nie zu hundert Prozent abschätzen, aber ich denke bis Mitte November sollte es fertig sein und dann geht’s wieder mit den Karten los.

Ich weiß, dass einige von euch sehnsüchtig darauf warten. Früher habe ich zu festen Stichtagen wieder begonnen und dann haben mir manche exakt 00:00 Uhr ihre Mail gesendet, um wirklich noch eine Analyse zu ergattern.

Das berührt mich und manchmal denke ich: Bin ich „zu groß für mich selbst“ geworden? Sollte ich weniger machen, weniger sichtbar sein? Heutzutage gilt es als erstrebenswert nach mehr und immer mehr zu streben, so als wäre das das Natürlichste der Welt. Ich hinterfrage so etwas gerne mal.

Meine Arbeit hatte von Anfang an einen Fokus nach innen und nach außen. So hat es sich von selbst ergeben, mein Horoskop spielt darauf an und da sind auch noch ein paar VorfahrInnen, die in lehrenden Berufen tätig waren und mich immer wieder bestärken, dass es zwar gut ist den Leuten Fisch zu verkaufen, aber noch besser, sie fischen zu lehren.

Also muss ich immer wieder neu die Balance finden zwischen außen und innen, zwischen direkter Arbeit und dem größeren Rahmen, damit jede Seite genug Aufmerksamkeit bekommt.


Ein Buchtipp für alle mit unerwarteten Geisterkontakten

In letzter Zeit schreiben mir viele, die überraschende Begegnungen mit Geistwesen hatten. Daher wollte ich das Thema auch hier im Blog aufgreifen und einen Buchtipp dazu teilen.

Die meisten Leute, denen so etwas passiert, rechnen nicht damit. Es sind normale Menschen, die oft noch nie mit spirituellen Dingen zu tun hatten.

Weil man in unserer Kultur offiziell nicht an solche Dinge glaubt, tragen viele diese Erlebnisse Jahre und sogar Jahrzehnte mit sich herum, ohne mit anderen darüber zu sprechen. Weil jeder schweigt, entsteht der Eindruck, dass solche Begegnungen selten oder ungewöhnlich wären.

Da ich Hexe bin, ist bei mir die Scheu darüber zu sprechen nicht ganz so groß und viele sind erleichtert, wenn ich ihnen sage, dass nach meiner Schätzung mindestens die Hälfte aller Menschen solche Erlebnisse hat.

Von Leuten, die so etwas noch nicht erlebt haben, kommt oft Verständnislosigkeit. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie es ist, wenn auf dem Flur „jemand“ geht, sich die ganze Familie verdutzt anschaut und der Hund zur Tür läuft, weil er es auch hört.

Ich kann nur sagen: Ja, das gibt es und sehr viele Menschen sehen, hören, spüren oder träumen Dinge, die man nicht erklären kann. Und zwar ganz normale Menschen, die vorher ein rationales Weltbild hatten.

Da ist der Bauarbeiter, der auf Montage ein strahlend weißes Geistwesen in seinem Zimmer sieht. Da ist die Intensiv-Pflegerin, die auf einmal ein großes Lichtwesen neben einer sterbenden Person wahrnimmt und sieht, wie die beiden zusammen den Raum verlassen. Da ist die junge Frau, die vor ihrem inneren Auge die beste Freundin in einer Lichtexplosion zum Himmel steigen sieht – genau in dem Moment, in dem die Freundin einen tödlichen Autounfall erleidet.

Über die Jahre habe ich hunderte solcher Geschichten gehört und das durchweg von ganz normalen Menschen, die sich damit nicht brüsten oder hervortun wollten, sondern eher verwirrt, manchmal erschüttert und auf jeden Fall sehr bewegt waren.

Wer das Thema vertiefen möchte, dem kann ich „Wanderer in zwei Welten“ von und über Sam Hess ans Herz legen. Er ist ein Schweizer Geisterseher, der anschaulich und begreiflich über diese Themen schreibt.

Ich gehe nicht bei all seinen Gedanken mit, aber bei den Details bildet sich sowieso jeder eine eigene Meinung. Das Wesentliche ist, dass er mit großer Klarheit „sieht“ und dadurch echte, tiefgründige Informationen zum Thema teilen kann.

Für viele, die unerwartete Begegnungen erlebt haben, dürfte dieses Buch sehr heilsam sein und einiges erklären. Letztendlich ist und bleibt das Leben – hier und auf anderen Ebenen – ein Mysterium. Aber es ist wichtig, dass man die Dinge für sich einordnen kann und sieht, dass man damit nicht alleine ist.


