Fragen an die Karten: die Liebe

Fragen zur Liebe waren schon immer ein wichtiges Thema beim Kartenlegen. Ich sage bewusst ein wichtiges Thema, nicht das wichtige Thema. Denn damals wie heute spielt(e) der Beruf und das Auskommen eine sehr wichtige Rolle, dazu kommen wir dann im nächsten Monat.

Es ist ein gängiges Klischee, dass Kartenlegerinnen den ganzen Tag die Frage »Kommt er zurück?« beantworten. Das Leben und damit auch die Fragen an die Karten sind aber deutlich vielfältiger. Auch die Fragen zur Liebe sind es.

Viele Menschen würden gerne mal Mäuschen spielen: Was fragen die Leute eine Kartenlegerin? Was beschäftigt sie? Ein paar der häuftigsten Fragestellungen in Sachen Liebe erfahrt ihr in diesem Artikel.

 

In der Liebe geht es um viele Zwischentöne und individuelle Anliegen. Da sind die Fragen nach der generellen Entwicklung. Wie kann das mit uns anfangen oder weitergehen? Welche Basis haben wir? Was sollte man tun und was besser lassen? Bei diesen Fragestellungen will man sich einen Überblick verschaffen, um gute Wege einzuschlagen.

In diese Kategorie zählen auch Fragen nach Entscheidungen, wenn man zwischen zwei Personen steht und nicht weiterkommt. Auch der generelle Überblick, wann und wie mal wieder eine interessante Person im eigenen Leben auftaucht, gehört hier mit dazu.

 

Viele Fragen beschäftigen sich damit, den anderen zu verstehen. Warum hat er oder sie so reagiert? Diese Fragen können einen lange beschäftigen. Manchmal möchten Leute noch Jahre nach einer Beziehung eine solche Analyse, weil es immer noch in ihnen arbeitet. Die Seele hat ihre eigene Zeitrechnung und oft fällt es schwer abzuschließen, wenn es noch offene Fragen gibt, die nie beantwortet wurden.

Wenn man umsichtig und respektvoll mit den Karten arbeitet (also nicht, um andere auszuspionieren, sondern um etwas verstehen zu können) sind solche Befragungen möglich.

Natürlich fallen in diese Kategorie auch Fragen, mit denen man jemanden vorab besser verstehen möchte. Also z.B. eine interessante Person, die einem gewisse Signale sendet, bei der man aber nicht genau weiß, woran man ist und wie man das einordnen soll. Auch in einer bestehenden Beziehung gibt es manchmal Momente, in denen man nicht weiterkommt. Warum handelt er/sie auf diese Weise? Wie geht man damit am besten um?

 

Natürlich befragen mindestens genauso viele Leute die Karten, um sich selbst besser zu verstehen. Was ist nur mit mir los? Wieso kann ich diese Person nicht loslassen? Warum beschäftigt er oder sie mich immer noch so und wie kann ich am besten damit umgehen? Wie finde ich einen guten Weg für mich, für uns?

Das ist ein wichtiger Fragebereich, bekanntlich ist man selbst die einzige Person, die man ändern kann. Hier ergeben sich gute Handlungsansätze, man kann den Mustern der Situation auf die Schliche kommen und Wege zu guten Veränderungen finden.

 

Nun findet eine Beziehung natürlich nicht im luftleeren Raum statt. Die Einflüsse dritter Personen sind ebenfalls ein wichtiges Thema, vor allem wenn sie sich negativ auf die Liebe auswirken. Das können schwierige Schwiegerfamilien oder Ex-Partner sein, aber z.B. auch ein eifersüchtiger Freundeskreis, der sich durch ein neues Liebesglück zurückgesetzt fühlt.

Kein Mensch ist eine Insel, es ist nur natürlich und oft auch gut so, dass andere mit in eine Beziehung hineinspielen. Nur wenn es belastend ist, wird es zum Problem und dann kann der Blick in die Karten helfen Lösungen zu finden.

