Oh, doch so wenig

Viele Leute denken, dass man als Kartenlegerin eine große Sammlung von Karten hat und ein paar schöne Decks habe ich natürlich. Doch die meisten Kartendecks, die durch meine Hände gingen, sind längst verschenkt und weitergegeben.

Ich bin einfach keine Sammlerin. Im Gegenteil: Mir tut es leid, wenn Dinge die meiste Zeit ihres Daseins in Schubladen verbringen. Das kommt mir so vor, als würde ich sie in ein Gefängnis sperren.

Karten wollen berührt werden, sie wollen mit einem in die kleinen und großen Geheimnisse des Lebens eintauchen und schimmernde Perlen an die Oberfläche bringen.

Ich weiß natürlich, echte Sammlerinnen und Sammler haben diese spezielle Herzenswärme, bei denen sich Gegenstände bewundert fühlen und gerne bleiben. Das funktioniert aber nur, wenn man ein Sammler-Herz hat. Also lasse ich die meisten Decks nach einer Weile weiterziehen, damit sie benutzt und bewundert werden und eine gute Zeit haben.

Das mache ich nicht nur mit Karten so, sondern auch mit Büchern und vielem mehr. Warum sollte ein Buch bei mir verstauben und vielleicht nie wieder gelesen werden, wenn es anderswo weiter mit Freude seinen Job machen kann? Dafür ist es da.

Für mich ist das Leben ein Fluss und für manche Menschen ist es mehr wie ein Berg, sie sammeln gern und ihre Schätze sind glücklich damit. Ich bin glücklich, wenn Dinge weitergetragen werden. Da hat jeder seine eigenen Wege.