Jupiter – die erste Hälfte

Oben im Bild sieht man ein Bild des Jupitertempels von Terracina (Italien). Eine kleine Erinnerung daran, dass die Astrologie viel mit den alten Göttern zu tun hat. Auch bei uns, so galt der Gürtel des Orion hierzulande als »Friggas Spinnrocken«, die Milchstraße war »Hel´s Weg«, auf dem die Seelen der Verstorbenen in den Himmel wanderten. Während die Astrologie in der westlichen Welt in eine bestimmte Form gefunden hat, haben die Sterne weltweit betrachtet immer noch ganz unterschiedliche Zuschreibungen…

Aber das nur als kleine philosophische Vorrede, kommen wir zur Sache! Jupiter gilt jeher als Glücksplanet in der westlichen Astrologie. Um genau zu sein ist der das »große Glück«, während Venus als das »kleine Glück« gilt.

In der älteren Astrologie war er vor allem ein Planet der Würde, der Werte und auch spiritueller Themen. Dazu gesellen sich Themen wie Wachstum, Ausdehnung und Zugewinne. Man kann sich Jupiter wie einen König vorstellen: Wo er am Himmel vorbeiläuft, da glänzt das Leben.

Doch wie das immer so ist: selbst ein prächtiger König »funktioniert« nur im richtigen Umfeld glänzend. Befindet er sich in einer kargen Absteige oder hat er Streit mit den anderen, sieht er sich denselben Herausforderungen gegenüber wie alle anderen.

In diesem Artikel schauen wir uns das »große Glück« bis Anfang September an, damit er nicht zu lang wird. Anfang September erscheint dann der zweite Teil bis zum Jahresende.

Auch diesmal habe ich farblich wieder ein Ampelsystem verwendet: Rot bedeutet starke Spannung, Gelb ist süßsauer und bei Grün haben wir kosmischen Rückenwind.

Aktuell

Im Moment befindet sich Jupiter im Zeichen Wassermann (wie immer siderisch berechnet, das bedeutet: wo die Sterne tatsächlich in der Natur am Himmel stehen).

Der Wassermann hat diese wunderbar weitläufige Energie. Er sieht das große Bild, bezieht sich auf Gruppen, kollektive Strömungen und das Gemeinschaftsgefühl.

Auch Jupiter bringt Größe mit und so sind die beiden ziemlich harmonisch. Man interessiert sich für die anderen, es entstehen neue Möglichkeiten zusammenzuhalten. Die Menschen suchen nach Lösungen, denken auch mal unkonventionell und stehen füreinander ein. Das sieht man z.B. an den vielen Bürgerbewegungen weltweit, die für gleiche Rechte oder den Naturschutz eintreten.

Natürlich gibt es kein Licht ohne Schatten. Diese Energie kann auch schonmal ausufern. Dann schießen gute Ansätze über das Ziel hinaus, werden plötzlich eng im Geiste oder abgehoben. So etwas sieht man beispielsweise, wenn Menschen auf einer Friedensdemo aggressiv werden und man sich fragt, wie das den Geist des Friedens beschwören soll.

Klug genutzt kann man in dieser Zeit leichter als sonst Netzwerke knüpfen, sich mit anderen verbinden und neue Lösungen für alte Probleme auf den Weg bringen.

3. Mai

Jupiter und Merkur treffen sich im spannungsreichen Quadrat und da haben wir den Salat auch schon: ein König kann nur strahlen, wenn die Umgebung stimmt. Dieser Aspekt kann dazu führen, dass man verbal über´s Ziel hinausschießt. Man will zu viel und ruiniert damit das eigentlich gut Erreichbare. Große Versprechungen, aber nichts dahinter. Auch Besserwisserei, Großmannstum und Leichtsinn können in diesem Aspekt ihre Blüten treiben.

An solchen Tagen ist es nicht nur wichtig sich selbst zurückzunehmen und die eigenen Worte und Gedanken zu prüfen. Auch was andere erzählen, meinen und wollen sollte mit Vorsicht genossen werden. Meine Oma hatte den schönen Spruch: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ein passendes Motto für diesen Tag!

8. Mai

Nach dem verstolperten Start mit Merkur schlittert die liebliche Venus gleich hinterher und begibt sich ebenfalls ins Quadrat zum Jupiter. Das kann zu Spannungen in der Liebe führen und die wollen ehrlich angeschaut werden. Manche neigen dann zu Übersprungshandlungen, versuchen sich Bestätigung außerhalb der Beziehung zu sichern oder weichen der Sache aus.

Mit Liebe sind übrigens nicht nur Paarbeziehungen gemeint. Jeder Mensch hat Beziehungen zu anderen, die immer von Gefühlen begleitet werden. Heute ist ein guter Tag, um die Emotionen ein wenig beiseite zu schieben und zu schauen: Wo drückt der Schuh? Was sind die ersten Schritte, die ich unternehmen kann, damit sich das ändert?

Bei diesem Aspekt spielt natürlich auch das Thema Geld mit hinein, heute sollte man Impulskäufe vermeiden und besser keine langfristigen, gewichtigen Projekte planen.

21. Mai

… ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es erst im Juni wieder lockerer wird. Nun rasselt auch noch die Sonne ins Quadrat zum Jupiter, aber ich verspreche euch: bis Mitte Juli haben wir es dann erstmal überstanden mit den Spannungen.

Die Sonne ist das Ich in der Astrologie und Jupiter ist das Wachstum. Wenn beide spannungsreich im Quadrat stehen, geraten diese Bereiche in einen Konflikt. Man hat das Gefühl nicht gut genug voran zu kommen. Man wünscht sich mehr Freiheit, mehr Entwicklungsmöglichkeiten, aber ständig kommt irgendwer oder irgendwas und tritt auf die Bremse.

Manchmal geht es auch den umgekehrten Weg: Man denkt, man wäre die oder der Größte. Die anderen haben sowieso keine Ahnung, die sollen mal ganz still sein… Beliebt macht man sich so auf keinen Fall und es endet leicht in allgemeiner Überforderung. Der Happen, der einem vorschwebt, ist eine Nummer zu groß.

Ruhe und Bescheidenheit (in einem positiven Sinne) sind die besten Begleiter in dieser Phase.

4. Juni

Endlich geht es voran. Venus geht ins große, schöne Trigon zum Jupiter: Bitte dick am Kalender anstreichen! Diese Kombination beflügelt die Liebe und Beziehungen aller Art. Auch finanzielle Entwicklungen und alles, was eine große Schippe Glück benötigt, steht jetzt unter einem guten Stern.

Rituale, Intentionen und Affirmationen für Wohlstand, Wachstum, Spiritualität und Liebe werden beflügelt.

Großzügigkeit ist das Thema: anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Manchmal können wir erschreckend streng mit uns sein (Stichwort Selbstoptimierung) und übersehen dabei, dass wir ein Mensch sind, der auch von sich selbst Liebe erwarten kann.

20. Juni

Jupiter wird heute rückläufig und bleibt es bis zum 18. Oktober. Das macht nicht nur der freche Merkur (was allgemein mehr Beachtung findet), auch Jupiter geht aus Sicht der Erde ab und an ein paar Schritte zurück. Manche betrachten diese Phasen als »doom and gloom«, wie man im Englischen so schön sagt (Unheil und Finsternis).

Ich sehe das anders, nämlich mit dem Blick der Natur. Wir sehen überall auf der Welt die Folgen von ständigem Fortschritt: ausgebrannte Natur, ausgebrannte Menschen. Ein paar Schritte zurück können sehr heilsam sein und sind in der Natur fest vorgesehen. Alles hat seine Zeit, alles ist im Wandel.

Die Rückläufigkeit ist wie die Reise eines Pilgers, der sich für eine gewisse Zeit aus dem geschäftigen Alltag rausnimmt, um tiefer zu schauen. Gerade Jupiter kann das gut gebrauchen.

Jeder liebt Zuwächse, da müssen wir jetzt keinen Heiligenschein aufsetzen. Aber es gibt auch ein zu viel. Wenn im Körper zu viel wächst, nennt man das Krebs, wenn in einer Wohnung zu viel ist, wird sie zum Messie-Zuhause… Es braucht auch das Los- und Weglassen, wenn wir in Balance bleiben wollen.

Die Rückläufigkeit des Jupiters ist eine Art Prüfstand: Was gehört zu mir und was kann weg? Wovon horte ich zu viel in meinem Leben? Welche Themen beherrschen mich? Ist es angemessen, dass sie so viel Raum bekommen? Was ist mit den zarten Pflänzchen am Rande, wollen die nicht auch mal wieder das Licht meiner Aufmerksamkeit bekommen?

Nutzen wir die Zeit bis in den Herbst hinein also, um die gesunde Balance zum Thema zu machen.

23. Juni

Eine ausgesprochen großzügige und entspannte Konstellation ergibt sich mit der Sonne im Trigon zum Jupiter. Jetzt ist eine ausgezeichnete Zeit für berufliche und finanzielle Pläne, sie gehen deutlich leichter und erfolgreicher von der Hand, als zu anderen Zeiten des Jahres.

Man (er)lebt innere und äußere Größe, wird zuversichtlich und selbstbewusst – weil eben auch wirklich etwas dabei rumkommt. Auch eine sehr gute Zeit für inneres Wachstum. Man erkennt, was einem gut tut und wovon man mehr in seinem Leben haben möchte.

12. Juli

Merkur wandert ins Trigon zum Jupiter, die Glückssträhne geht weiter. Merkur ist die Kommunikation, steht für Verträge, Verhandlungen, Gespräche und jede Form Wissen und Informationen auszutauschen. Er ist außerdem Schutzherr des Handels.

Jupiter gibt Wachstum, aber auch Würde und Werte dazu. Das ist eine wunderbare Mischung, wenn es darum geht zu wachsen – egal ob als Betrieb, als Angestellter oder als Mensch. Man wächst über sich hinaus in dieser Zeit, im besten Sinne dieses Ausdrucks. Man wächst aus Begrenzungen, Verstrickungen oder Unklarheiten – durch die kommunikative und gewitzte Kraft des Merkur.

Auch spirituell ist das eine starke Phase. Gut möglich, dass man hinterher selbst erstaunt ist: Was da plötzlich für Türen aufgegangen sind!

22. Juli

Jupiter und Venus stehen in Opposition. Die bequemste Lage ist das nicht für die beiden. Grundsätzlich verstehen sie sich gut, aber dieser spannungsreiche Aspekt kehrt ihre Schattenseiten hervor. Auch die besten Freude können unausstehlich sein, wenn sie sich auf dem falschen Fuß erwischen.

Typisch für diese Energie ist z.B. dass man die eigene Beziehung mit anderen vergleicht und in irgendeiner Form für nicht »groß« genug befindet. Die anderen scheinen irgendwie alle glücklicher zu sein und was die alles tolles machen… Manchmal kann das so weit gehen, dass man sich anderweitig umschauen möchte.

Um es mit den weisen Worten unserer Großmütter zu sagen: Die anderen kochen auch bloß mit Wasser. Mögliche Konfliktpunkte sollten besser zu einem späteren Zeitpunkt unter die Lupe genommen werden, wenn sich alles beruhigt hat.

Auch finanziell sollte man vorsichtig sein, das ist eine typische Konstellation für Impulskäufe und Ausgaben, die man macht, weil man anderen zeigen will, wie großartig man ist (… und hinterher feststellt, dass das Geld weg ist und die Sache einem selbst gar nicht so viel bedeutet).

