Jupiter – die erste Hälfte

Oben im Bild sieht man ein Bild des Jupitertempels von Terracina (Italien). Eine kleine Erinnerung daran, dass die Astrologie viel mit den alten Göttern zu tun hat. Auch bei uns, so galt der Gürtel des Orion hierzulande als »Friggas Spinnrocken«, die Milchstraße war »Hel´s Weg«, auf dem die Seelen der Verstorbenen in den Himmel wanderten. Während die Astrologie in der westlichen Welt in eine bestimmte Form gefunden hat, haben die Sterne weltweit betrachtet immer noch ganz unterschiedliche Zuschreibungen…

Aber das nur als kleine philosophische Vorrede, kommen wir zur Sache! Jupiter gilt jeher als Glücksplanet in der westlichen Astrologie. Um genau zu sein ist der das »große Glück«, während Venus als das »kleine Glück« gilt.

In der älteren Astrologie war er vor allem ein Planet der Würde, der Werte und auch spiritueller Themen. Dazu gesellen sich Themen wie Wachstum, Ausdehnung und Zugewinne. Man kann sich Jupiter wie einen König vorstellen: Wo er am Himmel vorbeiläuft, da glänzt das Leben.

Doch wie das immer so ist: selbst ein prächtiger König »funktioniert« nur im richtigen Umfeld glänzend. Befindet er sich in einer kargen Absteige oder hat er Streit mit den anderen, sieht er sich denselben Herausforderungen gegenüber wie alle anderen.

In diesem Artikel schauen wir uns das »große Glück« bis Anfang September an, damit er nicht zu lang wird. Anfang September erscheint dann der zweite Teil bis zum Jahresende.

Auch diesmal habe ich farblich wieder ein Ampelsystem verwendet: Rot bedeutet starke Spannung, Gelb ist süßsauer und bei Grün haben wir kosmischen Rückenwind.

Aktuell

Im Moment befindet sich Jupiter im Zeichen Wassermann (wie immer siderisch berechnet, das bedeutet: wo die Sterne tatsächlich in der Natur am Himmel stehen).

Der Wassermann hat diese wunderbar weitläufige Energie. Er sieht das große Bild, bezieht sich auf Gruppen, kollektive Strömungen und das Gemeinschaftsgefühl.

Auch Jupiter bringt Größe mit und so sind die beiden ziemlich harmonisch. Man interessiert sich für die anderen, es entstehen neue Möglichkeiten zusammenzuhalten. Die Menschen suchen nach Lösungen, denken auch mal unkonventionell und stehen füreinander ein. Das sieht man z.B. an den vielen Bürgerbewegungen weltweit, die für gleiche Rechte oder den Naturschutz eintreten.

Natürlich gibt es kein Licht ohne Schatten. Diese Energie kann auch schonmal ausufern. Dann schießen gute Ansätze über das Ziel hinaus, werden plötzlich eng im Geiste oder abgehoben. So etwas sieht man beispielsweise, wenn Menschen auf einer Friedensdemo aggressiv werden und man sich fragt, wie das den Geist des Friedens beschwören soll.

Klug genutzt kann man in dieser Zeit leichter als sonst Netzwerke knüpfen, sich mit anderen verbinden und neue Lösungen für alte Probleme auf den Weg bringen.

3. Mai

Jupiter und Merkur treffen sich im spannungsreichen Quadrat und da haben wir den Salat auch schon: ein König kann nur strahlen, wenn die Umgebung stimmt. Dieser Aspekt kann dazu führen, dass man verbal über´s Ziel hinausschießt. Man will zu viel und ruiniert damit das eigentlich gut Erreichbare. Große Versprechungen, aber nichts dahinter. Auch Besserwisserei, Großmannstum und Leichtsinn können in diesem Aspekt ihre Blüten treiben.

An solchen Tagen ist es nicht nur wichtig sich selbst zurückzunehmen und die eigenen Worte und Gedanken zu prüfen. Auch was andere erzählen, meinen und wollen sollte mit Vorsicht genossen werden. Meine Oma hatte den schönen Spruch: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ein passendes Motto für diesen Tag!

