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6. Februar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Noch kurz drei Dinge in eigener Sache: Im Moment sind die Wartezeiten beim Kartenlegen erfreulich kurz und ich habe für nächste Woche noch drei Möglichkeiten frei.
Das ist typisch für den Februar, die Jahres-Analysen konzentrieren sich meist auf den Dezember und den Januar (wobei sie ganzjährig möglich sind und viele sie auch gerne zum Geburtstag buchen), nun wird es etwas ruhiger.
Falls Bedarf besteht: Zuschnappen! 😉
Das noch kurz zum vormerken: Ich bin übernächste Woche vom 16. bis 20 Februar nicht erreichbar, da mache ich eine kleine Pause, danach geht es wie gewohnt weiter. Wer vorher noch Lektionen von den Kursen braucht, einfach kurz eine Mail schicken.
Und wenn wir gerade beim Organisatorischen sind, das wurde jetzt mehrfach gefragt:
Die kompakten Analysen mit einer oder drei Karten sind oft auch kurzfristiger möglich, als die „offizielle“ Wartezeit hier auf der Homepage.
Wenn es ein Anliegen in der Richtung gibt, kannst du mir einfach unkompliziert eine Mail senden.
*
So, nach den praktischen Vorbemerkungen kommen wir nun zum eigentlichen FreitagsTee. 🌸
Diese Woche hat sich das Thema Verantwortung in vielen Varianten gezeigt und ganz speziell eine Facette, die aus meiner Sicht zu wenig beachtet wird:
Wir tragen nicht für alles die Verantwortung.
Seit einiger Zeit ist Eigenverantwortlichkeit ein großes Thema und das ist auch richtig so.
Trotzdem muss man zuerst genau hinschauen, wie die Dinge gelagert sind.
Ich hatte diese Woche ein Gespräch mit einer Freundin.
Sie war in einer verzwickten Situation, innerlich aufgewühlt, es war ihr peinlich, einen bestimmten Fehler gemacht zu haben.
Wer kennt das nicht, wenn einem so etwas passiert, kann man sich im Geiste noch so gut zureden, der Körper reagiert sofort: Herzklopfen, innere Hitze und Unruhe machen sich breit.
Als Außenstehende fiel mir auf, dass nichts von dem, was schiefgegangen war, tatsächlich in ihren Händen lag - und das nicht aus Nettigkeit, sondern ganz objektiv betrachtet.
Es gibt Situationen, in denen man nicht die Zügel in den Händen hält. Man versucht sein Bestes und es ist nicht passgenau. Man rutscht aus und fällt auf die Nase.
Nichts davon hat man provoziert, so gewollt oder auch nur den Hauch einer Chance gehabt, es zu beeinflussen.
Manchmal haben wir solide Möglichkeiten, manchmal sind sie sehr begrenzt.
Als ich darüber nachgedacht habe, wurde mir klar, dass die Reihenfolge stimmen muss.
Man darf nicht automatisch reagieren (ja, wenn das so einfach wäre… die Körperreaktionen kann man natürlich nicht abschalten, aber immerhin das Denken hat man unter Kontrolle).
Bevor man für irgendetwas die Verantwortung übernimmt, muss man feststellen, ob man sie überhaupt trägt - und zu welchem Anteil, denn an vielen Situationen sind mehrere Leute beteiligt.
Unsere Omas hatten diesen schönen Satz: Du musst dir nicht jeden Schuh anziehen.
Das ist die komprimierte Version dieses Gedankens. 😉
Du kannst nur für das Verantwortung übernehmen, für das du Verantwortung übernehmen kannst.
Das heißt nicht, dass man sie anderen zuschiebt, sondern dass man objektiv betrachtet, was gerade passiert.
Es bedeutet auch, dass man andere nicht aus ihrer Verantwortung entlässt oder alles entschuldigt.
Beobachte! - das war der Standartspruch meiner mongolischen Lehrerin damals. Ich komme immer wieder auf ihn zurück.
Es ist selten verkehrt, mit offenen Augen hinzuschauen.
Auch wenn die Gefühle sofort auf eine Situation anspringen, auch wenn etwas eindeutig zu sein scheint: Reagiere nicht sofort, lass es erst einmal runterköcheln und beobachte, was sich tatsächlich abspielt.
Die kleine Pause, die man dafür braucht, ist immer wieder Gold wert.
2. Februar 2026
Die neuen Vollmondkarten sind online.
Diesmal hatte er wirklich eine besondere Energie - Imbolc und Vollmond zur selben Zeit, das hat man auch nicht jeden Tag.
Für alle, die sie nicht auf YouTube abonniert haben, hier sind sie:
30. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Manchmal lasse ich mich bewusst durchs Netz treiben und oft finde ich dabei Antworten auf Fragen, von denen ich noch gar nicht wußte, dass ich sie habe.