Kurz gesagt: Am besten hält man den Ball flach, lässt diese Konstellation durchziehen und freut sich auf bessere Zeiten – ab September… Der Sommer wird nicht immer einfach in Sachen Jupiter-Energie. Krempeln wir also die Ärmel hoch und um noch einen beherzten Spruch meiner Oma zu zitieren: Wir sind doch nicht aus Zucker!

29. Juli

… und schlimmer geht immer! Schwarzer Humor ist sicher nicht verkehrt bei Mars Opposition Jupiter. Mars steht für Power, aber auch für Konflikte und Jupiter bläst das Ganze dann noch so richtig auf.

In dieser Zeit ist es leicht zu denken man wäre der oder die Tollste und sich gleichzeitig zu überfordern, um das auch unter Beweis zu stellen. Manchmal hat man das Gefühl von Egomanen umgeben zu sein.

Wer sich mit dem Tarot befasst, kennt den Eremiten. Diese gelassene, würdevolle Person, die ihre Lampe hochhält, um damit gute Wege auszuleuchten. Sie lässt sich nicht von anderen beeindrucken, sondern geht ruhig und zentriert ihren Weg. Diese Karte ist eine wunderbare Inspiration für diese Phase. Man sollte Streit jetzt wirklich aus dem Weg gehen, das gilt für den gesamten Sommer.

Wenn die himmlischen Herausforderungen der kommenden Zeit einen guten Aspekt haben, dann ist das der Blick auf die eigenen Werte. Man lernt gesunde Disziplin, sich im richtigen Moment zurückzunehmen und klug durch die kleineren oder größeren Verstrickungen des Alltags zu navigieren. In der Theorie der Motivations-Bücher ist das immer leicht – aber wirklich lernt man das nur im echten Leben.

11. August

Im Juli waren sich Jupiter und Merkur noch freundlich zugetan, jetzt begegnen Sie sich in der Opposition. Ganz ähnlich wie bereits bei Venus und Mars (die Sonne kommt auch gleich noch dran, dann sind wir durch) bewirkt diese Konstellation, dass beide Planeten ihre Schattenseiten hervorkramen.

Der Schatten von Größe trifft auf den Schatten von Kommunikation. Praktisch ausgedrückt führt das oft dazu, dass man übertreibt, leichtsinnig wird oder aufgeblasen daherkommt. Es ist einfach zu viel von allem. Man verspricht sich und anderen mehr, als machbar ist. Alles mal eine Nummer kleiner, sollte das Motto sein.

20. August

Damit wären wir auch schon bei der Sonne in Opposition zum Jupiter. Auch hier geht es wieder um die Schattenseiten, diesmal des Ich’s (Sonne) und des Wachstums (Jupiter). Das ist eine Kombination, die ans Eingemachte geht. Wo bin ich überheblich oder leichtsinnig? Übernehme ich mich? Für wen mache ich eigentlich den ganzen Budenzauber?

Das ist ein starker Tag für eine innere Inventur, um sich selbst liebevoll auf den Zahn zu fühlen. Wo plustere ich mich auf? Ist das sinnvoll? Oder sollte ich einfach mal herzhaft über mich lachen und dann ein bißchen mehr entspannen?

Das gilt natürlich auch für alle anderen. Manchmal hat man jetzt das Gefühl, dass der sprichwörtliche Pfau sein Rad schlägt, wohin man auch schaut. Lass dich davon nicht mitreißen, beeindrucken, aber auch nicht ärgern. Manchmal sind eben alle ein bißchen verrückt. Je besser man darüber lachen kann, desto leichter kommt man hindurch.

6. September

Wir haben´s geschafft! Der Rest des Jahres hat auch ein wenig auf und ab, aber so geballt wie in der ersten Hälfte kommt es nicht nochmal. Mit Venus im Trigon zum Jupiter kehrt nun wieder Frieden ein.

Die Venus, das ist die Liebe, die Sinnlichkeit, der Sinn für Kunst und die schönen Dinge im Leben. Im Trigon, der großen, angenehmen Verbindung am Himmel, schafft sie mit Jupiter gemeinsam eine Stimmung von Freiheit, Kreativität, Liebe, Anziehungskraft und Sinnlichkeit.

Auch handfeste Themen wie die Finanzen, Anschaffungen oder materielle Pläne stehen unter einem guten Stern bzw. eben zwei guten Sternen: Venus und Jupiter. Genieße diese Zeit, die auch wie geschaffen ist für Rituale und spirituelle Arbeit in Sachen Liebe, Finanzen, Kunst und Schönem.

Der nächster Artikel beschäftigt sich mit Venus in der zweiten Jahreshälfte und erscheint am 24. Juni.

Jupiters restliches Jahr beleuchten wir ab dem 8. September, wenn dieser Artikel fortgesetzt wird.


Venus bis Jahresmitte

Beim Blick in die Sterne geht es – ähnlich wie bei den Karten – oft um die Liebe und beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die Karten sehen konkrete Personen und Gegebenheiten, die in eine Situation hineinspielen. Sie zeigen zudem die allgemeine »Großwetterlage«, in der wir uns befinden.

Die Großwetterlage ist ebenfalls ein Spezialgebiet der Sterne, aber sie können noch etwas anderes, das bei den Karten eher im Hintergrund steht und das ist die Frage nach der Zeit, in der sich etwas abspielt.

In diesem Artikel geht es um die Liebe in diesem Jahr und damit es nicht zu lang wird, habe ich das Thema aufgeteilt. An dieser Stelle geht es um die Planeten-Beziehungen der Venus bis zum Juli. Am 24.6. erscheint dann der Artikel für das restliche Jahr, so dass wir alles auf einen Blick haben.

Um praktisch damit zu arbeiten und die Einflüsse der Venus in deinem Leben konkret zu beobachten, empfehle ich dir Notizen in deinem Planer oder einer Kalender-App o.ä. zu machen. Vor allem die besonders positiven bzw. angespannten Aspekte sollte man dabei im Blick haben.

Damit es übersichtlicher wird, habe ich eine Art Ampelsystem für die einzelnen Daten verwendet: rot markierte Aspekte sind spannungsreich, sie fordern uns heraus zu lernen und über unseren Schatten zu springen. Orange markierte Aspekte sind grundsätzlich positiv. Sie liegen im guten Mittelfeld, sind aber eher lauwarm verglichen mit den grün markierten Aspekten, bei denen die Energie besonders harmonisch ist.

Wie immer sind die Planetenstände siderisch berechnet, das heißt die Planeten stehen dort auch tatsächlich am Nachthimmel (im Gegensatz zur stärker verbreiteten tropischen Berechnung, bei der man alles an einem festgesetzten Frühlingspunkt im Widder orientiert). Für mich als Hexe ist die Natur der Ausgangspunkt in Sachen Astrologie.

Noch zwei Dinge, bevor wir loslegen: die Venus als Planetin der Liebe ist natürlich noch ein bißchen mehr. Du kannst diese Planetenstände in Bezug auf alles lesen, was sich um Lebensfreude, die schönen Künste, Genuss, ein klein wenig Luxus (was auch immer das für dich ist) und alles, was das Leben lebenswert macht, dreht.

Venus ist das Extra im Leben, sie lässt das Leben funkeln und sie hat die wunderbare Zauberkraft es unabhängig von den äußeren Umständen zu tun. Wo Venus ist, kann ein Abendessen mit Butterbroten zum Festmahl werden, einfach weil die Stimmung toll ist und sich alle amüsieren.

Hier noch der abschließende Gedanke: Ich gebe bei allen Aspekten den Tag an, an dem sie exakt werden. Das ist der Höhepunkt der Entwicklung und viele Menschen können die Aspekte bereits ein paar Tage im Vorfeld fühlen und auch ihr Abklingen in den Tagen danach ist noch spürbar. Es geht also eher um kleinere Zeiträume, als um einen einzelnen Tag.

Venus steht aktuell in den Fischen

Sanft, romantisch, subtil und verträumt. Sie ist in diesem Zeichen erhöht, das heißt, sie kann bis zu ihrem Wechsel in den Widder am 10. April besonders viel Kraft in alles einbringen, was sie berührt.

18. März

Venus geht ins freundliche Sextil zum tief- bzw. abgründigen Pluto. Eine gute Zeit, um die Liebe zu vertiefen, um unangenehme und weitreichende Themen zu entschärfen und Neues zu erkunden. Pluto ist selten zu 100% angenehm, aber diese Konstellation holt seine Schokoladenseiten hervor. Das hat was von »die Schöne und das Biest«, hier arbeiten sie Hand in Hand zusammen.

30. März

Noch so ein tiefgründiges Sextil, diesmal zum Saturn. Der Erbsenzähler und das Luxusbienchen machen gemeinsame Sache und das schlägt sich in realistischen Planungen und neuer Stabilität nieder.

Zumal die beiden sehr stark stehen: Venus ist in den Fischen erhöht, Saturn fühlt sich im Steinbock pudelwohl. Die beiden sind voll und ganz in ihrer Kraft, so dass in der Liebe eine gute Zeit für langfristige, stabile Partnerschaften anbricht. Ein guter Zeitpunkt auch für bestehende Partnerschaften, die den nächsten Schritt wagen wollen (wie z.B. zusammenziehen).

Das ist auch eine sehr gute Konstellation für alle, die im kreativen Bereich arbeiten oder in irgendeiner Weise mit Schönheit, Wohlbefinden, Heilung und Feiern zu tun haben.

6. April

Mars ist nicht nur in der Mythologie der liebste Liebhaber der Venus (nicht, dass sie sich je auf einen festgelegt hätte…), auch am Himmel sind die beiden ein schönes Paar, heute zwinkern sie sich im Sextil zu. Venus noch immer in den mystischen Fischen, der Mars im sinnlichen Stier, das hat was!

Eine wunderbare Zeit, um sich zu verlieben (natürlich auch in bereits anwesende Partner, man kann sich immer wieder neu verlieben). Diese Kombination stärkt das Selbstwertgefühl, der Stier-Mars bringt jede Menge gut geerdete Kraft mit ein. Es fällt einem jetzt leichter auf den anderen zuzugehen, weil der eigene Standpunkt sicherer ist.

Ganz nebenbei ist es eine ausgesprochen sinnliche Kombination, hier liegen Frühlingsgefühle in der Luft. Auch für praktische Dinge ist es eine gute Zeit, wer als Paar langfristige finanzielle Ziele in Angriff nehmen will (wie z.B. Hausbau, Kredite, Schulden abbauen, Sparkonten, Anlagen…), bekommt jetzt Rückenwind »von oben«.

10. April

Venus wandert in den Widder. Das gibt ihre eine dynamische Färbung, sie nimmt an Fahrt auf, wird »feuriger«, aber auch ungeduldiger.

12. April

Wir hatten oben das konstruktive Sextil zum Pluto, bei dem Venus und Pluto gemeinsame Sache gemacht haben. Damit ist es jetzt erst einmal vorbei, sie stehen heute im spannungsreichen Quadrat. Pluto stachelt die weniger schönen Seiten der Venus an und diese Schattenseiten zeigen sich z.B. in (verdeckten) Machtkämpfen, Druck, Spannungen und Rechthaberei.

Man will den anderen oder die Situation als solche kontrollieren, dadurch wird die Sichtweise eng und festgefahren. Das kann sich auch auf Singles beziehen, die jetzt möglicherweise den Drang verspüren eine Partnerschaft zu erzwingen.

Der beste Leitsatz für diese Zeit: Ich atme durch und lasse den Dingen ihren Raum.

