Das Video zur Naturspiritualität

Ich habe auf YouTube noch einmal in Ruhe über alles gesprochen: Woher mein plötzlicher Ärger kam, warum es mir so wichtig ist und weshalb ich denke, dass wir aufpassen müssen, dass der Hexenweg nicht das nächste pastellfarbene Trendthema wird. Das Video habe ich unten mit eingefügt, dann müsst ihr nicht lange suchen.

Die Rückmeldungen waren sehr berührend. Wie so oft fallen die SelbstdarstellerInnen am meisten auf. Man könnte leicht übersehen, dass die große Mehrheit inneren Werten folgt und sich ernsthafte Gedanken macht.

Unter den vielen Kommentaren war z.B. auch ein Yogalehrer, der nicht mehr lehrt, weil ihm der ganze Yoga-Zirkus zu oberflächlich geworden ist. Er hatte diesen treffenden Vergleich, dass heutige Yogazeitschriften in etwa so sind, als würde man den Playboy nehmen und sagen: So sind Frauen.

Auf dem Hexenweg ist es zum Glück noch nicht so weit. Da tut uns das Wort „Hexe“ einen großen Gefallen, nämlich nicht verkaufsfördernd genug zu sein. Weshalb sich die entsprechenden Leute auch meist als „Witch“, „Tarotreader“, „Astrowitch“ usw. bezeichnen.

Warum ist so etwas wichtig? Englisch ist halt modern, könnte man denken. Aber es folgt einem tieferen Muster, das man auch von exotischeren Wegen kennt. Die Dinge werden aus ihrem kulturell gewachsenen Umfeld gerissen und verbal entkernt. Das findet auch bei uns gerade statt, da macht man z.B. keine Rituale mehr, sondern „Manifestationen“.

Es wird plötzlich aalglatt, die Verbindung zum Ursprung wird erst mit Worten und später auch im Denken unkenntlich gemacht. Man nimmt die Fragmente heraus, die gut verkäuflich sind, passt sie entsprechend an und vergisst das große Ganze dahinter.

Das ist auch der Grund, warum die AnhängerInnen der oberflächlichen Wege (die oft genug gar nicht wissen, was ihnen entgeht) dabei nicht glücklich werden. Da ist immer so eine seltsame Leere und wenn ihr die spürt: Gut so! Geht der Leere nach und findet den ganzen Weg dahinter – egal welchem Weg euer Herz gehört. Macht euch auf die Suche.

Da ist Yoga ein gutes Beispiel. Alle denken an Gymnastik, wenn sie den Begriff hören. Dabei ist es ein spiritueller Weg, bei dem die Gymnastik (nach Patanjali) gerade mal 1/8 ausmacht. Sie ist nur der Teil, den man im Westen gut verkaufen kann.

Sorgen wir dafür, dass es beim Hexenweg gar nicht erst so weit kommt. Dass die Tiefe und Schönheit des Weges im Vordergrund stehen – und auch die Vielfalt, die Eigenwilligkeit und das direkte Wahrnehmen.

Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass man manche Hexen daran erinnern müsste, dass unser Weg etwas mit der Natur zu tun hat. Also die echte Natur da draußen, nicht die Postkartenmotive in den schönen Büchern. Die Katastrophe in der Oder hat mir vor Augen geführt, dass wir mehr reden müssen und zwar über das, was wichtig ist – und nicht bloß witchy.