 

Selbstverständlich ist Liebe nicht nur auf Paarbeziehungen beschränkt. Die Liebe kennt viele Gesichter, eines davon ist die Freundschaft. Da kann es zum Beispiel Fragen geben, wie: Meine beste Freundin hat sich total verändert, ich komme kaum noch an sie heran. Mache ich etwas falsch oder kann ich etwas für unsere Freundschaft tun? Auch Fragen, ob man eine eingeschlafene Freundschaft wieder aufleben lassen sollte oder wie jemand wirklich zu einem steht, fallen in diesen Bereich.

 

Ihr seht: Das Kartenlegen zur Liebe ist weitaus umfangreicher, als die Frage, ob man an eine alte Liebe nochmal anknüpfen wird. Es gibt so viele Facetten und die hier angesprochenen Themen sind lange nicht alles. Die Liebe ist manchmal das sprichwörtliche »seltsame Spiel«, aber was wären wir ohne sie.

 

 

 


Wann benutzt man welches Orakel?

→ Noch kurz in eigener Sache: Wie im letzten Monat angesprochen, haben wir versucht eine technische Mischung aus Blog und Thema des Monats zu finden. Wie das immer so ist mit der lieben Technik, manchmal ist es kompliziert.

Es bleibt also alles, wie es ist und euch erwartet an dieser Stelle wie gewohnt jeden Monat ein neues Thema aus Magie, Kartenlegen und Spiritualität.

 

Diesmal geht es um Orakel. Es gibt so viele verschiedene und da stellt sich schon mal die Frage: Können die alle dasselbe? Gibt es Orakel, die für bestimmte Dinge besser geeignet sind, als andere?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Wenn ich zum Beispiel beim Kartenlegen gefragt werde, was allgemein die ideale Berufsrichtung für eine Person ist, empfehle ich meist einen Astrologen zu befragen.

Natürlich kommt man auch mit den Karten an dieses Thema heran. Aber aus meiner Sicht kann man die Berufung eines Menschen – sozusagen der Stern, unter dem er oder sie beruflich steht – mit einem Horoskop besser herausarbeiten.

Jedes Orakel hat seine Vorzüge. Für die gebräuchlichsten Methoden findet ihr an dieser Stelle eine Orientierung. Zu jedem einzelnen Orakel könnte noch so viel mehr gesagt werden. Daher steht hier vor allem der Kern im Vordergrund, zusammen mit dem häufigsten Klischee zu jedem Orakel und dessen Auflösung.

 

Tarot – Vordergründe und Hintergründe

  • Warum ist es so, wie es ist?
  • Hintergründe und Ursachen beleuchten
  • konkrete zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten ausloten
  • Was kann ich tun? Was sollte ich lassen?
  • Was ist überhaupt möglich und wie bringe ich mich am besten ein?

Klischee: Die Tarotkarten können nur schwammig emotionale Entwicklungen wiedergeben.
Wahrheit: Die Tarotkarten können auch »konkret«, es kommt nur auf die Fragestellung an.

 

Lenormand und Skat – die Fakten

  • Fragen nach Situationen und deren grundsätzlicher Entwicklung
  • äußere Abläufe: Was passiert? Wie geht es weiter?
  • Fakten und Umstände herausfinden

Klischee: Das sind reine Wahrsagekarten, die keine Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.
Wahrheit: Beide Decks sind tatsächlich eher konkret, doch was man daraus macht, hängt von einem selbst ab.

 

Astrologie – der Stern, unter dem etwas steht

  • grundsätzliche Tendenzen sichtbar machen (sozusagen die Großwetterlage)
  • günstige Zeiträume für wichtige Entwicklungen im Leben abstecken
  • Talente und Chancen erkennen, die einem die Sterne mitgegeben haben

Klischee: Horoskop ist gleich Schicksal.
Wahrheit: Wie man bereits im Mittelalter sagte: Die Sterne machen geneigt, aber sie zwingen nicht.