23. April

Heute ist alles möglich. Venus kuschelt sich in der Konjunktion direkt an Uranus, beide stehen im Widder, das ist jede Menge Energie, die in alle Richtungen losgehen kann. Ein Spiel mit dem Feuer, jetzt rebelliert man, will – und kann – alte Einschränkungen überwinden. Umbrüche und Veränderungen werden greifbar.

Wer diese Energie klug nutzt und nicht über die Stränge schlägt, kann jetzt in kurzer Zeit Veränderungen bewirken, die sonst sehr viel länger dauern würden. Es ist eine Zeit der intensiven Transformation, eine Prise Humor kann da nicht schaden. Wer beherzt und offen in diese Konstellation geht, kann viel erreichen.

25. April

… und dann kommt schon wieder Saturn um die Ecke. Im Quadrat zur Venus steht er für den Kleinkram des Alltags. Die rumliegenden Socken, die offene Zahnpastatube… ihr ahnt, was ich meine. Mit Uranus war gerade noch so viel Schwung drin und schon steht der graue Alltag vor der Tür, das Selbstwertgefühl ist so lala, man fühlt sich ernüchtert.

Was man dagegen machen kann? Nun, nüchtern werden kann auch hilfreich sein. Es nimmt den Dingen den Glanz, aber man sieht die ungeschminkte Wahrheit. Habe ich mich in etwas verrannt? Bin ich zu pingelig? Wo zeigt sich der grantige Saturn in mir und in meinem Liebesleben?

Solche Aspekte sind nicht glamourös, aber lehrreich. Ich nenne das die »innere Inventur«. Das Quadrat schafft die nötige Spannung, damit man diese Dinge auch wirklich angeht. Manchmal brauchen wir einen kleinen Schubs und genau den bekommen wir heute.

3. Mai

Nach all der Arbeit haben wir uns eine Pause mehr als verdient und die bekommen wir mit Venus im Sextil zum verträumten Neptun. Jetzt wäre es sogar nachteilig allzu viel zu wollen. Es gibt im Leben für alles eine Zeit und nun stehen die Zeichen auf träumen und genießen. Die ideale Kombination für Romantiker (und alle, die es werden wollen…).

Auch spirituell ist das eine starke Kombination, nun kann man tiefer sehen, die Schleier lüften. Es sind verzauberte Tage, wer kreativ arbeitet wird jetzt leicht an neue Ideen und Impulse kommen.

Wichtig ist es jetzt fließen zu lassen. Erreichen durch nicht-erreichen-müssen, so lässt sich das am besten umschreiben. Ein sanfter Tanz, bei dem man bekommt, was man möchte, indem man nicht danach greift.

4. Mai

Venus wechselt in den sinnlichen Stier. Hier fühlt sie sich heimisch, sie ist Regentin des Stiers und der Waage. Die Königin betritt ihr Reich und die Welt erblüht. Da der Stier ein handfestes Erdzeichen ist, kommt diese Entwicklung auch im echten Leben an. Hier geht es nicht nur um Gedanken und Gefühle, hier wird gelebt.

6. Mai

Heute treffen Pluto und Venus wieder aufeinander, diesmal im Trigon. Etwas vereinfacht gesagt ist das Sextil das kleine Gute und das Trigon das große Ding. Was daran liegt, dass sich bei dieser Konstellation beide Planeten im selben Element befinden. In diesem Fall spielen Stier und Steinbock hinein, also das Element Erde.

Wir hatten am 18.3. bereits eine ähnliche Verbindung im Sextil, damals befand sich Venus aber noch in den Fischen. Jetzt, mit beiden Planeten in einem Erdzeichen, sind sie noch stärker in Harmonie. Man könnte sagen im März trug Venus ein meergrünes Kleid und Pluto kam in Erdfarben zum Date. Heute tragen sie beide Erdfarben und die Venus als Herrscherin des Stiers fühlt sich sehr wohl darin (sie ist nicht nur die »Tussi«, sie ist auch die Kraft, die alles Leben entstehen lässt, die Fruchtbarkeit der Erde, wie auf der Tarotkarte »Herrscherin« abgebildet).

Nach diesem kleinen Ausflug in die grundlegenden Energien: Was mache ich jetzt damit? Pluto bringt die Tiefgründigkeit mit, Venus die Liebe und bei beiden stehen die Zeichen auf Erdung, Realitätsnähe und handfeste Ergebnisse.

Das ist eine wunderbare Konstellation für emotionale Heilung, die greifbare Früchte trägt. Klärende Gespräche, wohldurchdachte Gesten, liebevoll-ernst gemeinte Worte und Taten, all das wird jetzt beflügelt. Es bringt vor allem auch was. Man redet sich nicht den Mund fusselig, sondern kann den anderen (und sich selbst) wirklich im Herzen berühren, damit sich ganz konkret etwas ändert.

8. Mai

Oha, Jupiter betritt die Bühne, aber er kommt im spannungsreichen Quadrat. Jupiter bedeutet Wachstum und Expansion – aber in welche Richtung geht es?

Zu viel Wachstum, das kann sich in der Liebe auch in Affären oder zumindest dem Gedanken daran niederschlagen. Geht da nicht noch mehr? Sollte nicht alles besser, glanzvoller, schöner sein? Man will die Welt aus den Angeln heben, erzeugt Druck und hat das Gefühl, dass einem alles zu eng wird.

Jetzt ist wirklich Behutsamkeit angesagt. Oder wie meine Oma gesagt hätte: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Beruhige dich, bringe dich auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das kann heutzutage wirklich eine Aufgabe sein, überall sieht man in den sozialen Medien eine Inszenierung von Partnerschaft, die mit dem echten Leben nichts zu tun hat, Stichwort #couplegoals. Das echte Leben kann daneben nur mager und irgendwie unfertig aussehen. Umarmen wir es! So, wie es ist. Der weise Spruch „Gut ist gut genug.“ ist ideal für diese Phase.

20. Mai

Der Wonnemonat Mai lässt es auch am Himmel hoch hergehen. Heute treffen sich Venus und Saturn im Trigon. Das erinnert an die Verbindung im Sextil vom 30.3., geht aber noch tiefer (ganz ähnlich wie bereits bei Pluto).

Beide stehen in einem Erdzeichen und somit geht es um realistische, langfristige Pläne für die Zukunft. Was wollen wir erreichen, wo wollen wir hin? Gibt es größere Ziele? Jetzt können sie geplant und besprochen werden.

Auch für Singles ist das eine gute Zeit, um sich klar zu werden, was man wirklich will. Das hört sich banal an, aber als Beraterin sehe ich immer wieder, dass zu viel Offenheit dazu führen kann genau die falschen Partner auszusuchen. Man macht faule Kompromisse oder geht Beziehungen ein, in denen beide Partner zu unterschiedlich sind.

Realismus ist das Thema: Wer bin ich wirklich und was ist für mich passend?

27. Mai

Heute ist genau das Gegenteil von Klarheit angesagt. Im Quadrat zum Neptun neigt Venus zu Illusionen, Luftschlössern und unrealistischen Einschätzungen. Alle, die sich in On/Off-Beziehungen befinden, legen an diesem Tag das Handy am besten komplett aus der Hand.

Wie alle Aspekte kann man auch diesen als Aufgabe betrachten. Dann lauten die Fragen: Wo schaue ich nicht genau hin? Wo lasse ich mich in einem negativen Sinn treiben? Habe ich Sucht-Tendenzen in der Liebe? Nicht nur Alkohol oder Shopping können abhängig machen. Manche Menschen sind süchtig nach Beziehungsdramen und können mit einer guten, »nüchternen« Verbindung nichts mehr anfangen.

Solche Tendenzen werden heute besonders berührt, was aber auch den Impuls zur Heilung setzen kann. Manchmal muss man erst tief genug sinken, damit man wirklich etwas ändern will. Dabei hilft auch…

28. Mai

… der Wechsel der Venus in die Zwillinge. Jetzt wird die Kommunikation gestärkt, es kommt mehr Leichtigkeit ins Thema Liebe und festgefahrene Situationen lassen sich besser in Bewegung bringen.

13. Juni

Venus geht ins freundliche Sextil zum Revoluzzer Uranus. Eine gute Zeit für Veränderungen und um bestehenden Beziehungen neue Impulse zu geben. Für Singles auf der Suche ist das ebenfalls eine gute Zeit, in der sich überraschende Veränderungen ergeben können – meist aus Richtungen, mit denen man gar nicht gerechnet hatte.

21. Juni

Mit dem Trigon zum Neptun lässt uns Venus jetzt – um die Sonnenwende herum – träumen. Das große Stichwort heißt kosmische Verbundenheit.

Es ist auch eine sehr gute Zeit für die spirituelle Entwicklung, für Botschaften „von oben“ und nicht zuletzt (Venus ist die Chefin der Kunst), um spirituelle Gefühle in kreativen Projekten aller Art auszudrücken.

Träumen wird oft unterschätzt, dabei ist es in vielen Kulturen der Welt zentral, wenn es um Veränderungen geht. Jetzt ist eine gute Zeit für wirkungsvolle Visualisierungen in allen Lebensbereichen, die Venus umfasst.

22. Juni

Heute tritt die Venus ins Zeichen Krebs ein. Der Krebs steht traditionell für mütterliche, häusliche, familiäre und im weitesten Sinne nährende Energien. Jetzt beginnt ein sehr guter Zeitraum für Self-Care und Heilung. Es ist eine gute Zeit, um dein direktes Umfeld so zu verändern, dass du dich wohl darin fühlst und zum Ausdruck bringen kannst (z.B. auch in Sachen Kleidung, Wohnungsgestaltung usw.).

Alte Wunden und verletzende Erfahrungen können jetzt sanft durch Schönes geheilt werden. Es ist eine gute Zeit, diese Dinge kreativ z.B. durch schreiben oder malen aufzuarbeiten…

24. Juni

… was auch gleich mit einem fulminanten Blick in den dunklen Spiegel beginnt. Venus tritt in die Opposition zum »Fürst der Finsternis«, Pluto. Das sorgt für Spannungen, man neigt zu Machtspielen, Besserwisserei, baut Druck auf, fühlt sich angespannt und möchte am liebsten weglaufen.

Was macht man am besten mit so einem Tag? Man kann sich wegducken und die Wolken vorüberziehen lassen. Das ist übrigens völlig in Ordnung. Man muss nicht ständig an sich arbeiten und an allem „wachsen“. Oft wird übersehen, dass man dafür erstmal die notwendigen Reserven haben muss, wenn man sich nicht mit innerer Arbeit selbst runterwirtschaften will.

Wenn die Reserven gegeben sind, ist es ein guter Tag, um sich liebevoll auf den Zahn zu fühlen: Wo spiele ich Machtspiele? Bin ich manchmal unausstehlich (speziell wenn ich meine, dass ich alles besser weiß)? Hänge ich mich zu viel in Sachen rein, die mich nichts angehen? Nehme ich anderen manchmal die Luft zum atmen? Bin ich erdrückend? Werfe ich anderen Emotionen vor die Füße, an denen Widerhaken befestigt sind?

Wenn wir ehrlich sind, kommt sowas vor. Es ist nicht schön, aber menschlich und wegschauen oder das Aufsetzen eines Heiligenscheins machen es nicht besser. Hinsehen, es liebevoll annehmen, dann langsam verwandeln – so kann ein guter Weg aussehen.

Das war die erste Jahreshälfte in Sachen Venus – eine spannende und abwechslungsreiche Zeit. Wer es sich bereits vormerken möchte: die zweite Hälfte des Jahres beleuchten wir ab dem 24. Juni.