Wieder da

Frisch aus dem Urlaub zurück, es war eine sehr entspannte Zeit auf Rügen. Da war ich noch nie, aber es hat sich gelohnt. Wunderbare Landschaften, Großsteingräber, freundliche Leute und natürlich das Meer.

Die Lektüre des Urlaubs war Susan Cains Buch „Still“ über die Kraft der Introvertierten in einer lauten Welt. Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die das spannend findet, daher empfehle ich es hier gerne weiter.

Jetzt geht es wieder los und ich danke euch für eure Geduld. Die Zuschriften wollen beantwortet werden und das macht kein Roboter und kein Team (manche denken tatsächlich, ich hätte hier eine ganze Mannschaft von Leuten zu sitzen – hey, ich bin nur eine kleine Autorin). Das mache ich alles selbst. Ich bin Hexe und wir sind da etwas altmodisch. 😉


Bis bald … und Hallo Kalender!

Ab morgen bin ich wie angekündigt im Urlaub und ab dem 22. Juni wieder da. Wie immer wird dann eine Zuschrift nach der nächsten beantwortet. Das kann auch mal eine halbe bis eine Woche dauern, es sind ja doch einige. Ständiges nachfragen macht es nicht schneller. 😉 Oder wie meine Oma immer sagte: Eines nach dem anderen.

In den Urlaub zu gehen weckt neben der Freude auch andere Gefühle. Meine Arbeit einfach so „alleine“ lassen? Dabei habe ich ironischerweise die besten Ideen oft im Urlaub. Als Hexe hat man nie ganz frei. Es ist nicht nur ein Beruf, es ist das Leben.

Spontane Eingebungen und Wahrnehmungen interessieren sich nicht für Ferien. Im Gegenteil, ich habe oft das Gefühl sie warten förmlich darauf, dass sich die Wellen des geschäftigen Alltags legen, damit sie in Ruhe auftauchen können.

Aber genug der Sentimentalitäten: Der neue Hexenkalender für 2023 ist ab jetzt vorbestellbar, ab dem 30. Mai wird er ausgeliefert.

Ich freue mich sehr. Wie in jedem Jahr gibt es ein Leit-Thema und das ist diesmal das Brauchtum. Ich weiß, einige haben mit den Neumonden gerechnet, nachdem es 2022 die Vollmonde waren. Die liegen aber nicht ganz optimal im kommenden Jahr, so dass wir sie später anschauen.

Die Recherchen in alten Büchern und Überlieferungen haben wieder Erstaunliches ans Licht gebracht. Zum Beispiel eine direkte Verbindung zwischen dem Feiertag Himmelfahrt und Thor in der Überlieferung. Wir begegnen Wotan/Odin zum seelischen Großreinemachen, treffen auf die alte Winterhexe und Frau Sunna, es wird genestelt und all die „lieben Frauen“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Lasst euch überraschen, das Schreiben war mir eine große Freude und ich hoffe, ich kann diese Freude am alten Wissen weitertragen.


Wie das mit dem Erfolg so ist

Manchmal sagen Leute: Wow, so wie du hätte ich es auch gerne, bei dir klappt einfach alles. Man kann sich mein inneres Grinsen vorstellen, ich weiß ja, wie es wirklich lief.

Mit dem Text für mein erstes Buch habe ich zwei Jahre lang Klinken geputzt und dabei so aufmunternde Kommentare gehört, wie „Das Thema Hexen ist durch, tut und leid, da sind Sie zu spät dran.“

Später, nach dem zweiten Buch, ein ähnliches Feedback. Jetzt wäre doch alles gesagt, nicht noch ein Hexenbuch. Also ging´s wieder los: Verlage anschreiben, Exposés versenden, das Beste hoffen.

Für meinen großen Traum von einem englischsprachigen Buch, das schließlich bei Llewellyn als „Magical Healing“ erschien, habe ich etwa sechs Jahre gebraucht und die Liste der Absagen war nicht kurz.

Es gab Buchprojekte, die mir wichtig waren, die aber einfach nicht auf Interesse gestoßen sind. So ist das Leben.

… und das nicht nur bei Büchern. Als YouTube noch ein unübersichtliches Wirrwarr war, habe ich beim Ändern einer Mailadresse aus Versehen den kompletten Kanal gelöscht. Nur dank Zuschauerinnen und Zuschauern, die Videos gespeichert hatten, konnten ich ihn schnell wieder aufbauen.

