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23. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Diese Woche war viel los und der Text für den FreitagsTee, den ich plane, braucht noch ein bißchen Feinschliff.
Also gibt es heute ein Zitat aus einer Romanreihe, die ich gerade lese.
Große Worte, wie es sich für eine mythische Geschichte gehört, aber ich denke sie klingen auf vielen Ebenen an, wenn man etwas tiefer geht:
The one standing in infinite glory is you; the one fallen from grace is also you. What matters is ‘you’ and not the state of you.
Auf deutsch:
Derjenige, der in unendlicher Herrlichkeit steht, bist du; derjenige, der in Ungnade gefallen ist, bist ebenfalls du. Entscheidend bist „du“ und nicht der Zustand, in dem du dich befindest.
Worte, die man eine ganze Weile im Herzen bewegen kann, ohne dass es langweilig wird.
Aus welcher Romanreihe das stammt? Wer Lust hat, kann es gern herausfinden – das Zitat ist ein ziemlich guter Wegweiser. 🤍❤️
16. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Manchmal brauchen die Dinge einfach nur… Zeit.
So wie bei meinem Hibiskus auf diesem zugegebenermaßen nicht sehr instagramablen Foto.
Seit Jahren wuchs er immer höher und buschiger und bekam immer mal einen größeren Topf. Hin und wieder hatte er wunderschöne Blüten.
Doch seit dem späten Herbst verlor er massiv Blätter. Ich habe alles unter die Lupe genommen (wortwörtlich), aber da waren keine Schädlinge. Trotzdem habe ich ihn mit Neemöl und Kräutersud behandelt. Doch nichts wurde besser.
Sein Platz hatte sich nicht verändert, mit Wasser und Dünger war auch alles in Ordnung. Ich habe einfach keine Ursache gefunden, warum ein Blatt nach dem nächsten zu Boden ging.
Mittlerweile kommentierte die ganze Familie besorgt seinen Zustand. Pflanzen sind ja auch eine Form von Mitbewohnern.
Im Dezember dachte ich dann: Na gut, das wird nichts mehr. Nachdem wir so viele Jahre Freude an ihm hatten, darf er in Ruhe von uns gehen.
Ich hab’s nicht übers Herz gebracht, ihn bei klirrenden Temperaturen auf den Kompost zu bringen. So lange noch ein Blättchen dran ist, bleibt er.
Aber wie geht der Spruch: Totgesagte leben länger!
Auf einmal erschienen überall kleine neue Blättchen. Vielleicht nur Stresstriebe? Nein, sie wachsen weiter. Oh!
Mittlerweile kommen sie an immer mehr Stellen, er scheint neuen Lebensmut gefasst zu haben und wieder zu alter Schönheit zurückkehren zu wollen.
Ich sehe darin auch ein kleines Zeichen. Oft ist es gut, nicht vorschnell zu handeln, den Dingen ihre Zeit zu lassen und abzuwarten, was tatsächlich passiert (ihm Gegensatz zu dem, was man vermutet).
Manchmal ist eine Geschichte noch lange nicht zu Ende, sie braucht nur ein bißchen Geduld. Wenn alle Seiten ihre Hausaufgaben machen, kommt irgendwoher aus dem großen Geflecht des Lebens ein Impuls, mit dem es weitergeht.
Manchmal werden wir nie so ganz verstehen, wie es eigentlich zur Krise kam und auch nicht, wie wir anschließend wieder herausgekommen sind.
Wir haben einfach ergebnisoffen weitergemacht. Das ist ziemlich oft eine gute Herangehensweise.
9. Januar 2026
🫖 FreitagsTee
Hier darf alles Platz nehmen: Das Schöne, das Schwierige und alles dazwischen.
Erst einmal danke für die vielen Rückmeldungen zum letzten Newsletter, anscheinend hatten wir 2025 ziemlich ähnliche Themen 😅
An dieser Stelle noch einmal ein gesundes neues Jahr und einen guten Start in 2026 an alle! 🍀🍄
Nachdem sich zum Jahresende viele dazu geäußert haben, was 2025 für sie bedeutsam war, sind jetzt folgerichtig die Neujahrsvorsätze dran.
Hm, was habe ich aus 2025 mitgenommen?
Spontan fällt mir da der Satz einer Klientin ein:
Nicht mein Affe, nicht mein Zirkus.
Den fand ich stark und habe ihn umgehend ins vorderste Regal im Hinterkopf gesetzt.
Wenn gesunde Grenzen ein Thema sind (und bei wem sind sie das nicht), ist dieser Satz nicht nur witzig, sondern auch sehr heilsam.
Das mit den Vorsätzen ist vielleicht auch eine Frage des Alters. Ich bin jetzt Mitte 40, da weiß man im Großen und Ganzen, wer man ist und was zu einem gehört. Was Überraschungen nicht ausschließt - zum Glück!
Für mich ist Qi Gong seit vielen Jahren der Weg, ich muss also nicht jedes Jahr etwas Neues suchen.