Der nächste Artikel in der Astrokolumne erscheint am 27.4. und befasst sich mit Jupiter in diesem Jahr. Er ist das »große Glück« in der Astrologie, steht für Wohlstand und Wachstum, ist aber auch für Spiritualität und Werte zuständig.


Die Sterne und die Fruchtbarkeit

Vor einer Weile erreichte mich eine Leserinnenzuschrift:

Mich (und vielleicht auch andere) würde mal interessieren, was hältst du von den Mondphasen und die Auswirkung beziehungsweise Abstimmung bezüglich Familienplanung/Fruchtbarkeit?

Dazu ein Verweis auf die Forschungen eines Prager Arztes, der die Mondphase zum Zeitpunkt der Geburt einer Frau (um genau zu sein den Winkel des Mondes zur Sonne) mit ihrer fruchtbaren Phase in Zusammenhang bringt.

Leider erfährt man wenig zur erwähnten Studie des Arztes. Wie viele Frauen haben teilgenommen? Wie viele Treffer und noch interessanter: Wie viele Abweichungen gab es? Wenn man das nicht weiß, kann man wenig dazu sagen.

Das alles klingt auch sehr kompliziert? Nicht nur das, es klingt auch unwahrscheinlich. Jetzt mal ehrlich, nur wenige Frauen haben einen immer gleichen Zyklus. In Abstimmung mit dem Mond müsste der etwa 30 Tage lang sein. Ein Mondzyklus dauert nämlich 29,5 Tage (nicht 28 Tage, wie oft behauptet – diese häufig erwähnte Zahl hängt eher mit der Wochentaktung der Pille zusammen, als mit dem Mond).

Natürlich kann man sich bei sowas wunderbar in Haarspaltereien verlieren und deshalb möchte ich auf einen wesentlichen Punkt kommen, der bei dieser Betrachtungsweise übersehen wird: Es braucht zwei für ein Kind.

Betrachtet man nur die Frau, fällt die Hälfte unter den Tisch. Es hat eine lange Tradition den Frauen die Fruchtbarkeit „zuzuschieben“, die auch in der oben erwähnten Studie nachwirkt. Ganz ehrlich, mir ist ein Rätsel, wie man die Männer dabei ausblenden kann.

Außerdem sind ganz sicher nicht nur die Sterne im Spiel. Stress, das zunehmende Alter, bis man ein finanziell und emotional stabiles Nest geschaffen hat, Umweltfaktoren…

Wer z.B. schonmal nicht-biologische Kosmetikprodukte mit einer App wie „Codecheck“ getestet hat, wird verblüfft festgestellt haben, wie viele hormonell wirksame Stoffe in vielen Produkten enthalten sind, die Einfluss auf die fein abgestimmten Abläufe im Körper nehmen können. Seit vielen Jahren ist außerdem bekannt, dass die Fruchtbarkeit der Männer in westlichen Ländern messbar abnimmt. Es ist also wichtig das ganze Bild zu sehen.

Noch dazu fallen passende PartnerInnen nicht vom Himmel. Das mag sich banal anhören, aber als Kartenlegerin sehe ich immer wieder, dass dieser Punkt nicht zu unterschätzen ist.

Nachdem das eine Astro-Kolumne ist, werden wir die alten astrologischen Zuschreibungen unter die Lupe nehmen und jetzt werden manche sagen: Claire, das ist doch auch alles spekulativ. Das ist es und wie bereits angedeutet spielen viele Faktoren hinein, ganz sicher nicht nur die Sterne. Das Leben ist ein großes, sich immer wieder neu entfaltendes Spiel.

Aber auf ein Kind zu hoffen ist nicht nur ein biologischer Prozess, es ist auch ein emotionaler und spiritueller Weg. Es kann ein aufreibender Weg sein, in einem Maß, das sich Außenstehende manchmal nicht vorstellen können.

Es gibt Untersuchungen, die das Stresslevel eines starken unerfüllten Kinderwunsches mit dem einer Krebserkrankung gleichsetzen. Was zuerst überrascht, hängt doch zusammen: in beiden Fällen geht es auf denkbar tiefreichende Weise um das Leben. Da werden die innersten Bereiche in uns berührt.

Die folgenden astrologischen Winke sind also nicht als Rezepte zu lesen. Ich möchte mit ihnen das Gefühl der Verbundenheit stärken. Es gibt hilfreiche Kräfte, die uns unterstützen können. Wir sind in das große Ganze eingebunden und manchmal kann ein kleiner Schubs „von oben“ den Stein eben doch ins Rollen bringen – oder zumindest emotional aufbauen.

Mit dieser behutsamen Herangehensweise kann man folgende Dinge unter die Lupe nehmen:

Wie nun schon klar ist, schaut man dafür in die Horoskope von Frau und Mann. Dabei wird normalerweise mal die eine und dann wieder der andere eine gute astrologische Phase haben. Manchmal überschneiden sie sich auch, das ist natürlich ideal.

Wer nicht gleich zum Profi gehen möchte für die Berechnungen: es gibt im Web zahlreiche Seiten, auf denen man sein Geburtshoroskop berechnen kann. Am besten druckt man die Horoskope der beiden Partner aus und berechnet dann noch einmal ein Horoskop für den aktuellen Tag. So sieht man wo die Sterne gerade stehen.

Nun trägst du die aktuellen Stände in die Geburtshoroskope ein und gleichst es ab: Wer steht aktuell im 5. Haus? Befinden sich dort Planeten oder ist gerade niemand „zu Besuch“? Für zukünftige Zeitpunkte verwendet man entsprechend zukünftige Daten.

Das 5. Haus ist in der Astrologie das Haus der Kinder. Hier interessiert uns wer zu welcher Zeit vorbeikommt und welche Einflüsse es gibt.

In Sachen Fruchtbarkeit ganz besonders der Mond (der übrigens auch die Fruchtbarkeit der Männer beleuchtet), die Venus (als weiblicher Anteil) und Mars (als männlicher Anteil). Auch die Sonne als Symbol des Ich´s ist ein gern gesehener Gast.

Besucht einer dieser Planeten das 5. Haus, wird das aus astrologischer Sicht als günstige Zeit für den Kinderwunsch gedeutet.

Da Mars, Sonne und Venus langsamer wandern, ist man so auch nicht – wie bei der eingangs vorgestellten These – von einem einzeln Tag abhängig, an dem man möglicherweise im echten Zyklus weit von den fruchtbaren Tage entfernt ist.

Man kann das Leben nicht in starren Formeln berechnen. Gerade beim Wunsch nach einem Kind gilt der alte Satz: Es braucht immer auch ein kleines Wunder.

So viel zum astrologischen Teil. Natürlich kann man an vielen Stellschrauben drehen und es gibt zwei Bücher, die ich in diesem Zusammenhang immer wieder empfehle. Da wäre einmal der Klassiker der natürlichen Familienplanung: „Familienplanung“ von Toni Weschler.

Ein Buch, von dem man sich wünschen würde, dass es junge Mädchen schon im Bio-Unterricht kennenlernen. Es geht darin nicht nur ums Kinderkriegen (oder verhüten), sondern um Frauengesundheit als solche, ein ganzes Leben lang. Viele Fakten, Abläufe und Erkenntnisse, bei denen man spontan ausruft: Warum sagt einem das niemand!, warten in diesem Buch.

Das zweite Buch ist „Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch: Die Fruchtbarkeit ganzheitlich fördern mit chinesischer Medizin/TCM“ von Annemarie Schweizer-Arau. Im Gegensatz zu anderen naturheilkundlichen Büchern wird darin die Schulmedizin auch nicht verteufelt, sondern sogar beschrieben, wie man beide Wege ggf. kombinieren kann. Ein ganzheitliches Buch in jedem Sinne des Wortes.

Der nächste Artikel erscheint am 18. März und beleuchtet das Thema Liebe 2021: Was macht die süße Venus? Gibt es Durststrecken, schwierige Aspekte und wann läuft es richtig gut? Wir nehmen es genau unter die Lupe!


Die Sterne der Rauhnächte

Für manche ist Samhain als Fest der Ahnen der Wendepunkt des Jahresrads, das spirituelle Neujahrsfest. Für viele liegt diese Zeit aber in den Rauhnächten. Manche betrachten die Wintersonnenwende als diesen Zeitpunkt, andere das traditionelle Silvesterfest.

Für mich persönlich ist Samhain so etwas wie die »erste Auflockerung« der Zeit. Die Schleier zwischen den Welten werden dünner. In der Adventszeit bleibt diese »durchlässige Zeit« bestehen und blüht zur Wintersonnenwende und in den Rauhnächten noch einmal richtig auf, bevor sich die Türen langsam wieder schließen und wir gewissermaßen in »Normalzeit« weiterleben.

Im astrologischen Ausblick schauen wir diesmal auf die exakten Aspekte von Planeten, die in dieser Zeit wirksam werden.

Zu Samhain hatten wir vor allem Mondaspekte, das war ein relativ kurzer Zeitraum. Die bleiben aufgrund des größeren Zeitraums diesmal außen vor, sonst würden wir den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen.

Wir wollen das Wesentliche unter die Lupe nehmen und daher stehen diesmal die gewichtigen Aspekte im Vordergrund, von denen uns das alltägliche Mond-Gewimmel sonst leicht ablenken könnte (oh je, ich fürchte jetzt wird eine Entschuldigung an den guten Mond fällig…., am 30.12. wird er natürlich ausführlich als Vollmond mit all seinen Aspekten gewürdigt).

21. Dezember – Wintersonnenwende

Abends tritt Jupiter in Konjuktion zu Saturn. Die beiden ließen sich in der letzten Zeit schön am Himmel beobachten, wie sie immer ein Stückchen näher zueinander rücken.

Heute trifft sich der weise König mit dem alten Greis. Was die beiden miteinander aushecken?

Jupiter ist spirituell, er steht für Wachstum und das große Glück im Leben. Saturn ist mehr wie Mr. Scrooge in Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. Er steht für Verzicht, Kargheit, aber auch für das Essenzielle. Hier treffen zwei grundsätzliche Gegensätze aufeinander: Wachstum versus Kahlschlag (Saturn wird traditionell mit einer Sense dargestellt).

Die beiden befinden sich im Steinbock und hier hat Saturn Heimvorteil, er gibt also den Ton an. Die Eröffnung der Rauhnächte beginnt mit der Frage: Was ist für mich spirituell essenziell? Wohin will ich wachsen – und was muss ich dafür loslassen? Ein guter Zeitpunkt, um spirituell zu reinigen und auszumisten. Was auf meinem Weg ist abgestanden, schal geworden? Was kann weg?

Heute ist – nicht nur auf den spirituellen Weg bezogen – ein guter Tag, um loszulassen, damit die wirklich wichtigen Dinge Raum haben, um zu gedeihen.

23. Dezember

Am Nachmittag treffen Mars und Pluto im spannungsreichen Quadrat aufeinander. Das ist so ähnlich wie Darth Vaders ewiger (innerer) Kampf mit dem Imperator, um ein Bild aus »Star Wars« zu verwenden (die alten Mythen begegnen uns in vielen Variationen).

Mars ist der feurige Krieger, Pluto wird in der Astrologie oft als höhere Oktave von Mars bezeichnet. Das Wort »Imperator« passt gut zu ihm.

Wenn wir es positiv ausdrücken wollen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich mit Machtkonflikten zu beschäftigen. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass wir selbst irgendwie damit zu tun haben. Man kann zu Kurzschlussreaktionen neigen, diese Konstellation wird oft als »alles oder nichts«-Aspekt bezeichnet.

