Jupiter bis Jahresende

Abbildung oben: Detail des Jupiter Tempels in Baalbek im heutigen Libanon

Die Astrologie lehrt uns – wie jede ausgewogene Naturphilosophie – dass hell und dunkel, Glück und Unglück, Spannung und Gelassenheit Hand in Hand gehen.

Diesmal nehmen wir die Aspekte des Jupiter für das restliche Jahr unter die Lupe. Auch hier wird es Licht und Schatten geben, weil das Leben genau so ist. Es ist nichts verkehrt daran, man hat nichts falsch gemacht oder den falschen Motivationsratgeber gelesen.

In der heutigen Zeit mit ihren unrealistischen Perfektionsansprüchen, die so viele Menschen unglücklich machen, kann man das nicht oft genug betonen. In der Natur ist alles ein bißchen schief und krumm, nichts ist perfekt, aber das Leben geht weiter. Es genügt wenn die Dinge ausreichend gut sind. Wir selbst sind auch ein Teil der Natur und Glück kommt ganz von selbst, wenn wir das wieder erkennen.

Jupiter ist in der Astrologie das große Glück, er steht für Wachstum und Entfaltung, bringt aber auch Spiritualität und Werte ins Spiel. Wo er sich befindet kann man groß denken, Dinge verwirklichen und seinen höheren Zielen entgegen wachsen.

… und weil es so normal ist, dass Licht und Schatten zum Leben gehören und die unterschiedlichsten Dinge zueinander in Beziehung treten, wird es bis zum Jahreswechsel sicher nicht langweilig.

Die große grundlegende Veränderung des Jupiters betrifft seinen »Farbwechsel« im November. Am 20.11. wechselt er vom Schützen in den Steinbock. Das kann man sich so vorstellen, als würde seine Bühne in einem neuen Licht beleuchtet werden, die grundlegende Stimmung ändert sich.

Beim Schützen geht es um Weite, um neue (spirituelle) Horizonte und inneres wie äußeres Wachstum. Anregungen von weit her sind willkommen.

Wenn Jupiter ein König wäre, hätte er bis jetzt ein reiches Bankett mit Köstlichkeiten aus aller Welt gehabt. Doch nun kommt das disziplinierte Steinböckchen um die Ecke und fordert Verwantwortungsbewusstsein ein. Muss das denn alles sein? Können wir uns nicht bitte aufs Wesentliche konzentrieren? Das Thema Nachhaltigkeit tritt in den Vordergrund.

Alle, die jetzt instinktiv einen Saturn-Einfluss wittern, liegen richtig: in der klassischen Astrologie wird der Steinbock vom Saturn regiert. Es geht um Klarheit, Nüchternheit, Struktur, Ordnung und das Wesentliche.

In Verbindung mit dem Jupiter eine wunderbare Sache: er schießt nicht über das Ziel hinaus, sondern bringt all seine Üppigkeit in Form. Wir werden verantwortungsbewusster, teilen uns unsere Kräfte ein und können dadurch ab Mitte November leichter greifbare Ergebnisse erreichen.

Schauen wir uns einmal den September an, dann hat der Jupiter ein Sextil zum verträumten Neptun (bis Mitte November). In dieser Zeit sind tiefe spirituelle Erfahrungen begünstigt. Es fließt einem einfach zu und man tut gut daran, sich darauf einzulassen.

Das bezieht sich aber nur auf die spirituelle Ebene – auf der praktischen Ebene hinterfragt man besser einmal mehr, als einmal zu wenig. Man ist manchmal einfach zu gutgläubig, weil es einen selbst gerade so schön trägt, da traut man den anderen nichts schlechtes zu. Also besser ein wenig vorsichtig sein, damit diese fließend-offene Energie nicht ausgenutzt wird.

Die Konjunktion zu Pluto (noch bis Mitte Dezember) lässt an die Themen (abgründige) Macht und Wachstum denken. Global sicher keine leichte Zeit, da auch Gewalt zu dieser Konstellation gehören kann. Aber hier ist nicht nur der abgründige Pluto im Spiel, sondern auch der spirituelle Jupiter. Wer auf die innere Stimme hört, wird in so einer Zeit zuerst schwächer erscheinen – und zum Schluss doch den Sieg davontragen.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Spirituell wachsen, auf die innere Stimme hören und damit zum Sieger werden.

Im Oktober sehen wir Jupiter bis zur Mitte des Monats in einem Quadrat zur Sonne. Die beiden verstehen sich eigentlich wunderbar, sie wärmt und strahlt, er lässst die Dinge gedeihen – aber es ist eben ein Quadrat. Die Sonne ist auch das Ich in der Astrologie, jetzt sollte man sich nicht überfordern, kein strahlendes Selbstbild aufpolieren wollen, das einem dann wieder auf die Füße fällt, weil es gar nicht das wirkliche Ich ist.

Wie im Mars-Artikel beschrieben sind auch Mars und Jupiter von Anfang Oktober bis Anfang November in einem Quadrat verkeilt. Das bedeutet auch: Weniger Aufgaben annehmen, sich nicht überfordern. Mars drängt und Jupiter expandiert – das kann einem leicht über den Kopf wachsen. Wer bewusst gegensteuert entgeht dieser Falle.

Mitte bis Ende des Monats hellt Venus im Trigon zum Jupiter die Stimmung auf: Das ist unverhofftes Glück in der Liebe, aber auch in finanziellen Angelegenheiten.

