Die Sterne der Rauhnächte

Für manche ist Samhain als Fest der Ahnen der Wendepunkt des Jahresrads, das spirituelle Neujahrsfest. Für viele liegt diese Zeit aber in den Rauhnächten. Manche betrachten die Wintersonnenwende als diesen Zeitpunkt, andere das traditionelle Silvesterfest.

Für mich persönlich ist Samhain so etwas wie die »erste Auflockerung« der Zeit. Die Schleier zwischen den Welten werden dünner. In der Adventszeit bleibt diese »durchlässige Zeit« bestehen und blüht zur Wintersonnenwende und in den Rauhnächten noch einmal richtig auf, bevor sich die Türen langsam wieder schließen und wir gewissermaßen in »Normalzeit« weiterleben.

Im astrologischen Ausblick schauen wir diesmal auf die exakten Aspekte von Planeten, die in dieser Zeit wirksam werden.

Zu Samhain hatten wir vor allem Mondaspekte, das war ein relativ kurzer Zeitraum. Die bleiben aufgrund des größeren Zeitraums diesmal außen vor, sonst würden wir den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen.

Wir wollen das Wesentliche unter die Lupe nehmen und daher stehen diesmal die gewichtigen Aspekte im Vordergrund, von denen uns das alltägliche Mond-Gewimmel sonst leicht ablenken könnte (oh je, ich fürchte jetzt wird eine Entschuldigung an den guten Mond fällig…., am 30.12. wird er natürlich ausführlich als Vollmond mit all seinen Aspekten gewürdigt).

21. Dezember – Wintersonnenwende

Abends tritt Jupiter in Konjuktion zu Saturn. Die beiden ließen sich in der letzten Zeit schön am Himmel beobachten, wie sie immer ein Stückchen näher zueinander rücken.

Heute trifft sich der weise König mit dem alten Greis. Was die beiden miteinander aushecken?

Jupiter ist spirituell, er steht für Wachstum und das große Glück im Leben. Saturn ist mehr wie Mr. Scrooge in Charles Dickens Weihnachtsgeschichte. Er steht für Verzicht, Kargheit, aber auch für das Essenzielle. Hier treffen zwei grundsätzliche Gegensätze aufeinander: Wachstum versus Kahlschlag (Saturn wird traditionell mit einer Sense dargestellt).

Die beiden befinden sich im Steinbock und hier hat Saturn Heimvorteil, er gibt also den Ton an. Die Eröffnung der Rauhnächte beginnt mit der Frage: Was ist für mich spirituell essenziell? Wohin will ich wachsen – und was muss ich dafür loslassen? Ein guter Zeitpunkt, um spirituell zu reinigen und auszumisten. Was auf meinem Weg ist abgestanden, schal geworden? Was kann weg?

Heute ist – nicht nur auf den spirituellen Weg bezogen – ein guter Tag, um loszulassen, damit die wirklich wichtigen Dinge Raum haben, um zu gedeihen.

23. Dezember

Am Nachmittag treffen Mars und Pluto im spannungsreichen Quadrat aufeinander. Das ist so ähnlich wie Darth Vaders ewiger (innerer) Kampf mit dem Imperator, um ein Bild aus »Star Wars« zu verwenden (die alten Mythen begegnen uns in vielen Variationen).

Mars ist der feurige Krieger, Pluto wird in der Astrologie oft als höhere Oktave von Mars bezeichnet. Das Wort »Imperator« passt gut zu ihm.

Wenn wir es positiv ausdrücken wollen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich mit Machtkonflikten zu beschäftigen. Sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass wir selbst irgendwie damit zu tun haben. Man kann zu Kurzschlussreaktionen neigen, diese Konstellation wird oft als »alles oder nichts«-Aspekt bezeichnet.

Man sieht nicht mehr links noch rechts, man hat Scheuklappen auf und was man will, das will man mit voller Kraft, ohne Rücksicht auf Verluste.

Was macht man mit so einem Tag? Grundsätzlich akzeptiert man es erst einmal und dann kann man a) bewusst etwas sanftes und entspannendes tun (Meditation, Fantasiereisen, Entspannungsübungen…) oder sich b) in den Strom dieser Energie stellen und ihr nachspüren. Was habe ich damit zu tun? Wo sind meine Schwachpunkte in dieser Hinsicht?

Mache das, was sich für dich besser anfühlt. In dieser schwierigen Zeit hast du jedes Recht den sanften Weg zu bevorzugen. Folge deinem Gefühl – dann ist die Macht mir dir.