Man sieht nicht mehr links noch rechts, man hat Scheuklappen auf und was man will, das will man mit voller Kraft, ohne Rücksicht auf Verluste.

Was macht man mit so einem Tag? Grundsätzlich akzeptiert man es erst einmal und dann kann man a) bewusst etwas sanftes und entspannendes tun (Meditation, Fantasiereisen, Entspannungsübungen…) oder sich b) in den Strom dieser Energie stellen und ihr nachspüren. Was habe ich damit zu tun? Wo sind meine Schwachpunkte in dieser Hinsicht?

Mache das, was sich für dich besser anfühlt. In dieser schwierigen Zeit hast du jedes Recht den sanften Weg zu bevorzugen. Folge deinem Gefühl – dann ist die Macht mir dir.

25. Dezember

Nach diesem rüden Aspekt entsteht nun eine bestärkende Energie, die weit vorausdenkt. Merkur trifft am Morgen im Trigon auf Uranus (und die Sonne macht dasselbe am 28., was einen wunderbaren Energiebogen spannt).

Merkur ist Kommunikation, Wissen, Lernen, Denken. Uranus ist ungewöhnlich, exzentrisch, visionär. Veränderungen sind das Ziel. Heute kannst du Lösungen finden und Dinge neu denken. Diese Zeit ist ideal für Orakel, zum spinnen von Plänen, um groß zu denken.

Uschi Obermaier, die berühmte Hippie-Ikone, hat das dazu passende Lebensmotto: Aim high (ziele hoch). Ziele immer ein bißchen höher, als du eigentlich landen willst, das Leben stutzt dich ohnehin noch ein Stück zurück.

Dieser Tag ist ideal für langfristige Pläne und um mit Orakeln oder vor dem inneren Auge das große Bild zusammen zu setzen, neue Blickwinkel zu erkunden und Frische in die eigenen Gedanken und Vorstellungen zu bringen.

28. Dezember

Wie gerade angesprochen tritt heute die Sonne ins Trigon zum Uranus, am frühen Morgen. Die Sonne wird auch als das Ich in der Astrologie bezeichnet, heute geht es um inneres Wachstum, um persönliche Freiheit und gerne auch um ungewöhnliche Wege, die man beschreitet.

Ich sage manchmal scherzhaft: Normal kann jeder! Heute ist definitiv ein Tag für dieses Motto. Mach etwas ungewöhnliches, verrücktes, überraschendes. Egal ob groß oder klein, genieße den Tag und lass fünfe gerade sein.

30. Dezember

Am frühen Mittag tritt Venus ins Quadrat zu Neptun. Das ist semi-optimal, um es freundlich zu sagen. Venus ist Liebe, Kultur und Kunst, Feinsinn, Romantik und alles, was das Leben richtig lebenswert macht.

Eigentlich ist sie gut kompatibel mit der träumerischen Energie des Neptun. Immerhin ist Venus die »Meerschaumgeborene«, warum sollte sie sich mit dem Meeresgott nicht verstehen?

… doch es ist ein Quadrat. Und so, wie gute Freunde manchmal aneinander geraten, passiert dasselbe hin und wieder auch am Himmel. Wenn zwei eher sanft-verträumte Wesen in Reibereien verwickelt sind, gilt der Satz: „Es ist kompliziert…“.

Illusionen sind das große Thema, man macht sich etwas vor in Sachen Liebe, Romantik und eventuell auch bei den Finanzen.

Wo ist Saturn, wenn man ihn mal braucht? Seine Energie sollte heute ganz lebenspraktisch der Leitfaden sein: Hinterfragen, ruhig bleiben, nicht alles für bare Münze nehmen. … und bitte keine Liebeszauber, die Venus ist wirklich angeschlagen.

Wir haben heute ja auch noch Vollmond und da wird natürlich gerne gezaubert. Der Mond steht in den Zwillingen (siderisch berechnet) und damit für die Themen Kommunikation, Lernen, Aus- und Weiterbildung (auch privat, z.B. in Form von Kursen für die eigenen Interessen) und generell den schnellen, gewitzen Geist in uns, der das Leben nicht allzu schwer nimmt und immer eine Lösung findet.

Der Mond macht heute eine Reihe von Aspekten, die ihn einfärben. Zuerst ein Sextil zu Uranus, dann eine Opposition zu Merkur, ein Trigon zu Neptun und eine Opposition zu Pluto.

Damit dieser Artikel nicht ausufert eine die Kurzfassung der Energien: ungewöhnliche Ideen sind Trumpf, erlaube dir zu träumen, schau dem Schatten in die Augen – und lerne aus alledem.

Die Zwillinge sind die Freude am Lernen und sie sind – nunja – Zwillinge, sie sind zwei. Es fällt ihnen leicht Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Nutze diese Energie und du gehst mit inspirierenden neuen Ideen aus diesem Tag heraus, trotz Venus´ und Neptuns kleiner Eskapaden.

1. Januar

Heute wandert Merkur mittags ins Sextil zu Neptun. Das ist eine schöne Auflösung für die Energien des Vollmonds. Was zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch unklar war, findet jetzt ein gutes Ende. Heute ist der ideale Tag um Pläne für das Jahr zu schmieden. Diskutiere mit anderen darüber, tauscht euch aus.

Auch kreative Arbeit ist begünstigt, zeichne ein Mandala für das neue Jahr, klebe eine Collage, male ein Bild, arbeite mit Textilien… Was auch immer dich inspiriert, heute fließen Ideen und Impulse für das neue Jahr besonders leicht durch dich hindurch und lassen sich sichtbar machen.

Es ist auch ein großartiger Tag für Orakel (das ist der 1. Januar ohnehin, aber diesmal mit extra kosmischem Rückenwind). Auch schamanische Reisen und intuitive Arbeit in jeder Form sind heute sehr begünstigt. Ein wirklich spiritueller Start in das neue Jahr!

5. Januar

Zum Ende der Rauhnächte hin bringt sich Pluto noch einmal ins Spiel und das ist irgendwie passend als Abschluss dieser Zeit. Zumal er diesmal für seine Verhältnisse sehr versöhnlich agiert. Er trifft sich mit Merkur auf einen Plausch (Konjunktion).

Der »Fürst der Finsternis« und der flinke Götterbote bei einem Espresso? Wenn du dabei ein zwiegespaltenes Gefühl empfindest, liegst du goldrichtig. Das kann in beide Richtungen losgehen. Nutzen wir diesen Tag also weise.

Heute kann man besonders gut über schwierige Dinge reden. Pluto bringt viel Tiefgang rein (sogar er hat Schokoladenseiten). Merkur bringt die Bereitschaft und die Fähigkeit, diese Dinge auszudrücken ins Spiel.

Man muss nur aufpassen, dass es nicht kippt, denn dann schlägt Merkur-Pluto verbal um sich, das gilt es unbedingt zu vermeiden. Aber das kann man vermeiden, indem man sich diese Tendenz bewusst macht und die klare Intention setzt: Ich nutze diese Energie, um mit Tiefgang über Dinge zu reden.

… reden kann sich in diesem Fall natürlich auch auf »die da oben« beziehen, also Orakel, Meditationen und alle anderen Wege, um mit der spirituellen Ebene in Austausch zu gehen.

Etwas weniger esoterisch ausgedrückt: Heute ist ein guter Tag für tiefgehende Fragen, für alle Dinge, die dich im Kern beschäftigen.

Das waren die wichtigsten Konstellationen für diese Rauhnächte. Wie so oft im Leben ist es süßsauer, manches leuchtet hell, manches fordert uns auf die spannungsreichen Unterströmungen im Leben zu beleuchten.

Ich wünsche euch zauberhafte, magische Rauchnächte und von Herzen alles Gute für das kommende Jahr!

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei euch bedanken. Für eure Neugier, eure Fragen und euer Feedback. So viele Blickwinkel aufs Leben, so viele tolle Leute.

In diesem Jahr mußte ich oft um Geduld bitten. Sei es, dass ich an Schreibprojekten saß oder durch die aktuelle Situation mit meinem Mann mit der Kinderbetreuung ins schwimmen kam. Euer Verständnis und dieses warme Wir-Gefühl, das immer wieder zum Ausdruck kam, haben mich sehr bestärkt.

Ganz ehrlich, gerade in dieser schwierigen Zeit habe ich das Gefühl, dass wir menschlicher werden. Es ist bedeutend leichter auf Spannungen zu schauen, als auf all die Menschen, die, so gut es eben geht, das Beste aus der Situation machen.

Ich wünsche uns allen viel Kraft für das kommende Jahr. Wir werden sie brauchen und ich werde mit meiner Arbeit hier, auf YouTube und auf Instagram meinen Teil für den ein oder anderen Lichtblick beitragen.

Wenn wir in rauer See segeln müssen, dann wenigstens mit einer guten Tasse Tee und einer Kerze, die uns Licht spendet, in der Kajüte.

Der nächste Artikel erscheint am 14. Februar, einem Tag, der neben der Liebe auch mit der Fruchtbarkeit verbunden ist – und genau darum wird es gehen.

Mich haben gleich mehrere LeserInnen-Fragen zu astrologischen Gerüchten und Theorien in Sachen Wunschkind erreicht. Wie bereits gesagt, soll es hier nicht nur um allgemeine Dinge gehen, wir können auch gerne mal Teilgebiete anschauen.


Die Zeit um Samhain

Wer sich eine Weile mit den subtilen Unterströmungen des Lebens befasst, wird festgestellt haben, dass manchmal bereits Samhain den Ton für das kommende Jahr setzt.

Jeder macht seine Erfahrungen und es ist wichtig dem Gespür zu vertrauen. Für manche sind die Rauhnächte dieser magische Zeitraum, manche fühlen es in einem Jahr so, im anderen so. Jeder von uns sitzt an einer anderen Stelle im großen kosmischen Geflecht, kein Leben verläuft identisch. Deshalb ist es sehr sinnvoll auf die Stimme der Intuition und des Instinkts zu vertrauen.

Da in beiden Zeiträumen die Tore zwischen den Welten geöffnet sind, werde ich beide aus astrologischer Sicht beleuchten. Der Artikel zu den Rauhnächte folgt Ende November. Du lernst die kosmischen »Farben« dieser Zeiträume kennen und kannst deine spirituellen und magischen Aktivitäten darauf abstimmen.

Jahreskreisfeste verlaufen wie Wellen, die Energie nimmt zu, erreicht einen Höhepunkt und verebbt dann langsam wieder. Daher nehmen wir an dieser Stelle nicht nur den 31.Oktober selbst unter die Lupe, sondern auch die zwei Tage davor und danach.

Noch eine kurze astrologische Vorbemerkung, bevor wir durchstarten. Aus den vorhergehenden Artikeln kennt ihr bereits größere Zeiträume, in denen Verbindungen zwischen Planeten wirksam sein können. Für Samhain nehmen wir einen relativ kurzen Zeitraum unter die Lupe. Daher interessieren uns besonders jene Aspekte, die in dieser Zeit exakt sind, also maximale Wirkung entfalten.

Naturgemäß haben wir es so mit vielen Mondaspekten zu tun. Als flotter Flitzer hat er die meisten Verbindungen zu den anderen Planeten. Das passt auch sehr gut zu Samhain, der Mond steht in der Astrologie u.a. für die Familie, da sind Ahnenthemen nicht mehr weit.

Die Ahnen kann man neben dem Mond auch dem Saturn zurechnen – passenderweise spannen beide einen Entwicklungsbogen mit Spannungen am 30. Oktober bis zur Auflösung dieser Herausforderungen am 2. November. Dazu ein (blauer) Vollmond direkt an Samhain und manches mehr… Es wird in diesem Jahr ein ausgesprochen kraftvolles Fest.

