Mars und die Bad Boys

Seit Anfang August baut sich am Himmel eine gewisse Spannung auf. Mars tritt ins Quadrat zum tiefgreifenden Pluto, kurz darauf gesellt sich der spröde Saturn dazu.

Der großzügige Jupiter versucht auszuhelfen, doch auch das in einer gewissen Spannung. Ein bißchen wie der freundliche Onkel, der das Taschengeld aufstockt, aber für das begehrte Fahrrad reicht es trotzdem nicht.

Moment mal: Haben diese Planeten nicht gerade erst die Venus im Schwitzkasten gehabt? Richtig, nachdem Venus eher trotzig durch die Opposition zu den Spielverderbern Saturn und Pluto gegangen ist, ist nun Mars an der Reihe mit dem Quadrat.

Die kosmische Frau (Venus) und der kosmische Mann (Mars) haben gerade viel zu lernen – wir spiegeln das möglicherweise in unserer Beziehungen wider.

Kurz zum Ablauf der Dinge

  • das Quadrat zu Saturn geht bis Ende August – und durch Rückläufigkeit noch einmal von Mitte September bis Mitte Oktober
  • das Quadrat zum Pluto geht bis Ende Oktober – auch dieser Spaß geht durch Rückläufigkeit von Anfang Dezember bis Anfang Januar von vorne los
  • das Quadrat zum Jupiter wird (wieder) durch die Rückläufigkeit im gesamten Oktober spürbar

Das sind die groben Daten, den Einfluss muss man sich wie eine Welle vorstellen: sie kommt an, erreicht ihren Höhepunkt, ist aber auch im Abebben noch fühlbar.

Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass von Ende August bis Anfang Januar immer wieder bestimmte Lern-Erfahrungen auf uns zukommen.

Diese sehen kompakt gesagt so aus

  • Kraft trifft angespannt auf Hindernisse und Struktur (in die sie sich einpassen muss) – Mars versus Saturn
  • Kraft trifft angespannt auf Abgründiges, Transformation und Krise, aber auch Wiedergeburt – Mars versus Pluto
  • Kraft trifft auf Expansion, Spiritualität und Weisheit – wenn auch angespannt – mit dem Jupiter

Mars ist ungestüm, er lässt sich nicht gerne sagen, was er zu tun hat. Noch ist er stark, er steht im Widder und hat Heimvorteil.

Doch ab dem 3. Oktober wandert er rückläufig ins Zeichen Fische – der Gladiator verläuft sich in die kosmische Hippie-Höhle. Man muss es sich nur bildlich vorstellen, das ist eine eigenwillige Mischung von Energien und keine besonders starke.

Bis zum 23. Dezember dreht er seine Runde in den Fischen, währenddessen setzen ihn der spöde »Buchhalter« Saturn mit seinen ewigen Detailfragen und dessen abgründiger Sohn Pluto mit seiner leicht obsessiven Art unter Druck.

Der gute »Onkel« Jupiter guckt auch vorbei, schaut dabei aber eher gehetzt drein (Quadrat-Aspekt).

Was bedeutet das in der Praxis?

Das ist keine einfache Mischung. Grundsätzlich ist es so, dass Quadrate Spannungen bedeuten. Diese Spannungen können uns antreiben, wir wollen es allen zeigen und holen dadurch das Beste aus uns heraus.

Sie können uns aber auch den letzten Nerv rauben und hier ist speziell die Mischung der Planeten wichtig. Keiner der drei Streithähne ist von Natur aus kompromissbereit. Saturn – so knorrig er ist – hat noch am ehesten die Fähigkeit einen kühlen Kopf und die Übersicht zu behalten. Jetzt schlägt die Stunde der Peniblen und Strukturierten.

Ein wenig Erleichterung kommt durch Jupiter. Da ist zwar auch Spannung drin, aber er zeigt einem auf, wo man in diesem ganzen Chaos wachsen kann. Hat das alles etwas Gutes? In der Jupiter-Phase (der gesamte Oktober) des Prozesses findet man es.

Es ist wahrscheinlich, dass wir uns in dieser Zeit oft unter Druck gesetzt oder in die Ecke gedrängt fühlen. Unsere Stärke und Kraft verschwimmt ohnehin schon in den Fischen, aber obendrauf rauben uns auch noch pedantische Erbsenzähler (Saturn) und Durchgeknallte oder machthungrige Menschen (Pluto) die Nerven.

Da gilt im Großen, wie im Kleinen. Dass z.B. die Wahl und der dazugehörige Wahlkampf in den USA just in diese Zeit fallen, lässt aufhorchen, auch sonst wird es auf der politischen Bühne nicht besonders ruhig zugehen.

Ganz privat kann einen das Gefühl überkommen: Wozu strenge ich mich eigentlich so an? Sieht das überhaupt jemand? Geht´s auch mal ohne Hindernisse? Was machen all diese Verrückten in meinem Leben? Wieso schon wieder all diese Fleißaufgaben, war ich damit nicht endlich mal durch?

(Ich überzeichne das jetzt ein bißchen – damit ihr ein grundsätzliches Gefühl dafür bekommt.)

Und was machen wir jetzt damit?

Mars als persönliche Triebfeder ist angegriffen. Manches mag hilfreich sein, so streng Saturn auch ist, er kann ihm helfen sich innerlich zu sortieren und besser auszurichten.

Manchmal legt Mars einfach los und hat nicht richtig nachgedacht. Der berühmte Eifer des Gefechts und hinterher stellt man fest, dass man seine Kraft verpulvert hat.

Auch Pluto hat ein paar Schokoladenseiten (doch, wirklich, man ist ihm normalerweise aber erst später dafür dankbar). Er kann helfen zu erkennen, was einen wirklich antreibt – plutotypisch schonungslos. Ist es die Sucht gebraucht zu werden? Der Wunsch nach Bewunderung? Die ewige Hoffnung auf Bestätigung? Will man imponieren? Übertrumpfen?

Wofür setzte ich meine Kraft ein, meinen Enthusiasmus, meine Energie? Das ist die Kernfrage dieser Zeit.

Wenn es kosmisch so hoch hergeht, ist es gut auf die Bremse zu treten. Plane jetzt nach Möglichkeit keine großen Projekte oder gehe sie so energieeffizient wie möglich an.

Zieh dich ein wenig raus aus allem, mindestens aus dem direkten Auge des Sturms. Suche jetzt keine Konflikte, spare deine Kräfte und nimm genau unter die Lupe, wie du sie dir für gewöhnlich einteilst.

Wer diese Zeit gut nutzt, ist im Januar neu aufgestellt und kann seine Energie sehr viel klarer und effizienter ins Leben einbringen als zuvor.

Der nächste Artikel erscheint am 18.9.

Jupiter kann den guten Mars nur teilweise in dieser schwierigen Zeit unterstützen, aber Mars ist nicht der einzige Planet weit und breit.

Schauen wir uns den Glücksplaneten einmal näher an. Mit welchen anderen Planeten hat Jupiter in diesem Jahr noch zu tun und auf welche Weise? Wie färbt ihn der Wechsel vom Schützen in den Steinbock ein? Wo gibt es Chancen auf Glück und Wachstum?

Wir haben jetzt erst einmal genug Spannungen, höchste Zeit herauszufinden wo das Gute ruft.