Als Selbständige mit Familie habe ich ein sehr überschaubares Zeitbudget, daher werden es meist nur um die 10 Minuten, aber die fast jeden Tag.
Das summiert sich auf etwa 60 Stunden im Jahr - nicht schlecht, oder?
Es sind die Kleinigkeiten im Leben, die den Unterschied machen.
Ich übe nichts Kompliziertes, denn seien wir ehrlich, bei anspruchsvollen Hirsch-Formen ist die Gefahr sich zu verknoten nicht nur theoretisch gegeben... *g*
Das Gute ist: Im Qi Gong wird Ehrgeiz als eine Form von Blockade betrachtet. Verbissenes Üben ist der sicherste Weg, den freien Fluss der Energie abzuwürgen.
Die alten Meister:innen sagten: Mach deine Übung nur zu 80% gut. Die aufgewendete Mühe für die restlichen 20% würde dazu führen, dass man zu angespannt übt und damit den positiven Effekt zunichte macht.
Man muss dazusagen, dass Qi Gong dem Energie-Aufbau dient. Auspowern ist also grundsätzlich nicht vorgesehen. Man geht nicht müde, sondern mit einem spürbaren Plus an Energie aus den Übungen.
Ich kann beim Thema Vorsätze natürlich nur über die Dinge reden, die bei mir funktionieren, aber ich denke ein paar praktikable Ideen sind dabei:
Gestalte es so einfach, dass du es (fast) täglich machen kannst.
Mach es lieber etwas kleiner, aber dafür regelmäßig.
Denke an die kluge 80% Regel der alten Meister:innen - sie lässt sich auf viele Dinge im Leben übertragen.
Das Wichtigste: Schaue nicht auf das, was andere machen, sondern vergegenwärtige dir dein tatsächliches Ziel.
Um in meinem Beispiel zu bleiben: Es gibt unzählige Meister:innen, die komplizierte Qi Gong Formen mit der Eleganz fließender Seide ausführen - um es asiatisch-blumig auszudrücken. 🪷
Manche verwenden dabei sogar Fächer oder Schwerter. Das ist wunderschön, aber nicht mein Ziel.
Viele vergleichen sich mit Meister:innen auf ihrem Gebiet, obwohl sie das gar nicht werden wollen. Das erzeugt unnötigen Stress. Werde dir bewusst, was dein wahres Ziel ist.
Ich suche z.B. nur einen Ausgleich für den Alltag. Qi Gong ist ein Teil meiner Hausapotheke. Man kann damit neben allgemeiner Entspannung über die Meridiane auch an körperlichen Wehwehchen und emotionalen Themen arbeiten. Fast wie wie Akupunktur, nur in Form von Bewegungen.
Das sind meine beiden Ziele - und die erreiche ich auch mit einfachen Formen und wenig Zeit.
Ich bewundere natürlich die formvollendeten Könner:innen.
Ihr Ziel ist die hohe Kunst. Mein Ziel ist ein harmonischer Alltag.
Es ist wichtig, sich das klar zu machen.
Nehmen wir an dein Ziel ist es, fitter zu werden. Dafür musst du nicht wie eine Meisterin oder ein Meister im Fitnessbereich aussehen, die den ganzen Tag darauf verwenden.
Verwirkliche dein Ziel in deinem Lebensrahmen.
Sei realistisch und hab Spaß bei dem, was du machst. Wenn es keinen Spaß macht, such dir etwas anderes. Wenn man (vermeintlich) vorzeitig aufgibt bedeutet das sehr oft, dass die angestrebte Sache nicht wirklich zu einem gepasst hat.
Ich habe z.B. diverse Versuche mit Yoga unternommen, bin ich aber nie lange dabei geblieben.
Dann fand ich Qi Gong und musste mich plötzlich nicht mehr überreden. Das war eine erhellende Erfahrung, ich hatte zuvor die Vermutung, dass ich „nichts richtig durchziehe“ und „immer zu früh aufgebe“.
Aber plötzlich war da eine Wirkung, die ich ganz natürlich haben wollte. Ich musste mir nicht vom Kopf her einreden, dass es „gut für mich ist“.
So fühlt es sich also an, wenn etwas stimmig ist...
Das ist auch noch ein Gedanke: Es ist nicht wichtig, wie es aussieht oder auf andere wirkt. Entscheidend ist, was du tatsächlich fühlst.
Kurz gesagt: Wenn man sich motivieren muss, ist es oft noch nicht das Richtige. Wenigstens in unserer Freizeit sollten wir uns die Freiheit nehmen, wir selbst zu sein und authentisch zu handeln.
Das ist kein „zu frühes Aufgeben“, sondern Klugheit. Der Körper hat seine eigene tiefe Weisheit, die unbestechlich ist. Macht man verbissen das Falsche, bleibt umso länger verborgen, was stattdessen richtig gut gewesen wäre.