29. Oktober

Abends verbindet sich der gefühlvolle Mond mit dem Powerplaneten Mars. Da ist mitunter Spannung drin, es kommt darauf an, wofür wir sie nutzen. Negativ ausgelebt gibt man Kraft in familiäre Konflikte, ohne an einer Lösung zu arbeiten. Positiv genutzt kann man (endlich) die Kraft finden Emotionen auszudrücken und dadurch den Weg für Lösungen freimachen.

Der ideale Tag für eine rituelle Eröffnung des Samhain-Zeitraums. Mars gibt die nötige Kraft (ok, möglicherweise öffnet er wie ein Rammbock die Tür – wobei das ganz passend ist für alles, was noch kommt). Der Mond sorgt für die Gefühle. Mit einer klaren Intention kann man heute gut in die Zeit »zwischen den Schleiern« starten.

30. Oktober

Heute ist ein angespannter Tag. Wie das immer so ist: Neutral betrachtet ist Spannung eine Form von Kraft. Es braucht nur das nötige Geschick, sie in die richtigen Wege zu leiten, dann können spannungsreiche Aspekte Entwicklungen wie im Zeitraffer vorantreiben, die bei friedlichen Aspekten sanft vor sich hin dümpeln würden.

Nutze diesen Tag, wenn du tiefgreifend mit schwierigen Familien- und Ahnenthemen arbeiten willst. Es geht ans Eingemachte, man sollte also die nötigen Kraftreserven mitbringen. Wenn sie gerade nicht gegeben sind oder deine Samhain-Bedürfnisse in diesem Jahr eine sanftere Natur haben, lies den Abschnitt zum 1. November, dieser Tag dürfte dir dann mehr entgegenkommen.

Morgens verbindet sich der Mond mit dem düsteren Pluto im spannungsreichen Quadrat. Es geht um Machtthemen in der Familie, die sich oft in einer langen Linie bis zu den Ahnen durchziehen. Fragen der Kontrolle und der Vorherrschaft stehen im Raum. Bei Pluto sollte man auch an die unsichtbaren Dinge denken, die zwischen den Zeilen stattfinden. Dieser Aspekt kann am 1. November erste Früchte tragen, wenn man diese Themen bearbeitet.

Am Nachmittag heißt es doppelt einfühlsam sein. Saturn, der strenge, knorrige Prüfer, geht ins Quadrat zum Mond. Er klopft ab, wo es Probleme aufgrund starrer Strukturen gibt, wo man in gefühlter oder tatsächlicher Enge lebt und was man dagegen unternehmen kann. Wo brauche ich mehr »Luft«?, ist die Frage, die im Raum steht.

Stelle deine Fragen jetzt, die Auflösung kommt möglicherweise bereits bis zum 2. November, wenn der Mond ins Trigon zu Saturn weiter gewandert ist und einem das sprichwörtliche Licht aufgeht.

Merkur und Mond gehen am selben Nachmittag in die Opposition. Dieser Aspekt bewirkt oft, dass man zwischen den Planeten hin und her switcht. Schnelle Lösungen mit dem (eher oberflächlichen) Merkur? Innere Gefühlsarbeit (eher langsam) mit dem intuitiven Mond? Möglicherweise reißt es dich heute hin und her und entlädt sich in (inneren) Diskussionen oder unachtsamer Kommunikation.

In russischen Zaubermärchen gibt es einen Spruch, den ich persönlich auf solche Situationen anwende: Sorge dich heute nicht mehr, der Morgen ist klüger als der Abend. Das lässt sich hier problemlos schon auf den Nachmittag übertragen. Diskutiere nicht mit dir selbst oder anderen, mach einfach etwas Schönes zu Entspannung und lass die Wolken vorüberziehen.

31. Oktober

Heute ist Samhain und was für eins!

Nachmittags geht die Sonne in Opposition zum Mond – landläufig ist das unter der Bezeichnung Vollmond bekannt. ;) Aber nicht nur das, es ist auch noch ein blauer Mond, so nennt man den zweiten Vollmond, der im selben Monat liegt, was selten ist und eine besondere spirituelle Kraft hat.

Der Vollmond steht im kraftvollen Widder (siderisch berechnet, also das tatsächliche Tierkreiszeichen). Wie oben erwähnt ist er unser kosmischer Rammbock, der auch fest verschlossene Türen öffnen kann. Entsprechend steht die Sonne als gegenüberliegende Kraft in der Waage und gibt eine harmonische, feinsinnige und ausgewogene Energie dazu. Das ist mal eine Opposition, die gut funktioniert. Der Widder ist Marskraft pur, die sanfte Waage wird von der Venus regiert, das kosmische Liebespaar schaut sich direkt in die Augen.

Bevor jetzt alle die roten Kerzen rausholen, um an Liebeszaubern zu arbeiten: Das war leider noch nicht alles, bitte erst den nächsten Abschnitt lesen und dann entscheiden, ob ihr heute wirklich an Liebeszaubern arbeiten wollt. Sie hätten Kraft, so viel ist gewiss und die Ahnen helfen uns ohnehin gerne bei diesem Thema, aber da betritt noch jemand mit einem großen »Bäm!« die Bühne…

… na klar, es ist Revoluzzer Uranus! Er hat eine Konjunktion zum Mond, die beiden stehen also direkt zusammen – und damit in Opposition zur Sonne. Da staunt die sanfte Waage-Sonne nicht schlecht, ihr kraftstrotzender Widder-Mond schiebt mit diesem schrägen Gesellen ab und träumt von Revolution und Umbrüchen, mindestens aber einer exzentrischen Party mit ungewöhnlichen (wenn auch fortschrittlichen) Attraktionen.

Wie kriegen wir das eingefangen? Ganz einfach: Gar nicht. Samhain ist ohnehin ein Kraftpaket von einem Feiertag, aber in diesem Jahr zündet es den Turbo. Wie wenn sie bei »The Fast and the Furious« das Lachgas zuschalten – jetzt mal so für die männlichen Leser.

Arbeite heute magisch, wenn du starke Umbrüche und Durchbrüche erreichen willst. Dieser Tag hat alles, was es dafür brauchst. Das ist kein kosmischer Rückenwind, das ist ein Orkan. Alles, wofür du mit dem Kopf durch die Wand musst, bekommt heute den richtigen Impuls.

Wenn dir das zu heftig ist, atme durch, mache einfach schöne Zeremonien für die Ahnen und feiere morgen den Hauptteil deines Samhains.

1. November

Am 29. Oktober hatten wir über eine kraftvolle Eröffnung dieser Zeit geredet, der 30. Oktober war ein Tag der Spannungen, Samhain selbst ist ein Feuerwerk aus Energie und wilder Kraft. Möglicherweise wünschst du dir für dein Samhain eher eine mystische Zeit der Einkehr und der tiefen Erkenntnisse. Dann ist heute dein Tag.

Am Mittag tritt der Mond in ein freundliches Sextil zum feinfühligen Neptun. Jetzt ist eine wunderbare Zeit für Orakel, Weissagungen und intuitive Künste aller Art. Du kannst dich auch einfach treiben lassen, verzaubernde Momente genießen und vor dich hin träumen. Schamanische Trancearbeit ist jetzt besonders begünstigt, genau wie direkte Ahnenkontakte.

Sanft und zauberhaft ist diese Zeit. Versuche sie dir frei zu halten, selbst ein einfacher Spaziergang kann jetzt zu tiefen inneren Erkenntnissen führen.

Nachmittags tritt der Mond ins »warme« Trigon zu Jupiter. Großzügigkeit ist das Thema, Werte, Wünsche, das Gefühl fei atmen zu können und die Weite des Lebens zu spüren. Wenn du Wünsche an deine Ahnen richten möchtest und um Unterstützung für deine Ziele bitten möchtest, ist das ein wunderbarer Zeitpunkt.

Erinnert ihr euch noch an den 30. Oktober, Pluto im spannungsreichen Quadrat zum Mond? Heute können die Lösungen dafür sichtbar werden. Der Mond zieht abends ins sanfte, aber starke Trigon zu Pluto. Spannungen können gelockert werden, tiefe Einsichten in Familien-Muster werden möglich. Wer die Wurzeln kennt, kann an den Lösungen arbeiten. Diese Konstellation verleiht viel Kraft und Belastbarkeit – mehr als angenehm nach dem dynamischen (oder sollte ich sagen Dynamit?) Vollmond gestern.

Später am Abend findet sich ausnahmsweise kein Mond-Aspekt, dann treffen Merkur und Saturn im Quadrat zusammen. Der flotte Merkur hat tausend schöne Ideen, doch Saturn pocht mit seinen mageren Knöcheln auf den Tisch und sagt: Prüfe das zuerst, mein Junge!

Das kann frustrieren, ist aber eigentlich eine gute Sache. Merkur ist flott, der schießt auch mal über´s Ziel hinaus. Die beiden werden sicher keine Freunde, aber das Ergebnis ihrer mürrischen »Zusammenarbeit« kann sich sehen lassen: geprüfte Informationen und solide Ideen. Eine gute Zeit für Orakel, wenn man bereit ist den Tatsachen ins Auge zu sehen.

2. November

So langsam gleiten wir aus dem Samhain-Energiestrom heraus, die Nebel lichten sich, die Türen schließen sich wieder. Passend dazu hat dieser Tag nur einen exakten Aspekt, der Mond verbindet sich am frühen Morgen mit Saturn zum harmonischen Trigon.

Das ist ein würdiger Abschluss für diese teils herausfordernde, teils turbulente, aber auch sehr mystische Zeit.

In dieser Konstellation arbeiten Mond und Saturn zusammen, sie bringen eine neu gewonnene Stabilität und solide Verhältnisse mit sich. Vieles wurde geklärt, neu sortiert (Saturn mit seiner großen Liebe zur Ordnung…, er kann wirklich zufrieden sein). Die Dinge finden an ihren Platz oder man kennt zumindest die Ziele, die man ansteuern möchte.

Was zu Samhain spirituell und magisch bearbeitet wurde, kann nun in den Alltag gleiten und unter den wachsamen Augen des Planeten-Großväterchens klug ins praktische Leben integriert werden.

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Samhain!

Der nächste Artikel erscheint am 27. November und befasst sich mit der astrologischen Energie der kommenden Rauhnächte.


Jupiter bis Jahresende

Abbildung oben: Detail des Jupiter Tempels in Baalbek im heutigen Libanon

Die Astrologie lehrt uns – wie jede ausgewogene Naturphilosophie – dass hell und dunkel, Glück und Unglück, Spannung und Gelassenheit Hand in Hand gehen.

Diesmal nehmen wir die Aspekte des Jupiter für das restliche Jahr unter die Lupe. Auch hier wird es Licht und Schatten geben, weil das Leben genau so ist. Es ist nichts verkehrt daran, man hat nichts falsch gemacht oder den falschen Motivationsratgeber gelesen.

In der heutigen Zeit mit ihren unrealistischen Perfektionsansprüchen, die so viele Menschen unglücklich machen, kann man das nicht oft genug betonen. In der Natur ist alles ein bißchen schief und krumm, nichts ist perfekt, aber das Leben geht weiter. Es genügt wenn die Dinge ausreichend gut sind. Wir selbst sind auch ein Teil der Natur und Glück kommt ganz von selbst, wenn wir das wieder erkennen.

Jupiter ist in der Astrologie das große Glück, er steht für Wachstum und Entfaltung, bringt aber auch Spiritualität und Werte ins Spiel. Wo er sich befindet kann man groß denken, Dinge verwirklichen und seinen höheren Zielen entgegen wachsen.

