Die Sterne und die Fruchtbarkeit

Vor einer Weile erreichte mich eine Leserinnenzuschrift:

Mich (und vielleicht auch andere) würde mal interessieren, was hältst du von den Mondphasen und die Auswirkung beziehungsweise Abstimmung bezüglich Familienplanung/Fruchtbarkeit?

Dazu ein Verweis auf die Forschungen eines Prager Arztes, der die Mondphase zum Zeitpunkt der Geburt einer Frau (um genau zu sein den Winkel des Mondes zur Sonne) mit ihrer fruchtbaren Phase in Zusammenhang bringt.

Leider erfährt man wenig zur erwähnten Studie des Arztes. Wie viele Frauen haben teilgenommen? Wie viele Treffer und noch interessanter: Wie viele Abweichungen gab es? Wenn man das nicht weiß, kann man wenig dazu sagen.

Das alles klingt auch sehr kompliziert? Nicht nur das, es klingt auch unwahrscheinlich. Jetzt mal ehrlich, nur wenige Frauen haben einen immer gleichen Zyklus. In Abstimmung mit dem Mond müsste der etwa 30 Tage lang sein. Ein Mondzyklus dauert nämlich 29,5 Tage (nicht 28 Tage, wie oft behauptet – diese häufig erwähnte Zahl hängt eher mit der Wochentaktung der Pille zusammen, als mit dem Mond).

Natürlich kann man sich bei sowas wunderbar in Haarspaltereien verlieren und deshalb möchte ich auf einen wesentlichen Punkt kommen, der bei dieser Betrachtungsweise übersehen wird: Es braucht zwei für ein Kind.

Betrachtet man nur die Frau, fällt die Hälfte unter den Tisch. Es hat eine lange Tradition den Frauen die Fruchtbarkeit „zuzuschieben“, die auch in der oben erwähnten Studie nachwirkt. Ganz ehrlich, mir ist ein Rätsel, wie man die Männer dabei ausblenden kann.

Außerdem sind ganz sicher nicht nur die Sterne im Spiel. Stress, das zunehmende Alter, bis man ein finanziell und emotional stabiles Nest geschaffen hat, Umweltfaktoren…

Wer z.B. schonmal nicht-biologische Kosmetikprodukte mit einer App wie „Codecheck“ getestet hat, wird verblüfft festgestellt haben, wie viele hormonell wirksame Stoffe in vielen Produkten enthalten sind, die Einfluss auf die fein abgestimmten Abläufe im Körper nehmen können. Seit vielen Jahren ist außerdem bekannt, dass die Fruchtbarkeit der Männer in westlichen Ländern messbar abnimmt. Es ist also wichtig das ganze Bild zu sehen.

Noch dazu fallen passende PartnerInnen nicht vom Himmel. Das mag sich banal anhören, aber als Kartenlegerin sehe ich immer wieder, dass dieser Punkt nicht zu unterschätzen ist.

Nachdem das eine Astro-Kolumne ist, werden wir die alten astrologischen Zuschreibungen unter die Lupe nehmen und jetzt werden manche sagen: Claire, das ist doch auch alles spekulativ. Das ist es und wie bereits angedeutet spielen viele Faktoren hinein, ganz sicher nicht nur die Sterne. Das Leben ist ein großes, sich immer wieder neu entfaltendes Spiel.

Aber auf ein Kind zu hoffen ist nicht nur ein biologischer Prozess, es ist auch ein emotionaler und spiritueller Weg. Es kann ein aufreibender Weg sein, in einem Maß, das sich Außenstehende manchmal nicht vorstellen können.

Es gibt Untersuchungen, die das Stresslevel eines starken unerfüllten Kinderwunsches mit dem einer Krebserkrankung gleichsetzen. Was zuerst überrascht, hängt doch zusammen: in beiden Fällen geht es auf denkbar tiefreichende Weise um das Leben. Da werden die innersten Bereiche in uns berührt.