Ab Ende Oktober (bis Februar ´21) tritt Jupiter in eine Konjunktion zu Saturn. Das ist in der klassischen Astrologie eine typischen Reichtums-Kombination, allerdings nach dem Motto: Erfolg durch Arbeit und geordnetes Handeln. Wer gut organisiert ist kann in dieser Zeit Großes erreichen.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Sich nicht pushen, nicht der große Macher, die große Macherin sein wollen. Besser die Liebe und die guten Dinge des Lebens genießen, ehrlich für seine Ziele arbeiten und das »ich muss noch besser werden«-Ego in die gedankliche Mottenkiste verbannen.

Im November hat der Jupiter vom 2. bis 7. ein Quadrat zum Merkur. Alles, was in Sachen Kommunikation (Briefe, Gespräche, Messenger, soziale Netzwerke…) wirklich wichtig ist, sollte verschoben werden, wenn möglich. Egal ob Bewerbung oder Aussprache, wer in diesen Tagen die Füße still hält kommt besser voran.

Vom 9. bis 22. November versöhnen sich die Sonne und der Jupiter wieder im Sextil, nach dem angespannten Quadrat. Think big! Mache jetzt alles, was du schon immer mal machen wolltest, was dich anregt, dir gut tut und die Lebensfreude weckt. Jetzt kommen die richtigen Eingebungen, wie man glücklicher werden kann.

Vom 12. bis 21. November grätscht die Venus mit einem Quadrat dazwischen, in der Liebe kann es angespannt werden. Durchatmen, nicht alles überbewerten und sich lieber auf das gleichzeitige Sonnen-Sextil konzentrieren. Die Sterne machen nur geneigt, sie zwingen zu nichts. Mit ein bißchen gutem Willen kann man diese kratzigen Schwingungen ausgleichen.

(Noch dran gedacht? Ab dem 20. befindet sich Jupiter im Steinbock – strukturiert und aufgeräumt geht´s weiter.)

Vom 25.11. bis 2.12. macht Merkur dann alles wieder gut, was er Anfang des Monats verbockt hat. Als flotter Flitzer ist er bereits ins Sextil zum Jupiter gesaust. Alles rund um Kommunikation, Lernen, wichtige Gespräche und Informationen, die man benötigt, ist jetzt begünstigt.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Ich fördere bewusst die guten Dinge, dann klappt der Rest auch noch. Anfangs des Monats keine wichtigen Gespräche – am Ende des Monats umso mehr.

Nach all den Aufregungen wird es im Dezember dann besinnlich. Die meisten Planeten haben gerade anderes zu tun, als Jupiter zu ärgern (oder zu erfreuen).

Venus versöhnt sich nach dem stacheligen Quadrat im November wieder mit Jupiter und sie lachen sich freundlich im Sextil zu, vom 10. bis 19.12. Falls es damals zu Spannungen kam, kann man jetzt wieder strahlen. Generell ist diese Zeit in Sachen Liebe und Finanzen ausgesprochen positiv. Nutze den Rückenwind und beginne jetzt mit neuen Plänen in diesen Bereichen.

Wollen wir es zum Jahresausklang nicht einfach dabei belassen? Nicht ganz, denn da kommt Uranus, der Revoluzzer und Visionär ins Bild. Ab dem 29.12. bis Mitte Februar ´21 wird sein Quadrat zum Jupiter spürbar.

Mit dieser Konstellation können wir kollektiv und individuell dazu neigen in unseren Reformbestrebungen über´s Ziel hinaus zu schießen. Fortschritt und Veränderungen können uns über den Kopf wachsen. Die Sehnsucht nach dem kuscheligen Heim wächst entsprechend – und sollte auch gelebt werden. Früher hat man von längeren Reisen abgeraten bei dieser Konstellation. Home sweet home ist das ausgleichende Motto für diese Zeit, weil es sonst manchmal einfach zu viel ist.

Die Jupiter-Monats-Stimmung: Sanft, verliebt, erfolgreich – lassen wir es so stehen, Uranus soll uns erst im nächsten Jahr ärgern.

Die speziellen Glückstage – Mond Konjunktion Jupiter

Als schnellster Wanderer unter den Planeten ist der Mond ständig in unterschiedlichen Positionen mit dem Jupiter verbunden.

Der Mond ist im alten Denken die kleine Sonne, er war die alltägliche Astrologie der Leute. Wenn er sich mit Jupiter auf ein Schwätzchen trifft, gibt uns das einen Energie-Schub für den ganz normalen Alltag, besonders im Beruf, im spirituellen Wachstum und allgemein für unser Lebensglück.

Diese Tage sind: 25.9., 23.10., 19.11. und der 17.12. Trage diese Daten auf jeden Fall in deinen Kalender ein und lege Angelegenheiten darauf, die dir am Herzen liegen – oder genieße einfach den guten Vibe.

Der nächste Artikel erscheint am 12.10. Dann schauen wir uns die astrologischen Einflüsse rund um das Fest der Ahnen Samhain /Halloween an.

Welche Kräfte am Himmel sind wirksam in dieser Zeit der weit geöffneten spirituellen Türen? Welche Themen haben kosmischen Rückenwind, was sollten wir vermeiden?

Samhain als keltisches Neujahrsfest setzt manchmal bereits den Ton für das kommende Jahr. Diese besondere Zeit bewusst zu nutzen kann große Veränderungen bewirken – ganz ähnlich wie bei den Rauhnächten, zu denen wir im Dezember noch kommen werden.

P.S. Ich habe bereits spannende Fragen von Leserinnen und Lesern bekommen, zu Themen wie Fruchtbarkeitsberechnungen nach dem Mond und einigem mehr. Vielen Dank für euren anregenden Input!

Diese Kolumne soll vielschichtig all die großen, aber eben auch die kleinen Dinge im (astrologischen) Leben beleuchten. Daher werden wir nicht nur große Überblicke machen, sondern auch auf Detailfragen schauen in den kommenden Monaten.