 

Pendel – Ja oder Nein

  • konkrete Ja oder Nein Fragen
  • ideal für klar umrissene Themen mit nicht zu vielen Möglichkeiten

Klischee: Das ist viel zu einfach, um zu umfassenden Aussagen zu kommen.
Wahrheit: Dafür ist das Pendel auch nicht gemacht. Für klare Ansagen und z.B. zum Finden verlorener Gegenstände ist es dafür unschlagbar.

 

Runen – Energiemuster erkennen

  • die bestimmenden Energien einer Situation erfassen
  • ähnlich der Astrologie erfassen auch die Runen eher die Wetterlage eines Themas
  • klar formulierte Fragen bringen daher die Deutung voran

Klischee: Damit arbeiten Menschen einer bestimmten politischen Gesinnung.
Wahrheit: Die unterschiedlichsten Menschen erkunden das Wissen der hiesigen Ahnen, aber viele reden nicht darüber, weil sie eben nicht in diese Ecke gestellt werden möchten.

 

Kristallkugel – der Blick in die Zwischenwelt

  • ähnelt der schamanischen Reise oder auch der Traumdeutung
  • intuitive und symbolische Aussagen zum erfragten Thema
  • das Energiegeflecht einer Situation oder z.B. zwischen Personen erkennen

Klischee: Das ist doch eher Jahrmarktsbuden-Zauber.
Wahrheit: Im Gegenteil, der Gebrauch der Kristallkugel gehört in die A-Liga des Hellsehens und ist alles andere als einfach zu erlernen.

 

Schamanische Reisen – spirituelles Perlentauchen

  • symbolische und konkrete Informationen einholen
  • weniger für einzelne Fragen, mehr für Entwicklungsschritte als solche
  • absolut individuell, es gibt keine vorgefertigten Deutungen
  • der heilende und ausgleichende Aspekt steht im Vordergrund

Klischee: Dafür muss man spezielle Begabungen / Einweihungen / Meister usw. haben.
Wahrheit: Die Fähigkeit in (leichter) Trance hilfreiches zu sehen und zu erfahren ist dem Menschen angeboren. Die meisten Leute – etwas Übung vorausgesetzt – kommen gut auf diesem Weg voran.

 

 

 


Sommerpause

Im Juni entfällt das Thema des Monats durch die Sommerpause.

Danach ist geplant, es noch stärker mit dem Blog zu verknüpfen, damit man z.B. auch interaktiv diskutieren kann. Es müssen noch ein paar technische Details geklärt werden, ihr erfahrt natürlich an dieser Stelle, wenn es soweit ist.

 

 



Geldzauber

Das Spirituelle am Finanziellen

Neben Liebeszaubern sind Rituale für Wohlstand und Erfolg seit Menschengedenken bei Schamanen, Priestern und weisen Frauen am häufigsten angefragt worden. Unser Leben braucht eine materielle Basis, einen Halt, so wie es das Wort Wohl/Stand treffend umschreibt.

Bis heute wird die Geldmagie bei uns ein wenig misstrauisch beäugt. Da verschmelzen materielle und spirituelle Welt ganz sichtbar in einem Wort und das ist eine Vorstellung, die in unserem Kulturkreis nicht immer leicht fällt. Darf man überhaupt um Geld bitten? Ist das nicht ein wenig zu pragmatisch?

In den meisten Ländern der Welt haben die Menschen nicht den Luxus, lange darüber nachzudenken. Wo es kaum staatliche Netze gibt, die einen im Fall des Falles auffangen, umfasst der spirituelle Weg automatisch auch das weltliche Wohlergehen. Sei das in Form von Räucherstäbchen, die in den Tempeln von glücksbringenden Gottheiten entzündet werden oder auch ganz privat in Form von Ritualen.

Wenn wir ehrlich sind, muss man sich die Ansicht, dass Geldzauber verwerflich sind, erstmal leisten können. Und doch sind es gerade die Leute, denen ein größeres Stück vom Kuchen mehr als zustehen würde, die sich die meisten Gedanken machen, ob sie darum bitten dürfen. Schauen wir es uns also einmal genauer an.