8. Mai

Nach dem verstolperten Start mit Merkur schlittert die liebliche Venus gleich hinterher und begibt sich ebenfalls ins Quadrat zum Jupiter. Das kann zu Spannungen in der Liebe führen und die wollen ehrlich angeschaut werden. Manche neigen dann zu Übersprungshandlungen, versuchen sich Bestätigung außerhalb der Beziehung zu sichern oder weichen der Sache aus.

Mit Liebe sind übrigens nicht nur Paarbeziehungen gemeint. Jeder Mensch hat Beziehungen zu anderen, die immer von Gefühlen begleitet werden. Heute ist ein guter Tag, um die Emotionen ein wenig beiseite zu schieben und zu schauen: Wo drückt der Schuh? Was sind die ersten Schritte, die ich unternehmen kann, damit sich das ändert?

Bei diesem Aspekt spielt natürlich auch das Thema Geld mit hinein, heute sollte man Impulskäufe vermeiden und besser keine langfristigen, gewichtigen Projekte planen.

21. Mai

… ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es erst im Juni wieder lockerer wird. Nun rasselt auch noch die Sonne ins Quadrat zum Jupiter, aber ich verspreche euch: bis Mitte Juli haben wir es dann erstmal überstanden mit den Spannungen.

Die Sonne ist das Ich in der Astrologie und Jupiter ist das Wachstum. Wenn beide spannungsreich im Quadrat stehen, geraten diese Bereiche in einen Konflikt. Man hat das Gefühl nicht gut genug voran zu kommen. Man wünscht sich mehr Freiheit, mehr Entwicklungsmöglichkeiten, aber ständig kommt irgendwer oder irgendwas und tritt auf die Bremse.

Manchmal geht es auch den umgekehrten Weg: Man denkt, man wäre die oder der Größte. Die anderen haben sowieso keine Ahnung, die sollen mal ganz still sein… Beliebt macht man sich so auf keinen Fall und es endet leicht in allgemeiner Überforderung. Der Happen, der einem vorschwebt, ist eine Nummer zu groß.

Ruhe und Bescheidenheit (in einem positiven Sinne) sind die besten Begleiter in dieser Phase.

4. Juni

Endlich geht es voran. Venus geht ins große, schöne Trigon zum Jupiter: Bitte dick am Kalender anstreichen! Diese Kombination beflügelt die Liebe und Beziehungen aller Art. Auch finanzielle Entwicklungen und alles, was eine große Schippe Glück benötigt, steht jetzt unter einem guten Stern.

Rituale, Intentionen und Affirmationen für Wohlstand, Wachstum, Spiritualität und Liebe werden beflügelt.

Großzügigkeit ist das Thema: anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Manchmal können wir erschreckend streng mit uns sein (Stichwort Selbstoptimierung) und übersehen dabei, dass wir ein Mensch sind, der auch von sich selbst Liebe erwarten kann.

20. Juni

Jupiter wird heute rückläufig und bleibt es bis zum 18. Oktober. Das macht nicht nur der freche Merkur (was allgemein mehr Beachtung findet), auch Jupiter geht aus Sicht der Erde ab und an ein paar Schritte zurück. Manche betrachten diese Phasen als »doom and gloom«, wie man im Englischen so schön sagt (Unheil und Finsternis).

Ich sehe das anders, nämlich mit dem Blick der Natur. Wir sehen überall auf der Welt die Folgen von ständigem Fortschritt: ausgebrannte Natur, ausgebrannte Menschen. Ein paar Schritte zurück können sehr heilsam sein und sind in der Natur fest vorgesehen. Alles hat seine Zeit, alles ist im Wandel.

Die Rückläufigkeit ist wie die Reise eines Pilgers, der sich für eine gewisse Zeit aus dem geschäftigen Alltag rausnimmt, um tiefer zu schauen. Gerade Jupiter kann das gut gebrauchen.

Jeder liebt Zuwächse, da müssen wir jetzt keinen Heiligenschein aufsetzen. Aber es gibt auch ein zu viel. Wenn im Körper zu viel wächst, nennt man das Krebs, wenn in einer Wohnung zu viel ist, wird sie zum Messie-Zuhause… Es braucht auch das Los- und Weglassen, wenn wir in Balance bleiben wollen.