Manchmal sind es auch kleine Winke oder dass man plötzlich etwas in Worte fassen kann, das vorher schwer zu greifen war.
Vor einer Weile entdeckte ich, dass die Philosophie, mit der ich in meinen Kartenkursen unterrichte, in Japan einen konkreten Namen hat, sie heißt SHU HA RI oder anders gesagt: bewahre, brich, löse.
Das war verblüffend, weil ich es exakt so angehe - und dann liest man durch Zufall, dass es anderswo einen richtigen Namen hat. Ich habe mal ein bißchen tiefer recherchiert...
Das Prinzip dahinter wurde an einigen Stellen mit der Entwicklung eines Schmetterlings verglichen, weshalb ich dieses Bild beibehalte.
Kurz gesagt geht es um drei Stufen des Lernens. Nicht nur auf das Kartenlegen bezogen, man kann dieses Prinzip in jedem Lebensbereich anwenden.
Gehen wir es mal durch:
Stufe 1: SHU Bewahren
Wenn wir eine traditionelle Kunst erlernen – sei es in meinem Beispiel das Kartenlegen, aber z.B. auch eine Kampfkunst, eine spirituelle Praxis oder wie man ein gutes Brot backt – treten wir in eine Linie ein, die über Generationen weitergegeben wurde.
Wir lernen dabei in irgendeiner Form von einem Sensei (Lehrer:in - kurz gesagt: eine Person, die eine Kunst in Theorie und Praxis gemeistert hat) und folgen zunächst den Formen, Regeln und Ritualen, die uns anvertraut werden.
In dieser Phase geht es nicht um Kreativität, sondern um Hingabe.
Die alten Römer sagten, dass Wiederholung die Mutter des Lernens ist und da hatten sie definitiv Recht.
Diese Phase braucht eine Portion Demut.
Wer schonmal einen verkohlten, flachen Ziegel aus dem Ofen gezogen hat, weiß das. Wer schonmal ratlos vor den Karte saß, weiß es ebenfalls. Wer zwischen tausend rasenden Gedanken meditiert hat… - ich denke das Prinzip wird klar.
Wer jetzt nicht auf große Ergebnisse schielt und dadurch vorschnell das Handtuch wirft, entdeckt: Je mehr Hingabe ich auf die gelehrte Form verwende, desto mehr Kraft gewinnt sie.
In diesem Stadium wird man zur Raupe, die geduldig ihren Weg geht, ohne zu eilen und ohne zu fliegen. Eine Raupe kann beides noch nicht, sie „futtert“ sich erst einmal genügend Wissen an.
Stufe 2: HA – Brechen
Irgendwann wird klar, dass die Grundlagen sitzen. Die Form ist verinnerlicht. Genau dann beginnt etwas Neues: Wir dürfen – und sollen – die erlernte Form hinterfragen.
HA bedeutet nicht „zerbrechen“, sondern „aufbrechen“.
Es ist der Moment, in dem wir das Gelernte auseinandernehmen, neu zusammensetzen, erweitern, anpassen. Wir beginnen, unseren eigenen Stil zu entwickeln.
Viele Menschen erleben diese Phase als herausfordernd, es ist eine Zeit, in der man „auf wackligen Beinen läuft“.
Wobei es auch Spaß machen kann, so ist das nicht. Mal ein bißchen Joghurt oder Quark unter den Brotteig mischen und schauen, was passiert. Ein eigenes Legemuster entwickeln und ausprobieren, ob es sich bewährt.
Das Aufbrechen alter Formen bedeutet, das Thema neu zu denken und es sich auf einer tieferen Ebene zueigen zu machen.
Bleiben wir im Bild des Schmetterlings ist es die Zeit des Kokons – manchmal eine Wundertüte, aber immer voller Möglichkeiten.
Stufe 3: RI – Loslassen
RI ist die Phase, in der wir nicht mehr nur die Technik beherrschen, sondern mit ihr verschmelzen.
Einen Karatemeister kann man nachts um 2 Uhr wecken und er kann sich aus dem Stand verteidigen.
Mich könnte man nachts um 2 Uhr nach einer Kartenlegung fragen und… - OK, lassen wir das, um diese Uhrzeit garantiere ich für nichts. 😅
Das lässt sich mit Omas Essen vergleichen, falls sie der Typ fürs kochen ist. Wenn eine Oma kocht… da gibt es etwas, das man nicht „machen“ oder aus Büchern lernen kann. Das nur aus Jahrzehnten Erfahrung mit der Materie entsteht. Diese Omas sind Senseis (Meisterinnen) des Essens.
In diesem Stadium ist es zu einem Teil von einem geworden. Man kann es aus dem Handgelenk schütteln.
Dieser Weg ist übrigens kein Weg zur Perfektion, er ist ein Kreis.
Wir im Westen denken gerne in Linien, aber das asiatische Denken ist rund.
Selbst in dieser Phase der Entwicklung kehren wir immer wieder zum Anfang zurück. Wir üben die Grundlagen, wir erinnern uns an die Essenz.