… und weil es so normal ist, dass Licht und Schatten zum Leben gehören und die unterschiedlichsten Dinge zueinander in Beziehung treten, wird es bis zum Jahreswechsel sicher nicht langweilig.

Die große grundlegende Veränderung des Jupiters betrifft seinen »Farbwechsel« im November. Am 20.11. wechselt er vom Schützen in den Steinbock. Das kann man sich so vorstellen, als würde seine Bühne in einem neuen Licht beleuchtet werden, die grundlegende Stimmung ändert sich.

Beim Schützen geht es um Weite, um neue (spirituelle) Horizonte und inneres wie äußeres Wachstum. Anregungen von weit her sind willkommen.

Wenn Jupiter ein König wäre, hätte er bis jetzt ein reiches Bankett mit Köstlichkeiten aus aller Welt gehabt. Doch nun kommt das disziplinierte Steinböckchen um die Ecke und fordert Verwantwortungsbewusstsein ein. Muss das denn alles sein? Können wir uns nicht bitte aufs Wesentliche konzentrieren? Das Thema Nachhaltigkeit tritt in den Vordergrund.

Alle, die jetzt instinktiv einen Saturn-Einfluss wittern, liegen richtig: in der klassischen Astrologie wird der Steinbock vom Saturn regiert. Es geht um Klarheit, Nüchternheit, Struktur, Ordnung und das Wesentliche.

In Verbindung mit dem Jupiter eine wunderbare Sache: er schießt nicht über das Ziel hinaus, sondern bringt all seine Üppigkeit in Form. Wir werden verantwortungsbewusster, teilen uns unsere Kräfte ein und können dadurch ab Mitte November leichter greifbare Ergebnisse erreichen.

Schauen wir uns einmal den September an, dann hat der Jupiter ein Sextil zum verträumten Neptun (bis Mitte November). In dieser Zeit sind tiefe spirituelle Erfahrungen begünstigt. Es fließt einem einfach zu und man tut gut daran, sich darauf einzulassen.

Das bezieht sich aber nur auf die spirituelle Ebene – auf der praktischen Ebene hinterfragt man besser einmal mehr, als einmal zu wenig. Man ist manchmal einfach zu gutgläubig, weil es einen selbst gerade so schön trägt, da traut man den anderen nichts schlechtes zu. Also besser ein wenig vorsichtig sein, damit diese fließend-offene Energie nicht ausgenutzt wird.

Die Konjunktion zu Pluto (noch bis Mitte Dezember) lässt an die Themen (abgründige) Macht und Wachstum denken. Global sicher keine leichte Zeit, da auch Gewalt zu dieser Konstellation gehören kann. Aber hier ist nicht nur der abgründige Pluto im Spiel, sondern auch der spirituelle Jupiter. Wer auf die innere Stimme hört, wird in so einer Zeit zuerst schwächer erscheinen – und zum Schluss doch den Sieg davontragen.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Spirituell wachsen, auf die innere Stimme hören und damit zum Sieger werden.

Im Oktober sehen wir Jupiter bis zur Mitte des Monats in einem Quadrat zur Sonne. Die beiden verstehen sich eigentlich wunderbar, sie wärmt und strahlt, er lässst die Dinge gedeihen – aber es ist eben ein Quadrat. Die Sonne ist auch das Ich in der Astrologie, jetzt sollte man sich nicht überfordern, kein strahlendes Selbstbild aufpolieren wollen, das einem dann wieder auf die Füße fällt, weil es gar nicht das wirkliche Ich ist.

Wie im Mars-Artikel beschrieben sind auch Mars und Jupiter von Anfang Oktober bis Anfang November in einem Quadrat verkeilt. Das bedeutet auch: Weniger Aufgaben annehmen, sich nicht überfordern. Mars drängt und Jupiter expandiert – das kann einem leicht über den Kopf wachsen. Wer bewusst gegensteuert entgeht dieser Falle.

Mitte bis Ende des Monats hellt Venus im Trigon zum Jupiter die Stimmung auf: Das ist unverhofftes Glück in der Liebe, aber auch in finanziellen Angelegenheiten.

Ab Ende Oktober (bis Februar ´21) tritt Jupiter in eine Konjunktion zu Saturn. Das ist in der klassischen Astrologie eine typischen Reichtums-Kombination, allerdings nach dem Motto: Erfolg durch Arbeit und geordnetes Handeln. Wer gut organisiert ist kann in dieser Zeit Großes erreichen.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Sich nicht pushen, nicht der große Macher, die große Macherin sein wollen. Besser die Liebe und die guten Dinge des Lebens genießen, ehrlich für seine Ziele arbeiten und das »ich muss noch besser werden«-Ego in die gedankliche Mottenkiste verbannen.

Im November hat der Jupiter vom 2. bis 7. ein Quadrat zum Merkur. Alles, was in Sachen Kommunikation (Briefe, Gespräche, Messenger, soziale Netzwerke…) wirklich wichtig ist, sollte verschoben werden, wenn möglich. Egal ob Bewerbung oder Aussprache, wer in diesen Tagen die Füße still hält kommt besser voran.

Vom 9. bis 22. November versöhnen sich die Sonne und der Jupiter wieder im Sextil, nach dem angespannten Quadrat. Think big! Mache jetzt alles, was du schon immer mal machen wolltest, was dich anregt, dir gut tut und die Lebensfreude weckt. Jetzt kommen die richtigen Eingebungen, wie man glücklicher werden kann.

Vom 12. bis 21. November grätscht die Venus mit einem Quadrat dazwischen, in der Liebe kann es angespannt werden. Durchatmen, nicht alles überbewerten und sich lieber auf das gleichzeitige Sonnen-Sextil konzentrieren. Die Sterne machen nur geneigt, sie zwingen zu nichts. Mit ein bißchen gutem Willen kann man diese kratzigen Schwingungen ausgleichen.

(Noch dran gedacht? Ab dem 20. befindet sich Jupiter im Steinbock – strukturiert und aufgeräumt geht´s weiter.)

Vom 25.11. bis 2.12. macht Merkur dann alles wieder gut, was er Anfang des Monats verbockt hat. Als flotter Flitzer ist er bereits ins Sextil zum Jupiter gesaust. Alles rund um Kommunikation, Lernen, wichtige Gespräche und Informationen, die man benötigt, ist jetzt begünstigt.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Ich fördere bewusst die guten Dinge, dann klappt der Rest auch noch. Anfangs des Monats keine wichtigen Gespräche – am Ende des Monats umso mehr.

Nach all den Aufregungen wird es im Dezember dann besinnlich. Die meisten Planeten haben gerade anderes zu tun, als Jupiter zu ärgern (oder zu erfreuen).

Venus versöhnt sich nach dem stacheligen Quadrat im November wieder mit Jupiter und sie lachen sich freundlich im Sextil zu, vom 10. bis 19.12. Falls es damals zu Spannungen kam, kann man jetzt wieder strahlen. Generell ist diese Zeit in Sachen Liebe und Finanzen ausgesprochen positiv. Nutze den Rückenwind und beginne jetzt mit neuen Plänen in diesen Bereichen.

Wollen wir es zum Jahresausklang nicht einfach dabei belassen? Nicht ganz, denn da kommt Uranus, der Revoluzzer und Visionär ins Bild. Ab dem 29.12. bis Mitte Februar ´21 wird sein Quadrat zum Jupiter spürbar.

Mit dieser Konstellation können wir kollektiv und individuell dazu neigen in unseren Reformbestrebungen über´s Ziel hinaus zu schießen. Fortschritt und Veränderungen können uns über den Kopf wachsen. Die Sehnsucht nach dem kuscheligen Heim wächst entsprechend – und sollte auch gelebt werden. Früher hat man von längeren Reisen abgeraten bei dieser Konstellation. Home sweet home ist das ausgleichende Motto für diese Zeit, weil es sonst manchmal einfach zu viel ist.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Sanft, verliebt, erfolgreich – lassen wir es so stehen, Uranus soll uns erst im nächsten Jahr ärgern.

Die speziellen Glückstage – Mond Konjunktion Jupiter

Als schnellster Wanderer unter den Planeten ist der Mond ständig in unterschiedlichen Positionen mit dem Jupiter verbunden.

Der Mond ist im alten Denken die kleine Sonne, er war die alltägliche Astrologie der Leute. Wenn er sich mit Jupiter auf ein Schwätzchen trifft, gibt uns das einen Energie-Schub für den ganz normalen Alltag, besonders im Beruf, im spirituellen Wachstum und allgemein für unser Lebensglück.

Diese Tage sind: 25.9., 23.10., 19.11. und der 17.12. Trage diese Daten auf jeden Fall in deinen Kalender ein und lege Angelegenheiten darauf, die dir am Herzen liegen – oder genieße einfach den guten Vibe.

Der nächste Artikel erscheint am 12.10. Dann schauen wir uns die astrologischen Einflüsse rund um das Fest der Ahnen Samhain /Halloween an.

Welche Kräfte am Himmel sind wirksam in dieser Zeit der weit geöffneten spirituellen Türen? Welche Themen haben kosmischen Rückenwind, was sollten wir vermeiden?

Samhain als keltisches Neujahrsfest setzt manchmal bereits den Ton für das kommende Jahr. Diese besondere Zeit bewusst zu nutzen kann große Veränderungen bewirken – ganz ähnlich wie bei den Rauhnächten, zu denen wir im Dezember noch kommen werden.

P.S. Ich habe bereits spannende Fragen von Leserinnen und Lesern bekommen, zu Themen wie Fruchtbarkeitsberechnungen nach dem Mond und einigem mehr. Vielen Dank für euren anregenden Input!

Diese Kolumne soll vielschichtig all die großen, aber eben auch die kleinen Dinge im (astrologischen) Leben beleuchten. Daher werden wir nicht nur große Überblicke machen, sondern auch auf Detailfragen schauen in den kommenden Monaten.


Mars und die Bad Boys

Seit Anfang August baut sich am Himmel eine gewisse Spannung auf. Mars tritt ins Quadrat zum tiefgreifenden Pluto, kurz darauf gesellt sich der spröde Saturn dazu.

Der großzügige Jupiter versucht auszuhelfen, doch auch das in einer gewissen Spannung. Ein bißchen wie der freundliche Onkel, der das Taschengeld aufstockt, aber für das begehrte Fahrrad reicht es trotzdem nicht.

Moment mal: Haben diese Planeten nicht gerade erst die Venus im Schwitzkasten gehabt? Richtig, nachdem Venus eher trotzig durch die Opposition zu den Spielverderbern Saturn und Pluto gegangen ist, ist nun Mars an der Reihe mit dem Quadrat.

Die kosmische Frau (Venus) und der kosmische Mann (Mars) haben gerade viel zu lernen – wir spiegeln das möglicherweise in unserer Beziehungen wider.

Kurz zum Ablauf der Dinge

  • das Quadrat zu Saturn geht bis Ende August – und durch Rückläufigkeit noch einmal von Mitte September bis Mitte Oktober
  • das Quadrat zum Pluto geht bis Ende Oktober – auch dieser Spaß geht durch Rückläufigkeit von Anfang Dezember bis Anfang Januar von vorne los
  • das Quadrat zum Jupiter wird (wieder) durch die Rückläufigkeit im gesamten Oktober spürbar

Das sind die groben Daten, den Einfluss muss man sich wie eine Welle vorstellen: sie kommt an, erreicht ihren Höhepunkt, ist aber auch im Abebben noch fühlbar.

Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass von Ende August bis Anfang Januar immer wieder bestimmte Lern-Erfahrungen auf uns zukommen.

Diese sehen kompakt gesagt so aus

  • Kraft trifft angespannt auf Hindernisse und Struktur (in die sie sich einpassen muss) – Mars versus Saturn
  • Kraft trifft angespannt auf Abgründiges, Transformation und Krise, aber auch Wiedergeburt – Mars versus Pluto
  • Kraft trifft auf Expansion, Spiritualität und Weisheit – wenn auch angespannt – mit dem Jupiter

Mars ist ungestüm, er lässt sich nicht gerne sagen, was er zu tun hat. Noch ist er stark, er steht im Widder und hat Heimvorteil.

Doch ab dem 3. Oktober wandert er rückläufig ins Zeichen Fische – der Gladiator verläuft sich in die kosmische Hippie-Höhle. Man muss es sich nur bildlich vorstellen, das ist eine eigenwillige Mischung von Energien und keine besonders starke.

Bis zum 23. Dezember dreht er seine Runde in den Fischen, währenddessen setzen ihn der spöde »Buchhalter« Saturn mit seinen ewigen Detailfragen und dessen abgründiger Sohn Pluto mit seiner leicht obsessiven Art unter Druck.

Der gute »Onkel« Jupiter guckt auch vorbei, schaut dabei aber eher gehetzt drein (Quadrat-Aspekt).

Was bedeutet das in der Praxis?

Das ist keine einfache Mischung. Grundsätzlich ist es so, dass Quadrate Spannungen bedeuten. Diese Spannungen können uns antreiben, wir wollen es allen zeigen und holen dadurch das Beste aus uns heraus.

Sie können uns aber auch den letzten Nerv rauben und hier ist speziell die Mischung der Planeten wichtig. Keiner der drei Streithähne ist von Natur aus kompromissbereit. Saturn – so knorrig er ist – hat noch am ehesten die Fähigkeit einen kühlen Kopf und die Übersicht zu behalten. Jetzt schlägt die Stunde der Peniblen und Strukturierten.

Ein wenig Erleichterung kommt durch Jupiter. Da ist zwar auch Spannung drin, aber er zeigt einem auf, wo man in diesem ganzen Chaos wachsen kann. Hat das alles etwas Gutes? In der Jupiter-Phase (der gesamte Oktober) des Prozesses findet man es.

Es ist wahrscheinlich, dass wir uns in dieser Zeit oft unter Druck gesetzt oder in die Ecke gedrängt fühlen. Unsere Stärke und Kraft verschwimmt ohnehin schon in den Fischen, aber obendrauf rauben uns auch noch pedantische Erbsenzähler (Saturn) und Durchgeknallte oder machthungrige Menschen (Pluto) die Nerven.

Da gilt im Großen, wie im Kleinen. Dass z.B. die Wahl und der dazugehörige Wahlkampf in den USA just in diese Zeit fallen, lässt aufhorchen, auch sonst wird es auf der politischen Bühne nicht besonders ruhig zugehen.

Ganz privat kann einen das Gefühl überkommen: Wozu strenge ich mich eigentlich so an? Sieht das überhaupt jemand? Geht´s auch mal ohne Hindernisse? Was machen all diese Verrückten in meinem Leben? Wieso schon wieder all diese Fleißaufgaben, war ich damit nicht endlich mal durch?

(Ich überzeichne das jetzt ein bißchen – damit ihr ein grundsätzliches Gefühl dafür bekommt.)

Und was machen wir jetzt damit?

Mars als persönliche Triebfeder ist angegriffen. Manches mag hilfreich sein, so streng Saturn auch ist, er kann ihm helfen sich innerlich zu sortieren und besser auszurichten.

Manchmal legt Mars einfach los und hat nicht richtig nachgedacht. Der berühmte Eifer des Gefechts und hinterher stellt man fest, dass man seine Kraft verpulvert hat.

Auch Pluto hat ein paar Schokoladenseiten (doch, wirklich, man ist ihm normalerweise aber erst später dafür dankbar). Er kann helfen zu erkennen, was einen wirklich antreibt – plutotypisch schonungslos. Ist es die Sucht gebraucht zu werden? Der Wunsch nach Bewunderung? Die ewige Hoffnung auf Bestätigung? Will man imponieren? Übertrumpfen?

Wofür setzte ich meine Kraft ein, meinen Enthusiasmus, meine Energie? Das ist die Kernfrage dieser Zeit.

Wenn es kosmisch so hoch hergeht, ist es gut auf die Bremse zu treten. Plane jetzt nach Möglichkeit keine großen Projekte oder gehe sie so energieeffizient wie möglich an.

Zieh dich ein wenig raus aus allem, mindestens aus dem direkten Auge des Sturms. Suche jetzt keine Konflikte, spare deine Kräfte und nimm genau unter die Lupe, wie du sie dir für gewöhnlich einteilst.

Wer diese Zeit gut nutzt, ist im Januar neu aufgestellt und kann seine Energie sehr viel klarer und effizienter ins Leben einbringen als zuvor.

Der nächste Artikel erscheint am 18.9.

Jupiter kann den guten Mars nur teilweise in dieser schwierigen Zeit unterstützen, aber Mars ist nicht der einzige Planet weit und breit.

Schauen wir uns den Glücksplaneten einmal näher an. Mit welchen anderen Planeten hat Jupiter in diesem Jahr noch zu tun und auf welche Weise? Wie färbt ihn der Wechsel vom Schützen in den Steinbock ein? Wo gibt es Chancen auf Glück und Wachstum?

Wir haben jetzt erst einmal genug Spannungen, höchste Zeit herauszufinden wo das Gute ruft.


Venus schaut in dunkle Spiegel…

In der Zeit vom 20. August bis zum 7. September geht die Venus durch eine intensive Phase des Lernens und des inneren Wachstums.

Venus, das ist die Liebe, die Harmonie und der Wunsch nach Schönheit in einem umfassenden Sinne.

Nun sieht sie sich Auge in Auge mit Jupiter (immerhin, er verspricht emotionales Wachstum), dem düsteren Großmogul Pluto, seinem spröden Väterchen Saturn und am 29. August guckt auch noch der Mond vorbei, um ein paar zusätzliche Emotionen ins Feuer zu gießen.

Sagen wir es, wie es ist: das kann großartig vor die Wand fahren, es kann aber auch der Anfang großer und dauerhaften Veränderungen sein. Wir haben es selbst in der Hand. Bequem wird es nicht, aber gut genutzt können wir in dieser Phase wie im Zeitraffer durch Entwicklungen gehen, die uns normalerweise deutlich mehr Zeit gekostet hätten.

Venus und Jupiter, das ist Freude an Schönem, da wachsen einem die Dinge zu. Die beiden verstehen sich gut, wie eine Muse und ein großzügiger, aber auch tief spiritueller Mäzen.

Er im weitsichtigen Schützen, sie in den kommunikativen Zwillingen, das ist wirklich eine anregende Verbindung. Nicht nur in der Liebe, auch Kreative, Künstler und alle, die in schönen und verschönernden Berufen arbeiten, bekommen in dieser Phase wertvolle Impulse.

Bei Venus und Pluto bekommt das Bild dann erste Risse. Scham ist ein großes Thema, Pluto holt zusammen mit der Venus die Dinge ans Licht, die wir in Sachen Liebe unter den Teppich kehren möchten.

Das Gefühl nicht zu genügen, schwach zu sein – vielleicht kompensiert damit, dass man sich umso mehr anstrengt, obsessiv wird, sich in Dinge reinsteigert.

Emotionale Altlasten können jetzt besonders drückend sein, manchmal ist das auch ganz praktisch ein Zeitpunkt, zu dem On/Off-Beziehungen wieder aufflammen, Verdrängtes steigt an die Oberfläche.

Wie kann man so eine Verbindung gut für sich nutzen? Wenn das Bild Risse bekommt, können diese Risse auch dafür sorgen, dass endlich Luft an die Sache kommt, dass man aus dem engen Korsett ausbricht, das man sich selbst gestrickt hat und endlich wieder atmen kann.

Diese innere Prüfung ist nur mit Einfühlungsvermögen zu bestehen. Für sich selbst – aber auch für andere. Wir gehen gerade alle zusammen durch diese Aspekte.

Saturn wird von vielen ebenfalls als dunkler Planet wahrgenommen, aber auf eine andere Art. Pluto hat dieses dunkle Feuer in sich. Saturn ist einfach nur spröde. Mit seiner Buchhalter-Mentalität klopft er alles ab: Ist das wirklich nötig? Ist das sinnvoll? Könnte man das nicht anders strukturieren?

Allesamt Fragen, die Venus nicht gerne stellt. Sie will leben, lieben, Spaß haben und dann kommt da dieser alte Greis und will ihr etwas von Regeln und Ordnung erzählen. Das Ganze beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Saturn kräuselt ebenfalls die Stirn beim Anblick von Venus, die es aus seiner Sicht „nicht auf die Reihe kriegt“, weil sie eher in Gefühlen, als in rationalen Gedanken von Struktur und Ordnung lebt.

Trotzdem kann es gelingen: Setzen sich die beiden an einen Tisch, wie ein erfahrener Großvater, der seiner lebenslustigen Enkelin guten Lebensrat gibt, kann diese Konstellation dazu führen, dass man sein Liebesleben aufräumt.

Was nicht mehr passt wird auch nicht mehr passend gemacht, sondern losgelassen. Die Liebende schaut durch die Augen des weisen Alten, erkennt was wirklich los ist – und handelt entsprechend.

… und dann ist da auch noch der Mond, der am 29.8. dazu kommt und Gefühl in die Sache bringt (… als wäre noch nicht genug davon da). Trotzdem kann sein sanfter Impuls diesen ganzen Prozess wunderbar bereichern.

Der Mond lässt dich durchatmen, innehalten. Mond und Venus, die beiden kennen sich, wie zwei Freundinnen. Mag der Mond auch mütterlicher sein und die Venus eher süß und sinnlich, für sie ist es wie eine Atempause in der Auseinandersetzung mit den »alten Herren«, die ihr etwas über das Leben beibringen wollen, dabei aber nicht unbedingt den richtigen Ton für eine Liebesplanetin treffen.

Das Fazit für diese Zeit? Gehe sanft, aber entschlossen hinein. Wage den Blick unter den Teppich, was wurde darunter gekehrt? Lüfte durch, dein Liebesleben, aber auch bei den Themen Lebensfreude und Inspiration.

Magisch kannst du die Venus jetzt mit Dingen stärken, die sie zu schätzen weiß: Mach es dir schön, es darf ruhig ein bißchen kitschig sein. Jetzt ist die richtige Zeit für Schaumbäder, Aromatherapie und einen Strauß Blumen auf dem Tisch.

Bleibe trotzdem auf der Linie der aktuellen Energien, umgehe die »alten Herren« nicht. Sie mögen anstrengend und fordernd sein, doch so mancher knorrige Großvater gibt klugen Lebenrat.

Der nächste Artikel erscheint am 28.8.

Dann schauen wir uns an was Mars und zwei starke bad boys bis Januar ´21 am Himmel treiben. Zum Glück gesellt sich ein Wohltäter dazu, doch unser »Gladiator« Mars geht umgehend in der kosmischen Hippie-Höhle verloren (er wandert rückläufig ins Zeichen Fische).

Wie kommt er dort zurecht, während er von den »schweren Jungs« ins Visier genommen wird? Und wie können wir etwas Gutes daraus machen? Fragen über Fragen, langweilig wird es jedenfalls nicht…