25. Dezember

Nach diesem rüden Aspekt entsteht nun eine bestärkende Energie, die weit vorausdenkt. Merkur trifft am Morgen im Trigon auf Uranus (und die Sonne macht dasselbe am 28., was einen wunderbaren Energiebogen spannt).

Merkur ist Kommunikation, Wissen, Lernen, Denken. Uranus ist ungewöhnlich, exzentrisch, visionär. Veränderungen sind das Ziel. Heute kannst du Lösungen finden und Dinge neu denken. Diese Zeit ist ideal für Orakel, zum spinnen von Plänen, um groß zu denken.

Uschi Obermaier, die berühmte Hippie-Ikone, hat das dazu passende Lebensmotto: Aim high (ziele hoch). Ziele immer ein bißchen höher, als du eigentlich landen willst, das Leben stutzt dich ohnehin noch ein Stück zurück.

Dieser Tag ist ideal für langfristige Pläne und um mit Orakeln oder vor dem inneren Auge das große Bild zusammen zu setzen, neue Blickwinkel zu erkunden und Frische in die eigenen Gedanken und Vorstellungen zu bringen.

28. Dezember

Wie gerade angesprochen tritt heute die Sonne ins Trigon zum Uranus, am frühen Morgen. Die Sonne wird auch als das Ich in der Astrologie bezeichnet, heute geht es um inneres Wachstum, um persönliche Freiheit und gerne auch um ungewöhnliche Wege, die man beschreitet.

Ich sage manchmal scherzhaft: Normal kann jeder! Heute ist definitiv ein Tag für dieses Motto. Mach etwas ungewöhnliches, verrücktes, überraschendes. Egal ob groß oder klein, genieße den Tag und lass fünfe gerade sein.

30. Dezember

Am frühen Mittag tritt Venus ins Quadrat zu Neptun. Das ist semi-optimal, um es freundlich zu sagen. Venus ist Liebe, Kultur und Kunst, Feinsinn, Romantik und alles, was das Leben richtig lebenswert macht.

Eigentlich ist sie gut kompatibel mit der träumerischen Energie des Neptun. Immerhin ist Venus die »Meerschaumgeborene«, warum sollte sie sich mit dem Meeresgott nicht verstehen?

… doch es ist ein Quadrat. Und so, wie gute Freunde manchmal aneinander geraten, passiert dasselbe hin und wieder auch am Himmel. Wenn zwei eher sanft-verträumte Wesen in Reibereien verwickelt sind, gilt der Satz: „Es ist kompliziert…“.

Illusionen sind das große Thema, man macht sich etwas vor in Sachen Liebe, Romantik und eventuell auch bei den Finanzen.

Wo ist Saturn, wenn man ihn mal braucht? Seine Energie sollte heute ganz lebenspraktisch der Leitfaden sein: Hinterfragen, ruhig bleiben, nicht alles für bare Münze nehmen. … und bitte keine Liebeszauber, die Venus ist wirklich angeschlagen.

Wir haben heute ja auch noch Vollmond und da wird natürlich gerne gezaubert. Der Mond steht in den Zwillingen (siderisch berechnet) und damit für die Themen Kommunikation, Lernen, Aus- und Weiterbildung (auch privat, z.B. in Form von Kursen für die eigenen Interessen) und generell den schnellen, gewitzen Geist in uns, der das Leben nicht allzu schwer nimmt und immer eine Lösung findet.

Der Mond macht heute eine Reihe von Aspekten, die ihn einfärben. Zuerst ein Sextil zu Uranus, dann eine Opposition zu Merkur, ein Trigon zu Neptun und eine Opposition zu Pluto.

Damit dieser Artikel nicht ausufert eine die Kurzfassung der Energien: ungewöhnliche Ideen sind Trumpf, erlaube dir zu träumen, schau dem Schatten in die Augen – und lerne aus alledem.

Die Zwillinge sind die Freude am Lernen und sie sind – nunja – Zwillinge, sie sind zwei. Es fällt ihnen leicht Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Nutze diese Energie und du gehst mit inspirierenden neuen Ideen aus diesem Tag heraus, trotz Venus´ und Neptuns kleiner Eskapaden.