Die Rückläufigkeit des Jupiters ist eine Art Prüfstand: Was gehört zu mir und was kann weg? Wovon horte ich zu viel in meinem Leben? Welche Themen beherrschen mich? Ist es angemessen, dass sie so viel Raum bekommen? Was ist mit den zarten Pflänzchen am Rande, wollen die nicht auch mal wieder das Licht meiner Aufmerksamkeit bekommen?

Nutzen wir die Zeit bis in den Herbst hinein also, um die gesunde Balance zum Thema zu machen.

23. Juni

Eine ausgesprochen großzügige und entspannte Konstellation ergibt sich mit der Sonne im Trigon zum Jupiter. Jetzt ist eine ausgezeichnete Zeit für berufliche und finanzielle Pläne, sie gehen deutlich leichter und erfolgreicher von der Hand, als zu anderen Zeiten des Jahres.

Man (er)lebt innere und äußere Größe, wird zuversichtlich und selbstbewusst – weil eben auch wirklich etwas dabei rumkommt. Auch eine sehr gute Zeit für inneres Wachstum. Man erkennt, was einem gut tut und wovon man mehr in seinem Leben haben möchte.

12. Juli

Merkur wandert ins Trigon zum Jupiter, die Glückssträhne geht weiter. Merkur ist die Kommunikation, steht für Verträge, Verhandlungen, Gespräche und jede Form Wissen und Informationen auszutauschen. Er ist außerdem Schutzherr des Handels.

Jupiter gibt Wachstum, aber auch Würde und Werte dazu. Das ist eine wunderbare Mischung, wenn es darum geht zu wachsen – egal ob als Betrieb, als Angestellter oder als Mensch. Man wächst über sich hinaus in dieser Zeit, im besten Sinne dieses Ausdrucks. Man wächst aus Begrenzungen, Verstrickungen oder Unklarheiten – durch die kommunikative und gewitzte Kraft des Merkur.

Auch spirituell ist das eine starke Phase. Gut möglich, dass man hinterher selbst erstaunt ist: Was da plötzlich für Türen aufgegangen sind!

22. Juli

Jupiter und Venus stehen in Opposition. Die bequemste Lage ist das nicht für die beiden. Grundsätzlich verstehen sie sich gut, aber dieser spannungsreiche Aspekt kehrt ihre Schattenseiten hervor. Auch die besten Freude können unausstehlich sein, wenn sie sich auf dem falschen Fuß erwischen.

Typisch für diese Energie ist z.B. dass man die eigene Beziehung mit anderen vergleicht und in irgendeiner Form für nicht »groß« genug befindet. Die anderen scheinen irgendwie alle glücklicher zu sein und was die alles tolles machen… Manchmal kann das so weit gehen, dass man sich anderweitig umschauen möchte.

Um es mit den weisen Worten unserer Großmütter zu sagen: Die anderen kochen auch bloß mit Wasser. Mögliche Konfliktpunkte sollten besser zu einem späteren Zeitpunkt unter die Lupe genommen werden, wenn sich alles beruhigt hat.

Auch finanziell sollte man vorsichtig sein, das ist eine typische Konstellation für Impulskäufe und Ausgaben, die man macht, weil man anderen zeigen will, wie großartig man ist (… und hinterher feststellt, dass das Geld weg ist und die Sache einem selbst gar nicht so viel bedeutet).

Kurz gesagt: Am besten hält man den Ball flach, lässt diese Konstellation durchziehen und freut sich auf bessere Zeiten – ab September… Der Sommer wird nicht immer einfach in Sachen Jupiter-Energie. Krempeln wir also die Ärmel hoch und um noch einen beherzten Spruch meiner Oma zu zitieren: Wir sind doch nicht aus Zucker!

29. Juli

… und schlimmer geht immer! Schwarzer Humor ist sicher nicht verkehrt bei Mars Opposition Jupiter. Mars steht für Power, aber auch für Konflikte und Jupiter bläst das Ganze dann noch so richtig auf.