So viel zu: „Bei dir klappt alles“. 😉 Es ist bei niemandem perfekt, es gibt immer was zu tun.

Wenn mich Leute fragen, wie sie ihren Weg erfolgreich gehen können, sage ich meist: Ausdauer ist alles. Dranbleiben, es immer wieder versuchen.

Heutzutage auch wichtig: Nicht ständig etwas Neues anfangen. Es ist normal, dass es Jahre dauert. Viele haben schon wieder aufgehört, bevor sie überhaupt Erfolg haben konnten. So kommt es dann zu Leuten, die fünf verschiedene Ausbildungen haben und trotzdem nicht so recht vorankommen.

Du musst wissen, was du willst und darfst dich nicht davon abbringen lassen. Keine Abkürzungen, keine scheinbar leichteren Wege.

Was einen wirklich ruft, das funktioniert auch. Die Sängerin Beth Ditto hat mal gesagt, dass es zehn Jahre braucht, um über Nacht Erfolg zu haben. Das ist erfrischend ehrlich. Hör nicht auf, bevor es überhaupt angefangen hat und steh zu den Dingen, die dich wirklich rufen – dann stehen sie auch zur dir.


Erholen – für jedes Naturell

Der Urlaub kommt, ab nächstem Donnerstag bin ich weg bis zur Sommersonnenwende (also ab dem 22. Juni wieder erreichbar). Wer noch einen Kurs buchen oder neue Lektionen nehmen will: Letzter Aufruf! 😉

Was ich im Urlaub mache? Entspannen. Frei nach dem Motto: Es bringt einen nichts so sehr voran wie eine Pause.

Ich bin introvertiert und nein, das bedeutet nicht, dass man schüchtern, mürrisch oder ungesellig wäre. Das ist nur ein Klischee, die Wahrheit ist viel simpler: Introvertierte tanken in der Ruhe auf, Extrovertierte erholen sich am besten, wenn etwas los ist.

Viele Introvertierte brauchen eine Weile, bis sie das innerlich umarmen können. Unsere Kultur setzt auf´s Extrovertierte: Action, Spaß, „aktiver Urlaub“. Man könnte auf die Idee kommen, dass etwas nicht mit einem stimmt, wenn man die Aussicht auf eine Rafting-Tour zwar spannend, aber wenig erholsam findet.

Mir waren die Asiaten mit ihrer traditionellen Wertschätzung des inneren Weges eine große Inspiration. Es gibt eben Yin und Yang und das Leben wäre sterbenslangweilig, wenn wir alle gleich wären.

Ich bin mehr so vom Typ: Gib mir einen See, einen Wald, einen Strand, das reicht mir völlig. Ich kann mich an einen See setzen, zwei Stunden auf´s Wasser schauen und da fehlt nichts. Im Gegenteil, in solchen Auszeiten fällt innerlich alles an seinen Platz und ich kann förmlich zuschauen, wie das Energielevel steigt.

Es ist eine gute Idee vor den Ferien (vielleicht auch generell) zu schauen, wie die Leute um einen herum ticken, die Familie, die Freunde. Wer ist introvertiert, wer eher extrovertiert? So kann man dafür sorgen, dass alle auf ihre Kosten kommen. Denn man ist, wie man ist, das grundsätzliche Naturell lässt sich nicht umpolen und wozu sollte das auch gut sein? Die Natur hat sich bei allem etwas gedacht. Wenn es nur eine Sorte Menschen geben sollte, dann wäre es so.


Die neuen Vollmondkarten

Gerade sind die neuen Vollmondkarten online gegangen. Diesmal mit einem bunten Mix an Karten, die ich vorstelle. Irgendwie kommt bei mir alles auf einmal oder gar nichts, ihr kennt das Phänomen vielleicht selbst.

Durch den Urlaub (26.5. bis 21.6.) sehen wir uns bei den Vollmondkarten am 13. Juli wieder – hier im Blog natürlich schon eher – und nun geht´s los:


Herbstblond

Nach meinem letzten Video auf YouTube gab´s ein paar Anmerkungen rund um die Haarfarbe. Ich sage dazu scherzhaft: Ich channele jetzt meinen inneren Gandalf.