Die folgenden astrologischen Winke sind also nicht als Rezepte zu lesen. Ich möchte mit ihnen das Gefühl der Verbundenheit stärken. Es gibt hilfreiche Kräfte, die uns unterstützen können. Wir sind in das große Ganze eingebunden und manchmal kann ein kleiner Schubs „von oben“ den Stein eben doch ins Rollen bringen – oder zumindest emotional aufbauen.

Mit dieser behutsamen Herangehensweise kann man folgende Dinge unter die Lupe nehmen:

Wie nun schon klar ist, schaut man dafür in die Horoskope von Frau und Mann. Dabei wird normalerweise mal die eine und dann wieder der andere eine gute astrologische Phase haben. Manchmal überschneiden sie sich auch, das ist natürlich ideal.

Wer nicht gleich zum Profi gehen möchte für die Berechnungen: es gibt im Web zahlreiche Seiten, auf denen man sein Geburtshoroskop berechnen kann. Am besten druckt man die Horoskope der beiden Partner aus und berechnet dann noch einmal ein Horoskop für den aktuellen Tag. So sieht man wo die Sterne gerade stehen.

Nun trägst du die aktuellen Stände in die Geburtshoroskope ein und gleichst es ab: Wer steht aktuell im 5. Haus? Befinden sich dort Planeten oder ist gerade niemand „zu Besuch“? Für zukünftige Zeitpunkte verwendet man entsprechend zukünftige Daten.

Das 5. Haus ist in der Astrologie das Haus der Kinder. Hier interessiert uns wer zu welcher Zeit vorbeikommt und welche Einflüsse es gibt.

In Sachen Fruchtbarkeit ganz besonders der Mond (der übrigens auch die Fruchtbarkeit der Männer beleuchtet), die Venus (als weiblicher Anteil) und Mars (als männlicher Anteil). Auch die Sonne als Symbol des Ich´s ist ein gern gesehener Gast.

Besucht einer dieser Planeten das 5. Haus, wird das aus astrologischer Sicht als günstige Zeit für den Kinderwunsch gedeutet.

Da Mars, Sonne und Venus langsamer wandern, ist man so auch nicht – wie bei der eingangs vorgestellten These – von einem einzeln Tag abhängig, an dem man möglicherweise im echten Zyklus weit von den fruchtbaren Tage entfernt ist.

Man kann das Leben nicht in starren Formeln berechnen. Gerade beim Wunsch nach einem Kind gilt der alte Satz: Es braucht immer auch ein kleines Wunder.

So viel zum astrologischen Teil. Natürlich kann man an vielen Stellschrauben drehen und es gibt zwei Bücher, die ich in diesem Zusammenhang immer wieder empfehle. Da wäre einmal der Klassiker der natürlichen Familienplanung: „Familienplanung“ von Toni Weschler.

Ein Buch, von dem man sich wünschen würde, dass es junge Mädchen schon im Bio-Unterricht kennenlernen. Es geht darin nicht nur ums Kinderkriegen (oder verhüten), sondern um Frauengesundheit als solche, ein ganzes Leben lang. Viele Fakten, Abläufe und Erkenntnisse, bei denen man spontan ausruft: Warum sagt einem das niemand!, warten in diesem Buch.

Das zweite Buch ist „Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch: Die Fruchtbarkeit ganzheitlich fördern mit chinesischer Medizin/TCM“ von Annemarie Schweizer-Arau. Im Gegensatz zu anderen naturheilkundlichen Büchern wird darin die Schulmedizin auch nicht verteufelt, sondern sogar beschrieben, wie man beide Wege ggf. kombinieren kann. Ein ganzheitliches Buch in jedem Sinne des Wortes.

Der nächste Artikel erscheint am 18. März und beleuchtet das Thema Liebe 2021: Was macht die süße Venus? Gibt es Durststrecken, schwierige Aspekte und wann läuft es richtig gut? Wir nehmen es genau unter die Lupe!