In dieser Zeit ist es leicht zu denken man wäre der oder die Tollste und sich gleichzeitig zu überfordern, um das auch unter Beweis zu stellen. Manchmal hat man das Gefühl von Egomanen umgeben zu sein.

Wer sich mit dem Tarot befasst, kennt den Eremiten. Diese gelassene, würdevolle Person, die ihre Lampe hochhält, um damit gute Wege auszuleuchten. Sie lässt sich nicht von anderen beeindrucken, sondern geht ruhig und zentriert ihren Weg. Diese Karte ist eine wunderbare Inspiration für diese Phase. Man sollte Streit jetzt wirklich aus dem Weg gehen, das gilt für den gesamten Sommer.

Wenn die himmlischen Herausforderungen der kommenden Zeit einen guten Aspekt haben, dann ist das der Blick auf die eigenen Werte. Man lernt gesunde Disziplin, sich im richtigen Moment zurückzunehmen und klug durch die kleineren oder größeren Verstrickungen des Alltags zu navigieren. In der Theorie der Motivations-Bücher ist das immer leicht – aber wirklich lernt man das nur im echten Leben.

11. August

Im Juli waren sich Jupiter und Merkur noch freundlich zugetan, jetzt begegnen Sie sich in der Opposition. Ganz ähnlich wie bereits bei Venus und Mars (die Sonne kommt auch gleich noch dran, dann sind wir durch) bewirkt diese Konstellation, dass beide Planeten ihre Schattenseiten hervorkramen.

Der Schatten von Größe trifft auf den Schatten von Kommunikation. Praktisch ausgedrückt führt das oft dazu, dass man übertreibt, leichtsinnig wird oder aufgeblasen daherkommt. Es ist einfach zu viel von allem. Man verspricht sich und anderen mehr, als machbar ist. Alles mal eine Nummer kleiner, sollte das Motto sein.

20. August

Damit wären wir auch schon bei der Sonne in Opposition zum Jupiter. Auch hier geht es wieder um die Schattenseiten, diesmal des Ich’s (Sonne) und des Wachstums (Jupiter). Das ist eine Kombination, die ans Eingemachte geht. Wo bin ich überheblich oder leichtsinnig? Übernehme ich mich? Für wen mache ich eigentlich den ganzen Budenzauber?

Das ist ein starker Tag für eine innere Inventur, um sich selbst liebevoll auf den Zahn zu fühlen. Wo plustere ich mich auf? Ist das sinnvoll? Oder sollte ich einfach mal herzhaft über mich lachen und dann ein bißchen mehr entspannen?

Das gilt natürlich auch für alle anderen. Manchmal hat man jetzt das Gefühl, dass der sprichwörtliche Pfau sein Rad schlägt, wohin man auch schaut. Lass dich davon nicht mitreißen, beeindrucken, aber auch nicht ärgern. Manchmal sind eben alle ein bißchen verrückt. Je besser man darüber lachen kann, desto leichter kommt man hindurch.

6. September

Wir haben´s geschafft! Der Rest des Jahres hat auch ein wenig auf und ab, aber so geballt wie in der ersten Hälfte kommt es nicht nochmal. Mit Venus im Trigon zum Jupiter kehrt nun wieder Frieden ein.

Die Venus, das ist die Liebe, die Sinnlichkeit, der Sinn für Kunst und die schönen Dinge im Leben. Im Trigon, der großen, angenehmen Verbindung am Himmel, schafft sie mit Jupiter gemeinsam eine Stimmung von Freiheit, Kreativität, Liebe, Anziehungskraft und Sinnlichkeit.

Auch handfeste Themen wie die Finanzen, Anschaffungen oder materielle Pläne stehen unter einem guten Stern bzw. eben zwei guten Sternen: Venus und Jupiter. Genieße diese Zeit, die auch wie geschaffen ist für Rituale und spirituelle Arbeit in Sachen Liebe, Finanzen, Kunst und Schönem.

Der nächster Artikel beschäftigt sich mit Venus in der zweiten Jahreshälfte und erscheint am 24. Juni.

Jupiters restliches Jahr beleuchten wir ab dem 8. September, wenn dieser Artikel fortgesetzt wird.