Aber Spaß beiseite, für viele Frauen (mich inbegriffen) ist das ein großer Schritt. Wie viele andere habe auch ich in den Lockdowns angefangen darüber nachzudenken, der Natur ihren freien Lauf zu lassen.

Früher, als ich es noch nicht „musste“, habe ich mir gerne die Haare gefärbt. Natürliche Pflanzenhaarfarben haben in meinen Lieblingsfarben ein Level erreicht, bei dem man sie gleichwertig zur Chemie verwenden kann, so dass man sich um die Gesundheit keine Sorgen machen musste.

Aber es verändert sich etwas, wenn man seine Haare als „Pflicht“ färbt, um etwas von sich zu verstecken. Dabei ist mir jede Freude daran abhanden gekommen.

Ich habe eine Weile überlegt, im englischsprachigen Bereich finden sich großartige Bücher für Frauen, die darüber nachdenken. Mit Abstand am besten gefiel mir der „Going Gray Beauty Guide“ von Jan Rogers, die 50 Frauen vorstellt und ihre individuellen Geschichten im Übergang zum Silberhaar erzählt.

Sie hat diese „typisch amerikanische“ Energie, aber in dem Fall ist es genau das, was man braucht, um über den Schatten zu springen. Dazu viele praktische Tipps, zum Beispiel in Sachen Farben (kurz gesagt: wird das Haar heller, sollten die Farben, die man trägt, intensiver werden, damit man nicht zur grauen Maus wird).

Unter „going gray“ findet man im Web viele Geschichten, Bilder, Anregungen und natürlich auch Ermutigung, da sind sie anderswo schon weiter als bei uns.

Ich habe lange nichts mehr gemacht, was mich so befreit hat. Jetzt fühle ich mich wieder wohl, als hätte man eine nervige Geheimniskrämerei endlich hinter sich gebracht.

Das ist auch der Kern der Sache. Es geht nicht darum, dass jetzt alle Frauen grau werden sollen. Wem die Farbe Freude macht, dem macht sie Freude. Aber wenn es nur noch eine lästige Angelegenheit ist, weil man es eben „muss“, weil man Angst hat sonst „alt“ auszusehen usw., sollte man es ruhig mal auf den Prüfstand stellen.

Ich habe vor einem Jahr angefangen, den „dunklen Helm“ aus Farbe herauswachsen zu lassen. Man braucht ein bißchen Geduld, aber die braucht man nur einmal, danach nie wieder. Meine Mutter hat es damals um die 50 gemacht, aber ich wollte keine zehn Jahre mehr meine Zeit und mein Geld für Versteckspiele verschwenden. Dass ich keine 20 bin, sieht man sowieso und das ist gut so.

Wie viel Charisma hätte Gandalf wohl mit gefärbten Haaren gehabt? Und hätten wir ihm wirklich abgenommen, dass er jünger ist? Na also! 😉


Buchtipp: Hexenkunst

Bei neuen Büchern rund ums Hexentum bin ich immer interessiert und diesmal kam der Taschen Verlag auf mich zu, ob ich ein Rezensionsexemplar ihres neuen Buches „Hexenkunst“ haben möchte.

Der Taschen Verlag ist auf Bildbände spezialisiert und hat in seiner „Bibliothek der Esoterik“ bereits zur Astrologie und zum Tarot einen Band herausgebracht. Das Buch zum Tarot hatte ich hier auf YouTube besprochen.

Selene von Albert Aublet, 1880 – alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Verlags

(Nicht irritieren lassen: die Fotos sind aus der englischen Ausgabe, das Buch erscheint auf Deutsch).

Das Buch besteht aus fünf großen Abschnitten mit Essays zu den jeweiligen Themen:

1 Der Hexenweg als solcher in der Geschichte, in verschiedenen Kulturen und im Selbstverständnis der Menschen, die diesen Weg gehen

2 Die Hexe im Mythos, in Märchen, Geschichten und Erzählungen

3 Die praktischen Dinge (wie der magische Kreis, das Jahresrad, die Verbindung zum Mond)

4 Die verschiedenen Formen der Magie und die fünf Elemente

5 Hexentum und Kreativität – Hexen in der Mode, in der Popkultur und in der Kunst

Kay Nielsen, 1914 – William Rimmer, 1850

Die Essays und Texte sind vielschichtig, regen zum nachdenken an und bringen viele Facetten zum Ausdruck. Man kann immer noch etwas Neues entdecken oder Altbekanntes vertiefen. Auch wenn es ein klassisches Coffeetable-Buch ist (also dazu einlädt dekorativ auf dem Tisch zu liegen und immer mal zur Hand genommen zu werden), ist es nicht oberflächlich.