Vielleicht sieht man ein spannendes neues Rezept, entdeckt in einem alten Buch eine unbekannte Karten-Technik oder bekommt als Tarot-Lehrerin von Kursteilnehmern eine Frage gestellt, die einen die Dinge nochmal neu betrachten lässt.
Es wird nie langweilig.
Und: Der Karatemeister übt weiterhin seine Formen. Oma schält weiterhin Kartoffeln.
Niemand ist sich zu fein dafür, weil er "ja schon fortgeschritten" ist. Da sind wir direkt wieder bei der Demut aus Schritt 1.
Ich habe die Küchen-Beispiele im Text übrigens nicht ohne Grund eingestreut: Es geht bei diesem Prinzip nicht nur um gewichtige oder „heilige“ Dinge.
Alles im Leben kann meisterlich gemacht werden. Nichts ist zu klein oder unbedeutend.
Andere haben einem nicht reinzureden, jede:r von uns hat eigene Maßstäbe, Wünsche und Ziele.
Wir alle sind mal die Raupe, mal im Kokon und mal der Schmetterling.
Es ist nur wichtig, sich bewusst zu machen, in welchem Stadium man gerade steckt. So vermeidet man unnötigen Frust und geht realistisch an die Dinge heran.
23. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Diese Woche war viel los und der Text für den FreitagsTee, den ich plane, braucht noch ein bißchen Feinschliff.
Also gibt es heute ein Zitat aus einer Romanreihe, die ich gerade lese.
Große Worte, wie es sich für eine mythische Geschichte gehört, aber ich denke sie klingen auf vielen Ebenen an, wenn man etwas tiefer geht:
The one standing in infinite glory is you; the one fallen from grace is also you. What matters is ‘you’ and not the state of you.
Auf deutsch:
Derjenige, der in unendlicher Herrlichkeit steht, bist du; derjenige, der in Ungnade gefallen ist, bist ebenfalls du. Entscheidend bist „du“ und nicht der Zustand, in dem du dich befindest.
Worte, die man eine ganze Weile im Herzen bewegen kann, ohne dass es langweilig wird.
Aus welcher Romanreihe das stammt? Wer Lust hat, kann es gern herausfinden – das Zitat ist ein ziemlich guter Wegweiser. 🤍❤️
16. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Manchmal brauchen die Dinge einfach nur… Zeit.
So wie bei meinem Hibiskus auf diesem zugegebenermaßen nicht sehr instagramablen Foto.
Seit Jahren wuchs er immer höher und buschiger und bekam immer mal einen größeren Topf. Hin und wieder hatte er wunderschöne Blüten.
Doch seit dem späten Herbst verlor er massiv Blätter. Ich habe alles unter die Lupe genommen (wortwörtlich), aber da waren keine Schädlinge. Trotzdem habe ich ihn mit Neemöl und Kräutersud behandelt. Doch nichts wurde besser.
Sein Platz hatte sich nicht verändert, mit Wasser und Dünger war auch alles in Ordnung. Ich habe einfach keine Ursache gefunden, warum ein Blatt nach dem nächsten zu Boden ging.
Mittlerweile kommentierte die ganze Familie besorgt seinen Zustand. Pflanzen sind ja auch eine Form von Mitbewohnern.
Im Dezember dachte ich dann: Na gut, das wird nichts mehr. Nachdem wir so viele Jahre Freude an ihm hatten, darf er in Ruhe von uns gehen.
Ich hab’s nicht übers Herz gebracht, ihn bei klirrenden Temperaturen auf den Kompost zu bringen. So lange noch ein Blättchen dran ist, bleibt er.
Aber wie geht der Spruch: Totgesagte leben länger!
Auf einmal erschienen überall kleine neue Blättchen. Vielleicht nur Stresstriebe? Nein, sie wachsen weiter. Oh!
Mittlerweile kommen sie an immer mehr Stellen, er scheint neuen Lebensmut gefasst zu haben und wieder zu alter Schönheit zurückkehren zu wollen.
Ich sehe darin auch ein kleines Zeichen. Oft ist es gut, nicht vorschnell zu handeln, den Dingen ihre Zeit zu lassen und abzuwarten, was tatsächlich passiert (ihm Gegensatz zu dem, was man vermutet).
Manchmal ist eine Geschichte noch lange nicht zu Ende, sie braucht nur ein bißchen Geduld. Wenn alle Seiten ihre Hausaufgaben machen, kommt irgendwoher aus dem großen Geflecht des Lebens ein Impuls, mit dem es weitergeht.
Manchmal werden wir nie so ganz verstehen, wie es eigentlich zur Krise kam und auch nicht, wie wir anschließend wieder herausgekommen sind.
Wir haben einfach ergebnisoffen weitergemacht. Das ist ziemlich oft eine gute Herangehensweise.