 

Richtig wünschen ist der Schlüssel zum Erfolg

Magie wirkt nicht nur auf der persönlichen Seite, indem sie unser Unterbewusstsein positiv beeinflusst. Sie wirkt auch nach außen und bewirkt ein Vorankommen mit der sprichwörtliche Hilfe »von oben«. Dafür ist es wichtig zu wissen was man anstrebt.

Der eigentliche Schlüssel ist nicht der Wunsch nach Scheinen und Münzen, sondern der Wunsch dahinter. Das macht es auf der magischen Ebene um einiges leichter voranzukommen. Man bittet nur selten um einen bestimmten Betrag. Viel wichtiger ist das, was wir damit erreichen wollen, unser konkretes Ziel.

Eine wichtige Anmerkung noch dazu: wenn man magisch Geld erwirbt, ist es wichtig für die Balance etwas davon für einen guten Zweck zu geben oder einem lieben Menschen im persönlichen Umfeld abzugeben zu seinem Wohl. Das muss keine Spende an eine Organisation sein, man tut auch etwas Gutes, wenn man die beste Freundin zu einem Kaffee einlädt. Das ist sehr wichtig, denn die spirituelle Welt achtet auf den Ausgleich. Wem sie etwas schenkt, von dem erwartet sie, dass er ebenfalls ein offenes Herz für andere hat.

 

Kerzen und Pflanzenhelfer für Fülle und Reichtum

In der Magie werden traditionell Grün und Gold für einen Kerzenzauber rund ums Finanzielle empfohlen. Diese Farben bedeuten Wachstum und Erfolg. Das ist eine gute Faustformel, mit der man solide Erfolge hat. Im Einzelfall kann man aber auch zu anderen Farben greifen. Soll es in einem Notfall besonders schnell gehen, ist Rot die erste Wahl. Muss man schützend eingreifen empfehle ich Braun und im Falle von rechtlichen Streitigkeiten wird dunkles Blau kombiniert mit einer goldenen Kerze eine gute Wendung bringen.

Die Kerzen kombiniert man zur Verstärkung des Wunsches oft noch mit Ölen und Pudern verschiedener Pflanzen. Das ist im Notfall kein Muss, aber wenn man etwas Vorbereitungszeit hat auf jeden Fall empfehlenswert. Im einfachsten Fall kombiniert man Sonnenblumenöl mit Zimtpulver und reibt die Kerze damit von unten nach oben ein, bevor man sie entzündet. Auch Lorbeerpulver, Salbei oder Gewürznelkenpulver sind beliebte Zutaten, genauso wie die Öle von Patchouli, Vetiver und Orange.

 

Die Zeitqualitäten nutzen

Der richtige Zeitpunkt spielt wie immer eine große Rolle. Der Moment, in dem man etwas anfängt, ist bedeutsam (siehe die Einleitung vom Artikel zu den Sternen 2017). Bei Geldzaubern ist es von Vorteil, wenn sich die Sonne gerade in einem Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock) oder Luftzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann) befindet. Das lässt sich einfach bestimmen, es ist der Zeitpunkt, an dem diese Sternzeichen gerade an der Reihe sind.

Der dazugehörige Mondstand ist leicht durch einen Mondkalender herauszufinden und für materielle Wünsche bevorzugt man den Mond in den Zeichen Stier, Zwillinge, Löwe, Jungfrau, Schütze und Steinbock. Der Mond sollte unbedingt zunehmen, die gesamte Zeitspanne von Neumond bis Vollmond ist also für einen Geldzauber geeignet.

 

Ein Geldritual für kleine Wünsche

Dieser Zauber ist wunderbar geeignet, wenn Sie sich einen Wunsch erfüllen möchten, der schon länger besteht. Im Grunde ist es nichts riesengroßes, aber man hätte es schon sehr gerne. Für diese kleinen, feinen Wünsche gibt es das folgende Ritual.