Kremena Chipliova, 2020 – Iwan Jakolewitsch Biblin, 1900

Mich persönlich freut die schiere Fülle an Bildern aus den unterschiedlichsten Epochen und Kulturen. Bis heute gibt es manche, die beim Thema Hexen nur einen kleinen Ausschnitt der Oberfläche kennen und meinen: Das gibt es nicht. Da spinnen sich ein paar Frauen etwas an.

Das Buch zeigt ganze die Fülle und Pracht des Themas, mit dem sich Generationen von Künstlerinnen und Künstlern befasst und immer wieder neue Blickwinkel entdeckt haben. Von der Romantik bis zum Musikvideo, von alten Holzschnitten bis zur visionären Kunst mit ihren schillendern Bildern.

Aus dem Musikvideo „Brujas“ von Asli Baykal und Princess Nokia, 2017 – Leonor Fini, 1956 – Paul Delaroche, 1855

Bilder sagen manchmal mehr als viele Worte. Sie reflektieren Lebensumstände, Vorstellungen und natürlich auch Klischees.

Alte Darstellungen (Goya darf natürlich nicht fehlen…) sind oft stereotyp negativ. Lässt man die negative Wertung im Bild beiseite und schaut auf das, was da dargestellt ist, kann man viel lernen. Welche Gegenstände sind mit den Hexen verbunden, welche Tiere, welche natürlichen Gegebenheiten? Man kann die alten Bilder auf dieser Ebene wie einen Text lesen.

Hier ein Ziegenbock als Tier der Naturgöttinnen und -götter, da findet sich eine Spindel als Hinweis auf die Nornen und das Gewebe des Lebens. Familiare, wie Kröten, Eulen und Katzen, zeigen die Krafttiere der Hexen. Der Kessel der Verwandlung, der Besen. …und immer wieder der Flug der Seele als das zentrale Element im Hexentum.

Ich will nicht zu viel verraten, man soll ja etwas zum selbst entdecken haben, aber ich kann euch das Buch wärmstens empfehlen, es ist ein Augenschmaus.

… und zum Schluss noch ein bißchen Popkultur mit Robin Hardy´s „The Wickerman“, 1973 – Akira Kurosawa´s „Das Schloss im Spinnwebwald“, 1976 – und Barbara Steele in „Die Stunde, wenn Dracula kommt“, 1960

Wald Weisheiten

Der Frühlingswald mit seiner überwältigenden Aufbruchs-Energie reinigt das Herz.

Seine heutige Botschaft an mich: Alles fließt und strömt. Siehst du es nicht? Farbige Bilder entstehen vor dem inneren Auge, legen sich vor die optische Wahrnehmung, was ein Gesamt-Bild im wahrsten Sinn des Wortes ergibt.

Rituale und Zeremonien sind eine schöne Sache, aber wirklich nur die Hälfte. Die andere Hälfte besteht im sich-berühren-lassen.

Nichts machen, nichts vorhaben, einfach nur da sein und – genau wie in der Botschaft – alles fließen und strömen lassen. Das Leben passiert. Man muss nichts „machen“, wer immer nur rödelt verpasst viel mehr, als er gewinnt.

Es gibt viele, die immer erst noch was erreichen müssen. Wenn ich … erst (erreicht) habe, dann werde ich glücklich sein. Ich verrate euch was: Dann sieht das Leben immer noch genauso aus. Du nimmst dich selbst immer mit. Und wer weiß, was bin dahin ist.

Die vielen Leute, die sich ein schönes Leben machen wollen, wenn sie erst in Rente sind – und dann köperlich gar nicht mehr so können. Red´ mal Leute, die im medizinischen Bereich arbeiten, die hören solche Geschichten jeden Tag. Besser man ist gleich glücklich. Leben lässt sich nicht nachholen.

Und gleichzeitig ist es wichtig beim Glücklichsein nicht schon wieder auf die Tube drücken zu wollen. Jetzt aber schnell maximal glücklich, wenn ich schon nicht rödele! So funktioniert das nicht. Es sind die kleinen Momente, die stillen Einsichten, das sich-verbunden-fühlen. Das ist kein bißchen maximal und trotzdem das Schönste, was man berühren kann.

Frühstückszeit im Kleinen