1. Januar

Heute wandert Merkur mittags ins Sextil zu Neptun. Das ist eine schöne Auflösung für die Energien des Vollmonds. Was zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch unklar war, findet jetzt ein gutes Ende. Heute ist der ideale Tag um Pläne für das Jahr zu schmieden. Diskutiere mit anderen darüber, tauscht euch aus.

Auch kreative Arbeit ist begünstigt, zeichne ein Mandala für das neue Jahr, klebe eine Collage, male ein Bild, arbeite mit Textilien… Was auch immer dich inspiriert, heute fließen Ideen und Impulse für das neue Jahr besonders leicht durch dich hindurch und lassen sich sichtbar machen.

Es ist auch ein großartiger Tag für Orakel (das ist der 1. Januar ohnehin, aber diesmal mit extra kosmischem Rückenwind). Auch schamanische Reisen und intuitive Arbeit in jeder Form sind heute sehr begünstigt. Ein wirklich spiritueller Start in das neue Jahr!

5. Januar

Zum Ende der Rauhnächte hin bringt sich Pluto noch einmal ins Spiel und das ist irgendwie passend als Abschluss dieser Zeit. Zumal er diesmal für seine Verhältnisse sehr versöhnlich agiert. Er trifft sich mit Merkur auf einen Plausch (Konjunktion).

Der »Fürst der Finsternis« und der flinke Götterbote bei einem Espresso? Wenn du dabei ein zwiegespaltenes Gefühl empfindest, liegst du goldrichtig. Das kann in beide Richtungen losgehen. Nutzen wir diesen Tag also weise.

Heute kann man besonders gut über schwierige Dinge reden. Pluto bringt viel Tiefgang rein (sogar er hat Schokoladenseiten). Merkur bringt die Bereitschaft und die Fähigkeit, diese Dinge auszudrücken ins Spiel.

Man muss nur aufpassen, dass es nicht kippt, denn dann schlägt Merkur-Pluto verbal um sich, das gilt es unbedingt zu vermeiden. Aber das kann man vermeiden, indem man sich diese Tendenz bewusst macht und die klare Intention setzt: Ich nutze diese Energie, um mit Tiefgang über Dinge zu reden.

… reden kann sich in diesem Fall natürlich auch auf »die da oben« beziehen, also Orakel, Meditationen und alle anderen Wege, um mit der spirituellen Ebene in Austausch zu gehen.

Etwas weniger esoterisch ausgedrückt: Heute ist ein guter Tag für tiefgehende Fragen, für alle Dinge, die dich im Kern beschäftigen.

Das waren die wichtigsten Konstellationen für diese Rauhnächte. Wie so oft im Leben ist es süßsauer, manches leuchtet hell, manches fordert uns auf die spannungsreichen Unterströmungen im Leben zu beleuchten.

Ich wünsche euch zauberhafte, magische Rauchnächte und von Herzen alles Gute für das kommende Jahr!

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei euch bedanken. Für eure Neugier, eure Fragen und euer Feedback. So viele Blickwinkel aufs Leben, so viele tolle Leute.

In diesem Jahr mußte ich oft um Geduld bitten. Sei es, dass ich an Schreibprojekten saß oder durch die aktuelle Situation mit meinem Mann mit der Kinderbetreuung ins schwimmen kam. Euer Verständnis und dieses warme Wir-Gefühl, das immer wieder zum Ausdruck kam, haben mich sehr bestärkt.

Ganz ehrlich, gerade in dieser schwierigen Zeit habe ich das Gefühl, dass wir menschlicher werden. Es ist bedeutend leichter auf Spannungen zu schauen, als auf all die Menschen, die, so gut es eben geht, das Beste aus der Situation machen.

Ich wünsche uns allen viel Kraft für das kommende Jahr. Wir werden sie brauchen und ich werde mit meiner Arbeit hier, auf YouTube und auf Instagram meinen Teil für den ein oder anderen Lichtblick beitragen.

Wenn wir in rauer See segeln müssen, dann wenigstens mit einer guten Tasse Tee und einer Kerze, die uns Licht spendet, in der Kajüte.

Der nächste Artikel erscheint am 14. Februar, einem Tag, der neben der Liebe auch mit der Fruchtbarkeit verbunden ist – und genau darum wird es gehen.

Mich haben gleich mehrere LeserInnen-Fragen zu astrologischen Gerüchten und Theorien in Sachen Wunschkind erreicht. Wie bereits gesagt, soll es hier nicht nur um allgemeine Dinge gehen, wir können auch gerne mal Teilgebiete anschauen.