Nehmen Sie drei Lorbeerblätter, Gewürznelken und Zimtpulver. Schreiben Sie Ihren Wunsch mit einem spitzen Gegenstand in eine grüne Kerze, wenn möglich bei Vollmond in einem der genannten Zeichen und setzen Sie Ihren Namen darunter. Bestäuben Sie die Kerze mit dem Zimtpulver und drücken sie 4 kleine Nelken in den Boden der Kerze.

Nun legen Sie die drei Lorbeerblätter rund um die Kerze, visualisieren Ihren Wunsch und entzünden sie. Lassen Sie die Kerze in einem Zug herunterbrennen und vergraben Sie die Reste der Kerze und die Lorbeerblätter in der Nähe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses und freuen Sie sich auf die Ergebnisse. Und nicht vergessen: Ein Stück vom Glück sollte geteilt werden, damit es auch weiterhin zu einem kommt.

 



Youtube-Video: Alte Bücher der Volksmagie

In diesem Video geht es um zwei besonders wichtige magische Bücher aus dem 18. bis 19. Jahrhundert: „Der lange verborgene Freund“ und „Das 6. und 7. Buch Mosis“.

Diese sogenannte magische Hausväter-Literatur war für unsere Vorfahren ein wichtiger Schatz an Zaubersprüchen und Hausmitteln, um sich magisch gegen die damaligen Gefahren und Probleme zu wappnen. Was wir heute daraus lernen können und wie spannend dieser Blick durch das magische Schlüsselloch der Geschichte ist, davon handelt dieses Video.

 



Spiritualität finden

Manche Themen sind immer wieder neu aktuell, so auch die Frage nach der Spiritualität. Das Wort wird so häufig verwendet, dass man vielleicht erst einmal darüber reden sollte.

 

Glaube und Spiritualität werden manchmal als Gegenspieler betrachtet, aber das ist ein bißchen einseitig gesehen. Natürlich gibt es blinden Glauben und leere Rituale. In den meisten Religionen und Traditionen kommt so etwas vor. Sogar im Schamanismus, der hauptsächlich im direkten Kontakt mit den Geistern und Göttern arbeitet, gab und gibt es Aberglaube und blinden Glauben.

Wir Westler sind generell ein bißchen streng mit so etwas und mit uns selbst sowieso. Wir wollen die reine Lehre, Abweichungen oder Inkonsequenz sind nicht so unser Ding, man muss sich anstrengen, es muss nachvollziehbar sein. Gleichzeitig spüren auch wir, dass an manchem Aberglauben mehr dran ist, als wir zugeben möchten. Es gibt kaum jemanden, der nicht seine kleinen Schrullen und Rituale im Alltag hat.

 

Im Grunde geht es dort schon fließend in die Spiritualität über. Glaube ist was man glaubt, im Sinne einer Religion auch ein mehr oder weniger fest umrissenes Gerüst, an das man sich halten kann. Das wird heute oft als unfrei abgewertet. Auch das kann man so oder so sehen.

Was für den einen Unfreiheit ist, ist für andere lieb gewonnene Tradition und Halt in schweren Zeiten. Es hat auch Vorteile, wenn einem Mantren oder Gebete bereits in Fleisch und Blut übergegangen sind, so dass im Notfall sofort eine tiefe Verbindung da ist.

 

Wenn wir es ganz einfach sagen wollen: Spiritualität ist, wenn es echt ist, wenn es aus dem Herzen kommt. Welche Form man dafür wählt, ist so individuell, wie wir alle sind. Manche finden Erfüllung und spirituelle Verbindung in ihrer Yoga Praxis. Für andere ist es ein Spaziergang in der Natur, ein Ritual, ein Gebet oder eine Meditation. Die meisten Menschen praktizieren nicht nur eine Sache. Das ist auch gut so, viele Wege führen dorthin und meist muss man erstmal ein bißchen suchen, bis man sein´s gefunden hat.

Im Grunde ist auch unser Alltag Spiritualität, wenn es gut läuft (das tut es nicht immer, aber wie oben angesprochen wollten wir ja nicht mehr so streng mit uns sein). Wir alle befinden uns im großen Netz der Verbindungen. Wir können da gar nicht raus. Selbst wenn wir uns hinstellen und sagen: Ich bin Atheist, an verfeinerte Formen der Psychologie glaube ich nicht und mit dem Tod ist Schluss, sind wir ein Mensch, der eben so denkt – im großen Netz des Lebens.

Wir können gar nicht »verloren gehen«, auch wenn wir uns manchmal so fühlen. Auch das gehört zum Leben dazu und ist nur ehrlich. Spiritualität ist nicht Wellness und die Traditionen weltweit kennen das, was man bei uns »die dunkle Nacht der Seele« nennt. Ein Zustand abgeschnitten von allem. Wenn es uns schlecht geht, sind wir wenigstens noch dabei. Es ist mies, aber man fühlt sich immerhin noch vorhanden und eingebunden. Abgeschnitten zu sein ist die wirkliche Herausforderung.

Ist es nicht auffällig, dass gerade in unserer Zeit so viele Menschen an Depressionen leiden? Die Symptome der »dunklen Nacht« sind so gut wie identisch mit denen einer schweren Depression: man empfindet nichts mehr, alles ist hohl, man ist – aus schamanischer Sicht – im wörtlichen Sinne von allen guten Geistern verlassen.

Spirit bedeutet Geist. Der Mensch kann nicht ohne seine guten Geister. Das ist eine sehr alte Erkenntnis, wie die zahlreichen Traditionen für Seelenrückholungen und auch viele Reinigungsrituale in den unterschiedlichsten Kulturen zeigen.

Für viele Menschen bringt Spiritualität wieder Licht in diese Situation, sie ruft die guten Geister zurück, die Lebensgeister. Natürlich nicht in Konkurrenz zu einer gut fundierten Behandlung, sondern als Ergänzung, als zusätzliches Plus. Und natürlich muss man nicht erst schwer erkrankt sein, um dem Leben etwas mehr Licht zu geben.

 

Für viele stellt sich die Frage: Wo anfangen? Es gibt so vieles, wie findet man seinen Weg? Viele Menschen bekommen kleine Winke. Man sollte wirklich nicht zu viel nachdenken, sondern mehr nachfühlen. Was »zieht« mich förmlich zu sich?

Wir machen oft Umwege, weil wir gutgemeinten Ratschlägen folgen oder denken: Man sagt, das ist gut für xyz, das passt zu dem, was ich brauche. Und dann – ich will ja nicht schon wieder damit anfangen – sind wir auch noch so streng. Es muss schon was »richtiges« sein, etwas halbgewalktes kommt nicht in Frage. Das ist eine Form von Prestigedenken, die schnell im Weg steht in unserer Leistungs-Kultur.

 

Im Grunde braucht man nur drei Fragen, es ist ganz einfach:

  • Wo zieht es mich hin, wenn es Spitz auf Knopf steht und ich unbedingt Hilfe brauche?
  • Wo fühle ich mich zu Hause, geborgen, was wärmt mich spürbar?
  • Wo habe ich das Gefühl einen Weg zu gehen, auf dem ich immer wieder etwas dazu zu lernen kann?

Wenn du das beisammen hast, bist du auf einem richtigen Weg für dich.

 


Youtube-Video: Hausgeister und Umzüge

Wie kann man den guten Geist seiner Wohnung bei einem Umzug mitnehmen? Und was sind Haugeister überhaupt? Diesen häufig gestellten Fragen gehe ich im neuen Video nach, mit Wissenswertem vom Schamanismus bis zum Gartenzwerg, denn auf einer tieferen Ebene haben all diese Dinge etwas miteinander zu tun. Neugierig geworden? Dann viel Freude mit dem Video.